Sabbatical

Sabbatical – wann kann man eine Auszeit nehmen?

Mit einem Sabbatical kann man für längere Zeit eine Auszeit aus dem Job nehmen? Aber wie funktioniert das? Und kann das jeder machen? Wir haben Infos.

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Urlaub © dpa

Sabbatjahr oder Sabbatical – was steckt dahinter?

Wer an ein Sabbatjahr denkt, der denkt in erster Linie daran, für einen längeren Zeitraum frei zu haben. Klingt ziemlich gut. Aber man kann natürlich nicht einfach sagen: „Ich nehme mir jetzt für ein Jahr frei und fange dann wieder an zu arbeiten“. Der Arbeitgeber muss natürlich auch mitspielen. Außerdem soll ja nach Möglichkeit zumindest ein Teil des Gehalts weitergezahlt werden – denn wenn man pleite ist, kann man die Auszeit nur schwer genießen. Welche Möglichkeiten es gibt, ein Sabbatical zu machen und welche Modelle dafür in Frage kommen, haben wir für euch herausgefunden.

Wer kann ein Sabbatjahr machen?

Generell kann jeder ein Sabbatical machen, es ist nicht nur für Beamte oder nur für Führungskräfte vorgesehen. Es kommt aber darauf an, in welchem Unternehmen ihr arbeitet und wie lange ihr schon dort seid. Denn ein Sabbatical ist nur dann möglich, wenn die Betriebsgröße 15 Mitarbeiter übersteigt und ihr schon mindestens sechs Monate für das Unternehmen tätig seid. Aber auch dann, wenn beides zutrifft, gibt es leider keinen gesetzlichen Anspruch. Letztendlich seid ihr von eurem Arbeitgeber abhängig, ob er eine solche Auszeit möglich macht. Denn aus betrieblichen Gründen kann er das Sabbatjahr (oder auch einzelne Monate) jederzeit ablehnen.

Wie läuft ein Sabbatjahr – die Modelle

Steht der Arbeitgeber einem Sabbatical generell positiv gegenüber, gibt es verschiedene Modelle, mit denen die Auszeit realisiert werden kann. Je nachdem, wie langfristig ihr das Sabbatical plant und wie es um eure finanziellen Mittel bestellt ist, kommen unterschiedliche Formen in Frage:

- unbezahlter Urlaub: Wer ausreichend Geld gespart hat oder sehr genügsam ist, kann unbezahlten Urlaub nehmen. Rechnet dann aber am besten vorher genau durch, wie lange ihr euch das leisten könnt. Reicht das Geld für ein ganzes Jahr? Und ist es das wert? Oder macht es vielleicht mehr Sinn, das Sabbatical nur für ein paar Monate zu nehmen? Denkt auch daran, dass ihr euch dann freiwillig krankenversichern müsst.

- Teilzeit-Modelle: Manche Betriebe bieten verschiedene Teilzeit-Modelle an. Hier arbeitet ihr z. B. über drei Jahre lang 40 Stunden pro Woche, lasst euch aber nur 30 Wochenstunden ausbezahlen. So spart ihr über diese Zeit ein ganzes Jahr Auszeit an – und bekommt weiterhin Gehalt. Für Beamte gibt es in Deutschland noch weitere Teilzeit-Modelle für das Sabbatjahr. Der Nachteil bei diesem Modell ist, dass ihr mit der Planung des Sabbatical schon sehr weit im Voraus beginnen müsst.

Woher kommt die Idee vom Sabbatjahr?

Die Idee für das Sabbatical, wie wir es hierzulande kennen, stammt aus den USA. Der Ursprung ist aber ein ganz anderer: In der Bibel fordert Gott die Menschen auf, sechs Jahre lang die Weinberge zu bestellen, aber im siebten Jahr zu pausieren und den Sabbat zu feiern. Der Begriff Sabbat hat zwei mögliche Ursprünge: Er könnte vom hebräischen Begriff šabat abstammen und soviel wie „innehalten“ bedeuten, aber auch die Herkunft über den Begriff šeba („sieben“) ist möglich. Da es vor allem bei Beamten verbreitet ist, im siebten Sabbat-Teilzeitjahr frei zu nehmen, passen ja beide Ursprünge zu unserer Sabbat-Definition.

Warum sollte man sich eine Auszeit vom Berufsleben gönnen?

Es gibt viele Gründe, warum ein Sabbatical lohnenswert ist. Denn die freie Zeit kann man wirklich so nutzen, wie man will. Vor allem in Familien sollte aber genau besprochen werden, wer wann und warum eine Auszeit nimmt – und wofür. Hier ein bisschen Inspiration, wann ein Sabbatjahr oder ein paar Sabbatmonate Sinn machen können:

- große Reisen

- große, beruflich bedingte Erschöpfung

- große, privat bedingte Erschöpfung

- Erweiterung der Elternzeit

- Pflege von Angehörigen

- Weiterbildung, Horizonterweiterung, Sprachkurse

- Hausbau

- Zu-sich-selbst-Finden

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