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Mit Falschgeld bezahlt: Strafe?

Falschgeld im Portemonnaie! Wer unwissentlich mit Blüten bezahlt, wird dafür zur Rechenschaft gezogen – oder nicht? Und: Müssen Kassierer zerrissene Geldscheine annehmen? Richter Alexander Hold geht Geld-Mythen auf den Grund!

03.09.2012 10:00 | 3:43 Min | © SAT.1

Versehentlich mit Falschgeld bezahlt: Straftat oder nicht?

Wer kennt diese alte Weisheit nicht: „Unwissenheit schützte vor Strafe nicht!“ Entsprechend müsste jemand, der aus Versehen mit Falschgeld bezahlt hat, doch eigentlich zur Rechenschaft gezogen werden können. Klingt logisch, ist in diesem Fall aber nicht so. Um wegen einer vorsätzlichen Straftat verurteilt werden zu können, muss der Täter laut deutschem Recht alle strafrelevanten Umstände kennen. Bezahlt er unwissend mit Falschgeld, handelt er also höchsten fahrlässig – und das ist in diesem Fall nicht strafbar. Pech hat der Kunde allerdings, was den Gegenwert seiner Blüten angeht. Da das Falschgeld eingezogen wird, ist auch der Geldwert verloren. Ersatz kann man nur von der Person fordern, die einem die Blüten untergejubelt hat und das auch nur dann, wenn man es ihr nachweisen kann.

Vom Falschgeld zum beschädigten Geldschein: Ist er gültig?

Die meisten haben wohl schon einmal einen bemalten oder zerrissenen Geldschein in Händen gehalten. Darf man mit diesen Scheinen noch bezahlen? Ist der Kassierer verpflichtet, sie anzunehmen? Nein. Auch wenn viele Geschäfte beschädigtes Geld akzeptieren, annehmen müssen sie es nicht. Ein Problem stellt dieser Umstand für den Besitzer des Geldscheins allerdings nicht dar: Er kann das beschädigte Zahlungsmittel einfach bei seiner Hausbank umtauschen. Einzige Voraussetzung: Er muss noch über mehr als die Hälfte des Scheins verfügen. Nur so kann sichergestellt werden, dass man nicht versucht mehrere Einzelteile nur eines Scheins umzutauschen. Doch was tun, wenn ein Schein zum Beispiel im Aktenvernichter gelandet ist? Lässt sich nicht eindeutig klären, ob die Schnipsel mehr als die Hälfte des Scheins ergeben, muss der Besitzer eine der 47 Bundesbank-Filialen aufsuchen. Hier wird der Schein wie ein Puzzle zusammengesetzt und dann – wenn die Voraussetzung erfüllt ist – ersetzt. 

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