Ratgeber

Rezepte bei Gicht und Tipps für purinarme Ernährung

Das liegt schwer im Magen

Nicht nur die fleischreiche Ernährungsweise hat der Mensch offenbar vom Dinosaurier übernommen, sondern auch deren Folgen: Gicht. Können spezielle Rezepte bei Gicht helfen? Die einfache Antwort: Ja. Mit der richtigen Ernährung lassen sich quälende Gichtanfälle vermeiden. Purinarme Kost soll helfen.

Fleisch- und fischhaltige Rezepte? Bei Gicht gehören die leider der Vergangen...
Fleisch- und fischhaltige Rezepte? Bei Gicht gehören die leider der Vergangenheit an. © pixabay

Gicht – eine Krankheit der Oberschicht

Fleisch- und fischhaltige Rezepte? Bei Gicht gehören die leider der Vergangenheit an. Doch woher kommt Gicht eigentlich? Je größer der Wohlstand, desto verbreiteter die Gicht, eine Stoffwechselkrankheit, die erblich bedingt ist, vermehrt aber auch infolge hohen Fleisch- und Alkoholkonsums auftritt. Während die Menschen in den 20er bis 50er Jahren, den Hungerjahren, kaum von der Krankheit betroffen waren, änderte sich dies ein Jahrzehnt später schlagartig. Der heutige Stand zeigt: Gicht ist ein Luxusproblem. Etwa zwei Prozent der Menschen leiden weltweit unter Gicht, Männer zehnmal häufigerals Frauen und ältere mehr als jüngere Menschen. Häufiger Grund: die Ernährung. Bei Gicht hilft also nur gesundes Essen ! Doch was ist gesund?

Therapie durch purinarme Kost und spezielle Rezepte bei Gicht

"Fleisch ist mein Gemüse" – besonders für Männer, die unter Gicht leiden, gehört dieser Spruch bald der Vergangenheit an, denn vor allem Fleisch gilt es zu vermeiden, um Gichtanfällen vorzubeugen. Doch was sollte man sonst noch beachten in Sachen Ernährung bei Gicht? Ganz klar: Rinderleber, Hering, Hühnerkeule, Bohnen und Schweinefilet – das sind die sündigsten Lebensmittel für Gichtkranke, denn sie enthalten besonders viel Harnsäure, die von der Niere nicht problemlos ausgeschieden werden kann. 

Innereien, Wurst und einige Fischsorten enthalten ebenfalls viele Purine, deren Nebenprodukt beim Abbau Harnsäure ist. Fleisch- und fischhaltige Rezepte sind bei Gicht daher ungünstig. Zu den zu meidenen Fischsorten gehören Lachs, Sardellen und Hummer. Wer nicht ganz auf Meeresfrüchte, Leber, Schweinefleisch & Co. verzichten kann, sollte den Konsum zumindest reduzieren. Das Gleiche gilt für Alkohol bei besonders hohem Harnsäurespiegel. Einen über den Durst trinken – das ist nicht mehr drin, ein Gläschen Wein oder Bier hin und wieder jedoch nicht tabu.

Ernährung bei Gicht: Diese Lebensmittel sind erlaubt

Purinarme Kost kann dabei helfen, den Harnsäurespiegel zu senken und so die Krankheit in den Griff zu bekommen. Nichts anderes als eine Diät ist diese Maßnahme also. Purinarme Kost bedeutet für Menschen, die unter der Stoffwechselkrankheit leiden, in der Regel eine große Ernährungsumstellung: Eier, Milchprodukte, Öle, Honig, Kürbis und Stärke sind erlaubt, sättigendes Fleisch und Hülsenfrüchte hingegen weitestgehend tabu. Welche Auswirkungen hat das auf bestimmte Rezepte? Bei Gicht einige. Dazu etwas später mehr.

Weitere Regeln, die Sie sich für die Ernährung bei Gicht merken sollten: Frisches Fleisch und frischer Fisch erhöhen den Harnsäurespiegel stärker als gelagerte Lebensmittel, gekochte Produkte sind günstiger als gebratene und Fisch und Fleisch ohne Haut besser für Gichtkranke geeignet als solche mit Haut. Grundsätzlich also gilt: Essen Sie weniger Fleisch und purinreiches Gemüse und lassen Sie von Krustentieren die Finger ebenso wie vom Alkohol. Erlaubt sind pro Tag etwa 150 Gramm Fleisch, Wurst oder Fisch.

Wer ein paar Pfunde zu viel auf den Rippen hat, kann mit einer Gewichtsreduktion bereits eine Normalisierung der Harnsäurekonzentration erreichen. Für Übergewichtige gilt daher neben der Ernährungsempfehlung 'purinarme Kost': Bewegung, Bewegung, Bewegung. Seien Sie beim Fasten hingegen vorsichtig – denn ohne ärztliche Begleitung kann diese Maßnahme nach hinten losgehen.

