Ratgeber

Diese Lebensmittel lieber mit Vorsicht genießen

Laktoseintoleranz: Ernährung und Lebensmittel-Einkauf

Leiden Sie an Übelkeit oder Bauchkrämpfen? Vielleicht ist der Grund für Ihre Beschwerden eine Laktoseintoleranz. Die Ernährung muss in diesem Falle umgestellt werden. Aber keine Panik, da viele Menschen keine Milchprodukte vertragen, ist eine Umstellung selten ein großes Problem. Worauf Sie dabei achten sollten, verrät der SAT.1 Ratgeber.

Gesunde Rezepte & Lebensmittel_2016_04_04_Laktoseintoleranz Ernährung_Sch...
Menschen mit Laktoseintoleranz können keine normale Milch zu sich nehmen. Doch es gibt Alternativen. © absolutimages - Fotolia

Unverträglichkeit von Milchzucker

Rund 15 Prozent der Deutschen leiden an einer Laktoseintoleranz. Das bedeutet, dass sie Laktose – sprich Milchzucker – nicht vertragen können. Sie reagieren auf Lebensmittel, die Laktose enthalten, mit Magenschmerzen und Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und/oder Krämpfen. 

Der Grund: Das Enzym Laktase, das für die Spaltung des Milchzuckers zuständig ist, ist bei ihnen kaum oder gar nicht aktiv. Daher sollte bei Laktoseintoleranz die Ernährung darauf abzielen, Lebensmittel mit Milchzucker weitestgehend zu meiden – zumindest, bis die Beschwerden abgeklungen sind. Im Anschluss muss jeder für sich selbst herausfinden, wie viel Milchzucker er verträgt.

Lebensmittel mit Laktose reduzieren und weitere Tipps

Gesunde Rezepte & Lebensmittel_2016_04_04_Laktoseintoleranz Ernährung_Bil...
Auch in vielen Backwaren verbirgt sich Laktose. Wer sicher gehen möchte, fragt beim Bäcker nach oder backt selbst. © Gina Sanders - Fotolia

Laktose, die den Betroffenen so viel Scherereien bereitet, ist in vielen Lebensmitteln enthalten. Der Milchzucker steckt nicht nur in der Milch, sondern auch in allen anderen Molkereiprodukten wie Butter, Joghurt und Quark. Viele Backwaren werden ebenfalls mit Butter oder Milch zubereitet und enthalten daher Laktose. Bei industriell gefertigten Lebensmitteln wie Süßigkeiten wiederum ist es sehr schwer die Übersicht über alle Inhaltsstoffe zu behalten. Das Etikett kann hier aber Aufschluss geben: Stehen auf der Liste Sahne, Rahm oder auch Milch- oder Molkepulver, ist definitiv Laktose enthalten. Eine Ernährungsumstellung ist also unumgänglich.

Laktoseintoleranz-Ernährung: Diese Lebensmittel sind erlaubt

Sie müssen jetzt natürlich nicht komplett Ihren Ernährungsplan umstellen und auf alle Milchprodukte, Brötchen und Co. verzichten. Es gibt inzwischen viele Milchprodukte, die extra für die Bedürfnisse von Menschen mit Laktoseintoleranz laktosefrei produziert werden. Alternativ können Sie auch bedenkenlos zu Soja- und Mandelmilch greifen.

Backwaren sind ebenfalls nicht tabu, denn nicht alle enthalten Milchprodukte. Laktosefreie Rezepte finden sich im Netz und entsprechenden Kochbüchern zur Genüge. Auch bei Getreide, Fleisch und Fisch sowie Obst und Gemüse können Sie bedenkenlos zugreifen. Allerdings ist auch hier Vorsicht angesagt, wenn Sie zu einem Fertigprodukt greifen. Da kann sich schnell Laktose mit in die Gemüsepfanne schummeln, die wieder alles auf den Kopf stellt. Lässt es sich nicht vermeiden oder ist der Appetit groß, können Tabletten aus der Apotheke die Aufnahme von laktosehaltigen Lebensmitteln erleichtern. Mit diesen führen Sie dem Körper das fehlende Enzym Laktase einfach „künstlich“ zu.

Gut zu wissen: Steht auf Verpackungen „Kann Spuren von Milch“ enthalten, ist das für die meisten mit Laktoseintoleranz und ihre Ernährung nicht von Bedeutung. Die Konzentration ist meist verschwindend gering. Für Menschen mit einer Milcheiweiß-Allergie ist dieser Hinweis jedoch wichtig.

Tipps gegen Kalziummangel

Gesunde Rezepte & Lebensmittel_2016_04_04_Laktoseintoleranz Ernährung_Bil...
Käse enthält zwar auch Laktose, aber nicht immer gleich viel. Ein Blick auf die Zutaten kann helfen. Steht hier "von Natur aus laktosefrei", können Sie bedenkenlos zugreifen. © pixabay

Achten Sie darauf, dass trotz Laktoseintoleranz Ihre Ernährung ausgewogen bleibt. Dies in erster Linie die Zufuhr von Kalzium, denn dieses steckt vor allem in Milchprodukten. Doch auch in laktosefreier Milch ist der wichtige Mineralstoff enthalten – ebenso wie in Spinat, Brokkoli und Grünkohl. Übrigens enthalten einige Käsesorten wie Butterkäse und Emmentaler nur sehr geringe Mengen an Laktose – hier drohen meist keine Bauchschmerzen. Generell gilt: Je älter der Käse, desto weniger Laktose enthält er.

Fazit: Für viele ist die Diagnose zunächst ein Schock: Laktoseintoleranz. Die Ernährung kann aber meist ohne Probleme umgestellt werden – einseitig und langweilig wird’s dadurch jedenfalls nicht. Es gibt viele laktosefreie Milchprodukte und Lebensmittel, die herkömmliche Produkte ersetzen und zudem lebenswichtiges Kalzium liefern. Auch ist nicht jeder mit der Milchzucker-Unverträglichkeit gleich empfindlich. Die Ernährung bei Laktoseintoleranz ist daher eine sehr individuelle Sache. Nur bei Fertigprodukten wie Gebäck oder Süßigkeiten ist Vorsicht geboten.

Hier geht's zum Google Plus Profil von "Tippstricks Ratgeber" Google+

Das könnte Sie auch interessieren:

Kommentare

Fan werden