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Raumgestaltung in der Mietwohnung

Geschmäcker sind bekanntlich unterschiedlich, aber kann das in der Mietwohnung zu Problemen führen? Ist es etwa erlaubt, in grellen Farben zu streichen? Und darf sich ein Mieter Werbung in die Fenster hängen? Wir klären, ob man bei der Raumgestaltung freie Hand hat.

30.04.2012 09:00 | 3:19 Min | © SAT.1

Raumgestaltung: Darf man in jeder Farbe streichen?

Nicht nur durch Möbel, Bilder und Dekorationsgegenstände bekommen die eigenen vier Wände einen persönlichen Touch, insbesondere Farbe verleiht der Raumgestaltung das gewisse Etwas. Doch muss der Vermieter dafür eigentlich um Erlaubnis gefragt werden? Schließlich gehört die Wohnung ihm. Nein, sagt Richter Alexander Hold. Denn während der Mietzeit kann der Mieter ganz alleine und nach seinem persönlichen Geschmack entscheiden, wie er seine Raumgestaltung umsetzen will. Das gilt natürlich nur, solange die Wände durch die Farbe nicht ruiniert werden.

Raumgestaltung: Schönheitsreparaturen nach dem Auszug

Sogar beim Auszug muss nicht zwangsläufig gestrichen werden. Das ist nur der Fall, wenn dies ausdrücklich im Mietvertrag festgehalten wurde. Andernfalls sind die Schönheitsreparaturen Aufgabe des Vermieters. Ist die Klausel vorhanden, kann der Vermieter trotzdem nicht verlangen, dass die Wohnung in Reinweiß hinterlassen wird. Auch hier gilt also: Mieter haben in der Raumgestaltung freie Hand, andernfalls würden sie unnötig benachteiligt, weil sie sich schon während der Mietzeit gehemmt fühlen könnten, eine bunte Raumgestaltung zu verfolgen. Dabei gilt: Grelle Farben muss der Vermieter nach der Wohnungsrückgabe nicht hinnehmen, leicht getönte aber wohl.

Raumgestaltung: Darf man sich Werbung in die Fenster hängen?

Und wie sieht es mit Werbung in den Fenstern aus? Stößt die freie Raumgestaltung dort an ihre Grenzen? Laut Richter Alexander Hold sind Werbebanner nicht durch das Recht auf freie Meinungsäußerung geschützt. Zudem werden die Fenster einer Mietwohnung in der Regel nicht für solche Werbezwecke vermietet. Daher genügt die bloße optische Beeinträchtigung, damit der Vermieter das Anbringen von Werbung in den Fenstern verbieten kann. Solche sichtbaren Werbebotschaften lassen sich also nur schwer in die eigene Raumgestaltung integrieren. Etwas anders sieht es da bei Wahlplakaten aus. Hier lässt sich mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung argumentieren. Aber Vorsicht: Wenn der soziale Frieden in der Hausgemeinschaft durch die politische Botschaft gestört werden könnte, berechtigen weder das Recht auf freie Meinungsäußerung noch die Unverletzlichkeit der Wohnung dazu, die eigene politische Meinung von der Wohnung aus zu bekunden - auch hier stößt die freie Raumgestaltung also an ihre Grenzen.

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