Für schwere Fälle: Streng purinarme Ernährung bei Gicht

Während purinarme Kost für Betroffene bedeutet: nicht mehr als 3.000 Milligramm Harnsäure wöchentlich aufzunehmen, heißt streng purinarm: 300 Milligramm Harnsäure pro Tag sind erlaubt, alles darüber nicht. Diese strenge Ernährungsform gilt allerdings nur für Gichtkranke, die parallel keine harnsäuresenkenden Medikamente einnehmen dürfen. In der Praxis bedeutet das: Fleisch, Fisch und Wurst sind ein- bis zweimal pro Woche erlaubt, dann aber nur 100 Gramm pro Portion. Leber, Hülsenfrüchte, Hummer und Alkohol sind ganz tabu.

Rezepte: Bei Gicht kommt es auf die Menge an

Der Dreh- und Angelpunkt in Sachen Ernährung bei Gicht ist der Fleischkonsum und der Verzehr bestimmter Fischarten. Daher gilt: Vegetarische Ernährung ist besser als Mahlzeiten mit Fleisch und Fisch. Ersetzen lassen sich diese mittlerweile schon durch vegetarische Produkte wie Tofu – für viele eine Umstellung, doch auch Fleischersatzprodukte lassen sich schmackhaft zubereiten. Wer nicht auf Fleisch und Fisch verzichten kann oder möchte, sollte aber auf die Menge achten. Tipp: Gerichte wie Chili con Carne oder Soljanka, die viel Fleisch enthalten, können ganz leicht abgewandelt werden. Ersetzen Sie beispielsweise einen Teil des Fleisches und der Wurst durch weiteres Gemüse.

Geeignete Rezepte bei Gicht

Mögen Sie krosses Brot und Tomaten? Dann lassen Sie sich zum Beispiel Bruschetta schmecken. Zutaten für 2 Personen:

  • ½ Baguette/Ciabatta
  • 5 große Tomaten
  • ½ Bund Basilikum
  • ½ Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Esslöffel Olivenöl
  • 25 Milliliter Balsamicoessig
  • 1 Teelöffel Oregano
  • 1 Esslöffel Honig
  • Salz und Pfeffer

1. Schneiden Sie das Brot in Scheiben und rösten Sie es im Ofen an.

2. In der Zwischenzeit Tomaten, Oregano und Basilikum kleinschneiden und vermengen. ½ Knoblauchzehe kleinschneiden und ebenfalls dazugeben – dann folgen Öl und Essig. Würzen Sie den Brotbelag nun mit Salz und Pfeffer. 

3. Ist das Brot fertig, aus dem Ofen nehmen und die einzelnen Scheiben mit einer Knoblauchzehe einreiben und mit der Tomaten-Kräuter-Mischung belegen.

Die richtigen Rezepte bei Gicht – hier müssen Sie nicht lange suchen. Vegetar...
Die richtigen Rezepte bei Gicht – hier müssen Sie nicht lange suchen. Vegetarische Gerichte wie Bruschetta sind beispielsweise kein Problem. © pixabay

Bruschetta ist für viele nur ein Snack – eine vollwertige Mahlzeit hingegen sind zum Beispiel Pestonudeln. Die machen satt und enthalten nur purinarme Lebensmittel. Auf der Einkaufsliste für das 4 Portionen-Rezept stehen folgende Zutaten:

  • 1 Packung Spaghetti oder Nudeln
  • 50 Gramm Parmesan
  • 50 Gramm Pecorino
  • 60 Gramm Pinienkerne
  • 150 Milliliter Olivenöl
  • 1 Bund Basilikum
  • 4 Knoblauchzehen

1. Die Zubereitung ist denkbar einfach: Rösten Sie zunächst die Pinienkerne goldbraun und lassen Sie sie anschließend abkühlen.

2. Anschließend beide Käsesorten reiben und den Knoblauch pressen. Nun 100 Gramm Basilikumblätter waschen und trocken reiben.

3. Käse, Kräuter und Knoblauch nun mit einem Pürierstab zu einem Pesto verarbeiten, zum Schluss das Öl unterrühren.

4. In der Zwischenzeit die Nudeln al dente kochen, abgießen und mit dem Pesto verrühren. Guten Appetit!

Leicht zuzubereiten, lecker und ein echter Sattmacher: Pestonudeln.
Leicht zuzubereiten, lecker und ein echter Sattmacher: Pestonudeln. © pixabay

Fazit: Was es in Sachen Ernährung zu beachten gilt und welche Rezepte sich bei Gicht eignen – das fragen sich viele Betroffene. Das Gute: Wer unter der Stoffwechselkrankheit leidet, kann durch die richtigen Lebensmittel schmerzhafte Gichtanfälle vermeiden. Meiden oder reduzieren Sie den Konsum von purinhaltigen Nahrungsmitteln wie Fleisch, Lachs, Sardellen und Hummer sowie Alkohol. Ansonsten können Sie eigentlich alles essen, sofern Sie sich nicht streng purinarm ernähren müssen.

Mehr Rezepte – bei Gicht ebenso geeignet wie für gesunde Menschen –, und unter anderem mit Fisch, der wenig Purine enthält, finden Sie hier:

Rezept: Kabeljau in der Kräuterkruste

Rezept: Thunfisch-Focaccia

Gefüllte Zucchini

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