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Gefahr: Internetsucht

Für viele Menschen ist das Internet untrennbar mit dem Leben verbunden. Mal einen Tag nicht online sein - unvorstellbar! Doch wie viel surfen ist eigentlich noch normal und ab wann ist es eine Sucht?

20.09.2012 10:00 | 1:45 Min | © SAT.1

Droge Internet

Einer europaweit durchgeführten Studie der Universitäten in Mainz und Athen zufolge soll etwa jeder zehnte Jugendliche in Deutschland das Internet zu intensiv nutzen - rund ein Prozent soll sogar internetsüchtig sein. Mit steigender Tendenz, denn Smartphone und Tablet-PC ermöglichen es uns mittlerweile, immer und überall Zugang zum Internet zu haben.

Von Onlinesucht sprechen Experten, wenn das Internet exzessiv bis hin zur Abhängigkeit genutzt wird. Davon betroffen sind längst nicht mehr nur überwiegend Jungen. Wie die PINTA-Studie des Bundesgesundheitsministeriums ergab, waren 2011 in der Altersgruppe der 14- bis 16-Jährigen sogar mehr Mädchen (4,9 Prozent) als Jungen (3,1 Prozent) internetsüchtig. Anders als die Jungen verbringen Mädchen jedoch weniger Zeit mit Computer- und Rollenspielen wie etwa "World of Warcraft", denn mit Chatten in sozialen Netzwerken wie Facebook und Co.  

Symptome: Bin ich internetsüchtig?

Auch wenn Internetsucht keine wirklich 'stoffgebundene' Sucht ist wie etwa Alkohol- oder Nikotinsucht, so sind die Symptome doch ähnlich.

Wichtigstes Merkmal einer Onlinesucht: Der Abhängige verlagert sein Leben immer mehr in die virtuelle Welt des Internet und verliert die Kontrolle darüber, wie viel Zeit er täglich online verbringt. Dagegen werden soziale Kontakte immer unwichtiger, Schule beziehungsweise Arbeit tritt in den Hintergrund, selbst die Körperpflege wird vernachlässigt. Hinzu treten klassische Entzugserscheinungen wie Reizbarkeit, Missstimmung, Panik oder Angst, wenn der Süchtige nicht ins Internet kann.  
Liegen mehrere dieser Symptome gleichzeitig vor, sprechen Experten von Internetsucht.

Wie etwa bei Nikotin- oder Alkoholsucht muss aber natürlich bei dem Abhängigen eine gewisse Vorschädigung beziehungsweise eine Veranlagung  zur  Internetsucht bestehen - schließlich wird auch nicht jeder, der Alkohol trinkt gleich alkoholabhängig. Oftmals ist es Einsamkeit, die die Betroffenen in die virtuelle Welt von Chatrooms und Online-Rollenspielen treibt.

Therapiemöglichkeiten bei Internetsucht

Einige Universitätskliniken und Krankenhäuser haben bereits ihr Behandlungsspektrum erweitert. Da das Phänomen Internetsucht jedoch noch relativ jung und noch nicht hinreichend erforscht ist, gibt es bislang nur wenige Einrichtungen, die spezielle Therapien anbieten. 

Eine weitere Schwierigkeit bei der Therapie besteht darin, dass eine völlige Abstinenz vom Internet kaum umzusetzen ist, da E-Mail, Facebook und Co. für viele einfach zum (beruflichen) Alltag gehören. Therapieziel kann daher nur sein, wieder einen kontrollierten Umgang mit dem Internet zu erlernen.

Wer wissen will, ob er selbst gefährdet oder sogar schon internetabhängig ist, kann das unter www.ins-netz-gehen.de testen. 

Weitere Informationen zu dem Thema Onlinesucht finden sich auch unter www.internetsucht-hilfe.de

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