Ratgeber

Besser shoppen mit dem Smartphone

Laut einer aktuellen Studie ist das Smartphone der Einkaufsbegleiter Nummer eins, wenn es darum geht, Produkte aus dem stationären Handel mit Angeboten aus dem World Wide Web zu vergleichen. Allerdings hat das mobile Telefon noch weitere Vorteile - Stationäre Einzelhändler haben unterdessen mit Umsatzeinbußen zu kämpfen.

Junger Mann mit Smartphone in der Hand freut sich, während er sitzt.
© Dean Drobot – 296457545 / Shutterstock.com

Was wäre das Leben ohne das Smartphone ? Für viele ist der Gang aus dem Haus ohne den mobilen Alleskönner kaum vorstellbar. Was früher vordergründig der Kommunikation diente, hat heutzutage ganz andere Vorteile. Denn mit dem smarten Telefon bleibt man nicht nur permanent erreichbar, sondern kann auch das World Wide Web von unterwegs aus besuchen. Als besonders nützlich hat sich das Smartphone heutzutage auch für das Shoppen herausgestellt. Mittlerweile stehen den Usern viele Vergleichsseiten zur Verfügung, mit denen sich durchaus der eine oder andere Euro sparen lässt.

Preisvergleichsportale schießen sprichwörtlich aus dem Boden und füttern Sparfüchse mit wichtigen Preisinformationen zu den Produkten. Ein Besuch auf Preisvergleichsportalen wie Billiger.de, Idealo.de oder Preis.de zeigt den Interessenten in sekundenschnelle, ob ein Angebot in der Ladenzeile tatsächlich als lukrative Offerte bezeichnet werden kann oder nicht.

„Konsumenten haben die Vorteile von Preisvergleichsseiten unlängst erkannt und greifen daher immer öfter zum Smartphone, wenn es darum geht, den günstigsten Preis zu finden. Dieser Trend bestätigt sich nicht nur für immaterielle Güter, sondern auch für Konsum- oder Gebrauchsgüter“, so ein Experte des Vergleichsportals www.qomparo.de .

Dieses Vorgehen kann sich für echte Sparfüchse buchstäblich bezahlt machen. Denn mithilfe dieser Seiten ist es sehr wahrscheinlich, den günstigsten Preis zu finden. Die Vorteile scheinen unbegrenzt, während sich der stationäre Einzelhandel beklagt, gegenüber dem Online-Handel kaum noch konkurrenzfähig zu sein. Die Angst, dass ein Aussterben der traditionellen Fußgängerzonen und Shopping-Meilen droht, ist allerdings unbegründet.

GfK-Studie bestätigt: Smartphones sind beim Shoppen ein steter Begleiter

Laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) wird das Smartphone weltweit von circa 40 Prozent aller Menschen im Geschäft genutzt, um Preise zu vergleichen. Dies ist dabei überaus einfach, denn spezielle Apps machen es möglich, sogenannte QR-Codes einzuscannen und so einen Preisvergleich zu starten. Alternativ können einzelne Produkte auch per Texteingabe gesucht werden – in beiden Fällen kann das gefundene Produkt natürlich auch sofort geordert werden.

Was für Konsumenten sehr lukrativ erscheint, ist für die stationären Händler unterdessen weniger erfreulich, da durch dieses Vorgehen wichtige Umsätze ausbleiben. „Showrooming“ nennt sich das Stöbern im Laden und anschließende Einkaufen im Netz. Kunden nutzen die individuelle Beratung vor Ort, um sich über bestimmte Produkte zu informieren, besuchen aber danach eine Internetseite, um den Artikel günstiger zu kaufen.

Stationäre Händler bezeichnen dieses Vorgehen als „Beratungsdiebstahl“, wissen derzeit aber keine Lösung, um dieses Phänomen einzudämmen. Laut einer Studie aus dem Jahr 2013, die vom Beratungsunternehmen Roland Berger veröffentlich wurde, seien dem stationären Handel zum damaligen Zeitpunkt circa sechs Milliarden Euro an Umsatz durch Showrooming entgangen.

