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Kleine Menschen, große Probleme

Übergewicht bei Kindern: Ursachen, Folgen und Therapie

Gähnende Leere auf Bolz- und Spielplätzen, stattdessen: zockende Kinder vor den Spielkonsolen. Übergewicht bei Kindern verwundert bei diesen Zuständen nicht. Welche Ursachen der Adipositas zugrunde liegen, welche Folgen sie haben kann und wie die Krankheit therapiert wird, hier im SAT.1 Ratgeber.

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Übergewicht bei Kindern: Ursachen

So klein und schon so dick. Klar, bei manchen Kindern wächst sich der süße Babyspeck noch raus, doch wenn dieser bleibt und das Kind eher zulegt, als abzunehmen, gibt es ein Problem. Die Ursachen für Übergewicht bei Kindern sind vielfältig. Bewegungsmangel ist ein Grund. Heute sitzen Kinder lieber vor Computer und Fernseher, statt draußen zu spielen oder zum Sportverein zu gehen. Hinzu kommen falsche Ernährungsgewohnheiten , die sich Kinder von Familienmitgliedern abgucken. Und so wie die Familie isst, ernährt sich auch das Kind. Zu viele Zwischenmahlzeiten, Snacks, Limonaden in Kombination mit Bewegungsmangel bewirken, dass die nicht verbrauchte Energie in Form von Fett gespeichert wird.

Übergewicht bei Kindern kann aber auch psychische Ursachen haben. Die Scheidung der Eltern, der Tod eines Elternteils, Einsamkeit, Langeweile – all das kann zum Frustfressen führen. Das Kind versucht sich mittels Essen Glück zu schenken. Aber auch körperliche Ursachen kommen infrage, zum Beispiel Funktionsstörungen der Schilddrüse oder chronische Erkrankungen, die Kinder in ihrer Beweglichkeit einschränken.

Folgen der Adipositas bei Kindern

Übergewichtige Kinder haben nicht selten mit schweren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. So verändert sich der Hormonhaushalt, wodurch der Stoffwechsel aus der Bahn gerät. Auch kann sich eine Insulinresistenz entwickeln, sprich der erhöhte Spiegel freier Fettsäuren trägt dazu bei, dass der Insulinspiegel ansteigt. Mehr Insulin im Blut kann letztlich eine nichtalkoholische Fettleber zur Folge haben. Weiterhin kann die Pubertät bei Jungen  und Mädchen  frühzeitig einsetzen. Die Menstruation beginnt früher, die Brüste wachsen, Jungen kommen vor Gleichaltrigen in den Stimmbruch, das Volumen der Hoden nimmt früher zu.

Ist das Kind stark übergewichtig, können sich zwischen den Hautfalten Entzündungen bilden, sogenannte nässende Ekzeme. Weiterhin kann der gesamte Stütz- und Bewegungsapparat belastet werden. Rückenschmerzen, Probleme mit den Sehnen und Gelenken sind in den jungen Jahren bei Adipositas keine Seltenheit.

Nicht zu unterschätzen ist auch die psychische Belastung: Dicke Kinder werden oftmals gemobbt, haben kein Selbstvertrauen, ziehen sich zurück und fressen aus Frust noch mehr in sich hinein. Aus all diesen Gründen ist es wichtig, Ihrem Kind aus dieser Spirale herauszuhelfen.

Übergewicht bei Kindern: Therapie

Eine Diät allein reicht nicht zur Gewichtsreduktion . Denn dann folgt der Jojo-Effekt so sicher wie das Amen nach dem Gebet. Viel wichtiger ist es, dass Ihr Kind seine Ernährungsgewohnheiten langfristig umstellt. Das schafft es natürlich nicht allein. Am besten zieht die ganze Familie mit, wer sonst sollte als Vorbild dienen? Ziel ist es, Kalorien und Fett dauerhaft zu reduzieren. Eine Verhaltenstherapie kann außerdem dabei helfen, Frustessen vorzubeugen. Last, but not least wichtig: Bewegung! Die Ernährungsumstellung fußt schließlich nur dann, wenn sich Ihr Kind regelmäßig körperlich betätigt. Schwimmen, Radfahren, Skaten – mit Sicherheit gibt es eine Sportart, die auch Ihrem Spross gefällt. Und denken Sie daran: Erwarten Sie nicht zu schnell zu große Erfolge. Kleine Schritte führen auch zum Erfolg.

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