Ratgeber

Purinarme Ernährung bei Gicht

Harnsäure senken: Mit Tee und Co. gegen Gichtanfälle

Heftige Gelenkschmerzen wie durch Sport können ein Zeichen für einen Gichtanfall sein. Nur wenn sie ihre Harnsäure senken, können Betroffene auf Linderung hoffen. Dafür ist es unter anderem notwendig, die Ernährung auf purinarme Kost umzustellen. Wie das funktioniert und welche Rolle Tee in dem Zusammenhang spielt, erfahren Sie im SAT.1 Ratgeber.

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© dpa

Was ist Gicht?

Bei Gicht handelt es sich um eine Stoffwechselstörung. Der Harnsäurespiegel erhöht sich, was dazu führt, dass sich kleine Harnsäurekristalle in Gelenken, Sehnen, Schleimbeutel, im Ohrknorpel und in der Haut ablagern. Plötzlich auftretende Schmerzen, Rötungen, Überwärmung und Schwellung an den Gelenken – insbesondere am großen Zeh oder am Daumengrundgelenk – und Koliken an Harnwegen und Nieren sind typische Beschwerden der Krankheit. Die häufigste Ursache von Gicht ist eine erblich bedingte Ausscheidungsstörung der Nieren. Aber auch ernährungsbedingte Ursachen kommen infrage – eine purinreiche Kost etwa, hoher Alkoholkonsum oder eine Überernährung, die Übergewicht zur Folge hat.

Harnsäure senken: Purinarme Kost vorziehen

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Auf gegrillte Leber sollten Sie Ihrer Gesundheit zuliebe verzichten, wenn Sie Ihre Harnsäure senken wollen, denn Innereien enthalten besonders viele Purine. © Dani Vincek - Fotolia

Wer an Gicht leidet, muss seine Harnsäure senken, das bedeutet: Sie müssen Ihre Lebens- und Ernährungsgewohnheiten umkrempeln. Die Harnsäure stammt unter anderem aus den Purinen im Essen. Zu viele Purine sind Gift für Ihren Körper und können Gichtanfälle auslösen. Steigen Sie daher auf purinarme Kost um, das heißt im Umkehrschluss, dass purinreiche Lebensmittel – dazu gehören zum Beispiel Innereien – fortan vermieden werden sollten.

Insgesamt sollten Gichtpatienten nicht mehr als 500 Milligramm Harnsäure pro Tag zu sich nehmen. Bei einem akuten Gichtanfall dürfen es sogar nur 300 Milligramm Harnsäure täglich sein. Wie viel Harnsäure in welchem Lebensmittel enthalten ist, können Sie speziellen Nährstofftabellen, die vom Arzt oder Ernährungsberater zur Verfügung gestellt werden, entnehmen.

Harnsäure senken – richtige Ernährung bei Gicht

Aller Anfang ist schwer, doch wer sich purinarm ernährt, kann seine Harnsäure senken und lebt beschwerdefreier – eine Ernährungsumstellung lohnt sich daher und kommt unter Umständen sogar Ihrer Figur zugute. Besondere Vorsicht ist bei Fleisch sowie bestimmten Fischsorten wie Sardinen, Sprotten, Lachs, Karpfen, Makrelen und Forellen geboten. Sie sind sehr purinreich. Auch von Hülsenfrüchten wie Linsen, weißen Bohnen und Erbsen sollten Sie besser Abstand nehmen. Wer auf Fleisch nicht verzichten möchte, sollte zu fettarmen Varianten greifen. Dies betrifft auch Milchprodukte sowie Eierspeisen.

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Obst, Gemüse und Salat gehören auf den Speiseplan für eine purinarme Ernährung. Gemüse ist aber nicht Gemüse. Spinat und Spargel beispielsweise sind tabu. © Pixelot - Fotolia

Aber nicht nur auf den Fettgehalt der Lebensmittel selbst kommt es an, achten Sie außerdem darauf, fettarm zu kochen, sprich: Verwenden Sie Öle bei der Zubereitung der Speisen, die rein pflanzlich sind und einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren haben, zum Beispiel Oliven- und Rapsöl. Außerdem kann es hilfreich sein, öfter zu garen oder zu grillen, statt zu braten oder zu frittieren. Günstige Speisen sind jene, die auch ansonsten zu einer ausgewogenen Ernährung gehören, also Obst, Gemüse, Kartoffeln und Salate. Nicht alles Grün ist jedoch gut für Sie. Von Spargel, Spinat und Grünkohl etwa sollten Sie die Finger lassen.

Harnsäure senken – weitere Tipps

Auch im Getränkebereich sollten Sie nicht mehr zu allem greifen, was angeboten wird und Ihnen schmeckt. Von Limonaden beispielsweise ist abzuraten. Da Alkohol den Stoffwechsel beeinflusst, indem er den Harnsäurespiegel im Blut ansteigen lässt, sollten Sie auf das Genussmittel lieber verzichten. Ein Bier ist nicht so schlimm, meinen Sie? Falsch gedacht, denn es enthält nicht nur Alkohol, sondern ist zusätzlich purinreich.

Üppige Mahlzeiten wirken sich ebenfalls negativ auf Ihren Harnsäurespiegel aus. Genauso wenig sollten Sie aber hungern. Extreme sind generell schlecht für Ihren Körper. Essen Sie stattdessen gesund und purinarm.

Hausmittel wie Tee und Homöopathie

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Tee aus Brennnesseln ist besonders gut bei Gicht – hiervon also gern hin und wieder eine Tasse trinken. © Hetizia - Fotolia

Trinken Sie außerdem reichlich Wasser – zwei bis drei Liter pro Tag. Auch Kaffee und Tee sind kein Problem. Gut zu wissen: Einige Sorten Tee eignen sich besonders gut bei Gicht: Dazu gehören Grüner Brennnessel- und Pferdeschwanztee. Beides wirkt sich positiv auf die Harnsäure aus. Ein Mittel, mit dem Sie ganz natürlich die Harnsäure senken können, ist Apfelwasser – schmeckt fast wie kalter Tee und ist sehr fruchtig. Hierfür einfach Apfelstücke in anderthalb Litern Wasser etwa 30 Minuten lang kochen, die breiige Masse dann durch ein Sieb geben und die Flüssigkeit auffangen. Trinken Sie das Apfelwasser über den gesamten Tag verteilt.

Es gibt zahlreiche Naturheilmittel, die gegen Gicht helfen und rezeptfrei erhältlich sind. Harnsäuresenkende Medikamente unterscheiden sich in ihrer Einnahmeform – es gibt sie als Tabletten, Tropfen oder Globuli. Auch mit Schüssler Salzen können Sie Ihre Harnsäure senken. Erkundigen Sie sich hier aber am besten vorab bei einem Homöopathen oder Apotheker nach der richtigen Dosierung und Einnahme.

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