Ratgeber

Autoversicherung warum sich Vergleichen lohnt!

In Deutschland sind über 44 Millionen PKW für den Straßenverkehr zugelassen. Um ein Fahrzeug zulassen zu können, muss eine Kfz-Haftpflichtversicherung nachgewiesen werden, deren Höhe sich nach dem Schadenfreiheitsrabatt, der Typ- und Regionalklasse des Fahrzeugs sowie nach individuellen Merkmalen richtet. Da die Versicherer in ihrer Beitragsgestaltung weitestgehend frei sind, gibt es auf dem Markt erhebliche Preisunterschiede. Das gilt erst recht für die freiwilligen Kfz-Zusatzversicherungen wie Teilkasko oder Vollkasko. Mit einer preisgünstigen Police können Autofahrer im Jahr hunderte Euro sparen. Deshalb sollte man regelmäßig einen Kfz-Versicherungsvergleich anstellen – wir zeigen die größten Unterschiede !

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© Pixabay

Schon bei der gesetzlich vorgeschriebenen Kfz-Haftpflichtversicherung gibt es enorme Preisdifferenzen zwischen den Angeboten der Versicherer. Die Höhe der Prämie für die Pflichtversicherung hängt von zahlreichen Faktoren ab, die von den Anbietern zum Teil unterschiedlich (für den Kunden intransparent) gewichtet werden. Neben dem Fahrzeugtyp, dem Wohnort und dem Schadenfreiheitsrabatt spielen bei der Ermittlung der Prämienhöhe auch der Beruf, das Geschlecht und das Alter des Fahrzeughalters, das Vorhandensein eines Garagenparkplatzes oder die jährliche Fahrleistung eine Rolle.

Deutlich teurer wird die Kfz-Haftpflichtversicherung, wenn das Fahrzeug von einem jungen Fahrer in der Probezeit und/oder zum Begleiteten Fahren genutzt wird. Hier kann sich der Jahresbeitrag je nach Anbieter fast verdoppeln. Auch optionale Zusatzleistungen wie beispielsweise ein Kfz-Schutzbrief, eine Zusatzversicherung für alle Insassen oder eine Mallorca-Police, die den Versicherungsschutz auf Fahrten mit dem Mietwagen im Ausland erweitert, erhöhen die Prämie ebenfalls.

Kfz-Haftpflichtversicherung mindestens einmal jährlich vergleichen

Die Kernleistungen einer Kfz-Haftpflichtversicherung sind weitestgehend identisch. Wenn man mit dem PKW einen Unfall verursacht, kommt die Haftpflicht für den Schaden des „Opfers“ auf. Dabei beschränkt sich der Leistungsumfang allerdings auf die Höhe der vertraglich festgelegten Deckungssumme, auf die im Vergleich von Versicherungen geachtet werden sollte. Übrigens gewährt die Haftpflichtversicherung sowohl dem Halter als auch dem Fahrer, dem Eigentümer und dem Arbeitgeber (bei Dienstfahrten) Schutz.

Der persönliche Schadenfreiheitsrabatt (SFK) hat die größte Auswirkung auf die Höhe der Versicherungsprämie. Wer in jahrelanger Fahrpraxis keinen Unfall verursacht hat, stellt für den Versicherungsanbieter ein deutlich geringeres Schadensrisiko dar. Wenn man weitere Jahre unfallfrei am Straßenverkehr teilnimmt, wirkt sich auch das positiv auf die Prämie aus, da der Schadenfreiheitsrabatt jährlich angepasst wird.  Die SFK-Einstufung richtet sich nach Anzahl der schadenfreien Kalenderjahre, denen Beitragssätze zugeordnet werden. Diese bewegen sich zwischen 230 Prozent in der Schadenfreiheitsklasse 0 (Fahranfänger) und 30 Prozent in der Schadenfreiheitsklasse 25 (bei 25 und mehr schadenfreien Kalenderjahren). Angesichts der Vielzahl variabler Faktoren und Tarife empfiehlt es sich, mindestens einmal jährlich einen Autoversicherung-Vergleich durchzuführen, da sich die eigenen Umstände in Bezug auf die SFK, aber auch Bedingungen beim aktuellen Versicherer selbst ändern könne.

Während es in Deutschland bei den meisten Versicherungen im Ermessen des Anbieters liegt, einen Antrag anzunehmen oder abzulehnen, ist der Versicherer die gesetzlich dazu verpflichtet, jeden Antrag auf Abschluss einer Kfz-Haftpflichtversicherung im Rahmen der Mindestdeckungssumme anzunehmen. Eine Ausnahme kann nur dann geltend gemacht werden, wenn der Antragsteller in der Vergangenheit bereits eine Police bei dem Versicherer abgeschlossen hat und für deren Auflösung verantwortlich gewesen ist (etwa durch Täuschung , Drohungen oder Zahlungsunfähigkeit). 