Händler müssen stationären Mehrwert schaffen

In einem Interview mit www.buchreport.de äußerte sich Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Institut für Handelsforschung in Köln, zu diesem Thema und zeigte Möglichkeiten auf, wie der lokale Handel dem derzeitigen Einkaufstrend und Kaufverhalten vieler Konsumenten erfolgreich begegnen könne.

Laut dem Fachmann ist es insbesondere der Bereich Consumer Electronics, der mit dem Phänomen Beratungsdiebstahl zu kämpfen habe. Keinesfalls seien alle Branchen betroffen. Dass Beratungsdiebstahl gerade bei elektronischen Geräten häufiger anzutreffen sei, hänge damit zusammen, dass derartige Produkte beratungsintensiver und die Preisunterschiede gleicher Artikel sowohl im stationären Handel wie auch online enorm seien.

Bei anderen Produkten sei Beratungsdiebstahl allerdings nicht gang und gäbe, beispielsweise im Buchhandel. Hier würde sich der Bestellvorgang über das Internet sogar negativ für Kunden auswirken. Denn große Preisunterschiede seien bei Büchern in der Regel kaum auszumachen. Wird der Kauf beim lokalen Händler getätigt, dann könne das Buch direkt erworben und mit nach Hause genommen werden. Wer über das Internet bestellt, hat zwangsläufig mehr oder weniger lange Wartezeiten zu erdulden und ein kurzer Blick ins Buch ist ebenfalls nicht möglich.

Ohnehin sei derzeit ein Rückgang in der Häufigkeit des Beratungsdiebstahls zu verzeichnen. Denn weil die großen Online-Händler wie Amazon oder Zalando zumeist eine unkomplizierte Warenrückgabe ermöglichen, würden die meisten Konsumenten mittlerweile direkt online bestellen, ohne sich im Geschäft über ein Produkt zu informieren. Dem einzelnen Händler bringt dies logischerweise wenig – jedoch wird so auch keine Zeit mit vermeintlichen Kunden verschwendet.

Um wieder mehr potentielle Kunden trotz höherer Preise für einen Kauf im Geschäft zu begeistern, müsse ein stationärer Mehrwert geschaffen werden. Insbesondere die persönliche Beratung und Betreuung sowie Service-Leistungen seien während des Einkaufens wichtig. So können Einzelhändler beispielsweise einen Geschenkverpackdienst, technische Hilfe bei Elektroprodukten oder eine Änderungsschneiderei vor Ort anbieten – beim Onlinehandel sind solche Service-Leistungen nur begrenzt möglich.

Smartphones bieten noch weiteren Nutzen beim Shoppen

Die GfK-Studie befragte mehr als 25.000 Mobiltelefonnutzer ab einem Alter von 15 Jahren aus insgesamt 23 Ländern. Hier stellte sich heraus, dass es durchaus nationale Unterschiede gibt, was die Nutzung von Preisvergleichsportalen mit dem Smartphone anbelangt.

Deutsche Shopper gelten zwar als preisbewusst, gegenüber Asiaten und Türken nutzen sie Preisvergleichsseiten aber deutlich weniger häufig. Knapp 60 Prozent aller Südkoreaner, 54 Prozent aller Chinesen und 53 Prozent der Türken greifen regelmäßig zum Smartphone während des Einkaufens.

Allerdings werden nicht ausschließlich Preise verglichen. 40 Prozent der Befragten gaben an, das Smartphone auch zu nutzen, um Freunde und nahe Verwandte beim Einkauf um Rat zu fragen. 36 Prozent machen sogar Fotos von unterschiedlichen Produkten, um sie an Bekannte zu senden.

Die Studie stellte indes ebenfalls klar, dass Smartphones auch genutzt werden, um sich online über Produkte zu informieren, die dann aber im lokalen Geschäft gekauft werden. Der vorab aufgezeigte Weg führt demnach auch in die andere Richtung. Zwar spielt der Preis beim Einkaufen eine übergeordnete Rolle, auf das traditionelle Shopping-Erlebnis in der Stadt mit Freunden und der Familie wollen viele aber auch weiterhin nicht verzichten. Sparen ist eben nicht alles.

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