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Selbstanzeige bei Steuerhinterziehung: Rasanter Anstieg

Selbstanzeige bei Steuerhinterziehung ist kein Einzelfall mehr. Zumindest hier scheint Uli Hoeneß noch Vorbildfunktion zu besitzen: Im ersten Quartal 2014 stieg die Zahl der Selbstanzeigen deutlich.

11.03.2014 22:15 | 9:19 Min | © Sat.1

Selbstanzeigen: Anzahl verdreifacht

Vielleicht sind einige der Steuersünder durch den Fall Hoeneß zum Handeln animiert worden - immerhin wurde der ehemalige FC Bayern-Funktionär zu einer dreieinhalbjährigen Strafe wegen Steuerhinterziehung ohne Bewährung verurteilt. Fest steht, dass sich in den ersten drei Monaten dieses Jahres dreimal so viele Menschen wegen Steuerhinterziehung selbst angezeigt haben wie im ersten Quartal 2013 – die Zahl beläuft sich auf gut 13.000. Die meisten Selbstanzeigen gab es in Baden-Württemberg (2.669), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (2.656) und Bayern (2.030). Zu diesen Ergebnissen kam eine Umfrage der „Süddeutschen Zeitungen“ in den Landes-Finanzministerien.

Mehrere Gründe für eine Selbstanzeige

Doch welche Gründe haben Betroffene abseits vom Fall Hoeneß für eine Selbstanzeige bei Steuerhinterziehung? Zunächst ist die Angst vor einer Strafe auch aufgrund des Drucks der Schweizer Banken gestiegen: Im Rahmen der sogenannten Weißgeld-Strategie fordern die Geldinstitute Kunden dazu auf, sich bis zum Jahresende steuerehrlich zu machen. Aber auch die Verschärfung der Regelungen zur Selbstanzeige, die ab kommendem Jahr greift, dürften Steuerhinterzieher zum Handeln bewegen.

Selbstanzeige bei Steuerhinterziehung: Wie funktioniert das?

Steuersünder, die sich rechtzeitig selbst anzeigen, können noch ohne Strafe davonkommen. Doch wie können sie eigentlich reinen Tisch machen? Voraussetzung für Straffreiheit dank Selbstanzeige ist, dass die Steuerhinterziehung noch nicht entdeckt worden ist und auch nicht kurz vor der Entdeckung steht – etwa durch eine anstehende Steuerprüfung. Nachdem die Selbstanzeige bei der zuständigen Finanzbehörde erstattet worden ist, müssen alle fehlenden Steuerunterlagen sofort eingereicht werden. Je nach Schwere des Vergehens besteht eine Verjährungsfrist der Steuerschuld zwischen fünf und zehn Jahren. Das Finanzamt prüft anschließend alle Unterlagen und setzt eine Frist, innerhalb welcher die hinterzogenen Steuern inklusive Hinterziehungszins (0,5 Prozent) und fünfprozentigem Strafzuschlag (bei Hinterziehung über 50.000 Euro) zurückgezahlt werden müssen.

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