Die optimale Kaskoversicherung für das eigene Fahrzeug

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Im Gegensatz zur Kfz-Haftpflichtversicherung handelt es sich bei einer Kaskoversicherung (abgeleitet vom spanischen Wort „casco“ (= Schiffsrumpf)) um eine freiwillige, zusätzliche Absicherung der Schäden am eigenen Fahrzeug bei einem selbst verschuldeten Unfall oder bei unverschuldeter Gewalteinwirkung durch Dritte bzw. durch die Natur. Die Kaskoversicherung kommt (teilweise oder ganz) für die Zerstörung, Beschädigung oder den Verlust des versicherten Fahrzeugs auf.

Bei Autoversicherungen unterscheidet man zwischen der Teilkasko- und der Vollkaskoversicherung. Mit der Teilkasko versichert man sich gegen bestimmte Schäden am eigenen Fahrzeug, wie etwa durch Brand, Diebstahl oder Glasbruch. Schäden am eigenen Fahrzeug durch selbst verschuldete Unfälle sind hiervon nicht abgedeckt. Bei den meisten Versicherern gehört auch die Versicherung gegen Unwetterschäden zum Leistungsumfang der Teilkasko. Mit einer Vollkaskoversicherung versichert man sämtliche Schäden am eigenen Fahrzeug, wie auch immer diese entstanden sind. Neben Schäden durch selbst verschuldete Unfälle und Elementarschäden gehören hierzu meistens auch Schäden durch Vandalismus .

Eine Selbstbeteiligung reduziert die Prämie um 30% und mehr

Anders als bei einer Kfz-Haftpflichtversicherung gibt es bei Kaskoversicherungen die Möglichkeit, eine Selbstbeteiligung mit dem Versicherer zu vereinbaren. Liegt ein Versicherungsschaden bei 900 Euro und man hat eine Selbstbeteiligung von 300 Euro vereinbart, zahlt die Versicherung die Differenz von 600 Euro. Man erhält also im Schadensfall weniger Geld von der Versicherung, zahlt dafür aber auch eine niedrigere Prämie. Die Selbstbeteiligung für die Vollkasko- und die Teilkaskoversicherung kann unterschiedlich hoch sein. Experten empfehlen 300 Euro Selbstbehalt in der Vollkasko und 150 Euro in der Teilkasko. Man sollte in Vergleichsportalen testen, wie viel Beitragsersparnis eine höhere Selbstbeteiligung einbringt.

Die Jahresprämie der Kaskoversicherung wird anhand der Typklasse des Fahrzeugs und der Regionalklasse (Ländliche Gegenden mit wenig Verkehr sind meist günstiger) berechnet. Der Schadenfreiheitsrabatt bleibt hier unberücksichtigt. Kfz-Schäden in den letzten 24 Monaten vor Antragstellung (die meldepflichtig sind) erhöhen die Versicherungsprämie (ohne Rückstufung des Rabatts). Durch eine höhere Selbstbeteiligung kann die monatliche Prämie  um 30 Prozent und mehr reduziert werden.

Beim Vergleich der besten Kfz-Versicherungen in einem führenden Internet-Portal sollte man neben der Prämienhöhe unbedingt auch auf die Vertragsgestaltung und auf den Versicherungsumfang achten. An den Anfang gehört die Überlegung, wie viel Versicherungsschutz man überhaupt benötigt. Viele Versicherungsleistungen empfehlen sich im Grunde nur bei teuren Neufahrzeugen. Für ältere Fahrzeuge (sechs oder mehr Jahre) lohnt sich angesichts des Wertverlusts eine Vollkaskoversicherung kaum noch

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Wenn die Möglichkeit besteht, sollte beim Autokauf die Typklasse berücksichtigt werden, die erheblichen Einfluss auf die Prämienhöhe hat. Selbst im Klein- und Mittelklassesegment sind hier Einsparungen im dreistelligen Bereich möglich. Auch die Fahrleistung wirkt sich auf den Beitrag für die Kaskoversicherung aus. Je weniger Kilometer man im Jahr zurücklegt, desto günstiger die Versicherung. Fahranfänger sollten überlegen, ihr erstes Auto über die Eltern anzumelden, um nicht mit 230 Prozent in der Schadenfreiheitsklasse 0 starten zu müssen.

Wer nach einem Vergleich im Internet seine Kfz-Versicherung wechseln möchte, muss darauf achten, dass die Kündigung zum Ende der Laufzeit (traditionell mit dem Kalenderjahr) den Versicherer bis zum 30.11. erreicht! Beim Fahrzeugwechsel ist man nicht an seinen Vorversicherer gebunden. Und nach einem Schadensfall sowie bei einer Beitragserhöhung hat man ein Sonderkündigungsrecht innerhalb eines Monats.   

Abgesehen von der richtigen Versicherung - wünschen allzeit gute Fahrt!

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