Angst, Stress, Koffein: Wann ist Herzrasen harmlos – und wann nicht?

Manchmal fängt das Herz plötzlich wie wild zu rasen an und scheint beinahe aus der Brust zu springen. In dieser Situation bekommen es viele mit der Angst zu tun, schließlich könnten die Symptome lebensgefährlich sein und einen Herzinfarkt ankündigen. Dabei ist Herzrasen oftmals ganz harmlos …

Herz-Arzt
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Tachykardie: So äußert sich Herzrasen

Jeder Mensch verspürt irgendwann mal starkes Herzklopfen. Aus Nervosität beim ersten Date, in einer Gefahrensituation im Straßenverkehr oder aus Angst nach einem Albtraum in der Nacht – das beschleunigte Schlagen des Herzens ist eine natürliche und in der Regel vollkommen ungefährliche Reaktion des Körpers bei Aufregung und Stress. Der Puls ist dabei im Brustkorb und bis zur Halsschlagader spürbar.

Herzklopfen ist eine Art Herzrhythmusstörung. Bei diesen Störungen schlägt das Herz nicht regelmäßig. Es pulsiert entweder zu langsam, hat Aussetzer oder schlägt zu schnell. Diese Symptome können unabhängig von körperlicher Belastung wie Sport auch in der Nacht auftreten. Neben dem bekannten Herzklopfen unterscheidet man zusätzlich noch Herzdrücken, Herzstolpern und Herzrasen. Letzteres wird im Fachjargon als Tachykardie bezeichnet. Beim Herzrasen steigt der Puls unmittelbar auf über 100 Schläge pro Minute an. Es kann begleitet werden durch:

  • Angst
  • Atemnot (Kurzatmigkeit)
  • Bewusstseinsstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit
  • Brustenge
  • Kopfschmerzen
  • eingeschränkte körperlicher Leistungsfähigkeit
  • Schweißausbrüche
  • Schwindel und Übelkeit

Harmlos oder nicht? Wodurch Herzrasen ausgelöst wird

Verzweifelter-Mann
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Alltägliche Gefühle wie Streit, Überraschung, Stresssituationen oder Angst können Herzrasen auslösen. Das ist in den meisten Fällen gesundheitlich unbedenklich. Auch die Einnahme von Medikamenten beispielsweise mit Schilddrüsenhormonen und der übermäßige Konsum von koffeinhaltigem Kaffee, Energydrinks, Tabak oder Alkohol kann Herzrasen begünstigen. Diese Form von Herzrasen ist gewöhnlich harmlos und sollte spätestens innerhalb eines Tages wieder vollständig verschwunden sein. Ist das nicht der Fall, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Im Zweifelsfall kann dann ein Facharzt mittels EKG oder Ultraschalluntersuchungen am Organ eine korrekte Diagnose stellen.

Auf der anderen Seite können psychische Angststörungen, Bluthochdruck, Diabetes, starke Schilddrüsenüberfunktion und chronischer Stress zu gefährlichem Herzrasen führen. Wenn hinter Herzrasen ein krankes Herz steckt, sind die Pulsstörungen nämlich überhaupt nicht mehr harmlos! Die Belastung durch Herzrhythmusstörungen wird – vor allem bei älteren Patienten – für den Organismus und das Herz irgendwann zu groß, was unter anderem zu einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis), der koronaren Herzkrankheit (Verkalkung der Herzkranzgefäße), einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz), einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt führen kann.

Herzinfarkt erkennen und sofort handeln!

Ein Herzinfarkt ist lebensgefährlich und macht sich durch einen plötzlich auftretenden, starken und in den Oberkörper ausstrahlenden Schmerz bemerkbar. Angstzustände, Übelkeit, Schwäche, kaltschweißige Haut und ein niedriger Blutdruck sind typische Symptome. Besteht Verdacht auf einen Herzinfarkt, sollte man nicht in Panik geraten, aber umgehend einen Notarzt alarmieren – es zählt sprichwörtlich jede Sekunde!

Rauchen, Bluthochdruck, Bewegungsmangel, Diabetes und chronischer Stress erhöhen das Risiko für einen Herzinfarkt. Die Arterien verengen sich oder werden durch ein Blutgerinnsel verstopft. Dadurch werden Herz und Gehirn unzureichend mit Sauerstoff sowie wichtigen Nährstoffen versorgt. Eine Unterversorgung des Herzmuskels kann auch zu einer chronischen Herzschwäche führen oder eine bestehende Herzschwäche weiter negativ beeinflussen. Die häufigsten Ursachen für chronische Herzinsuffizienz sind Bluthochdruck, die koronare Herzkrankheit und ein vorausgegangener Herzinfarkt. Patienten, die unter chronischer Herzschwäche leiden (in Deutschland knapp zwei Millionen Menschen), werden in der Regel mit ACE-Hemmern behandelt. Helfen diese nicht weiter, können Medikamente mit der Wirkstoffkombination Sacubitril/Valsartan die Symptome lindern.

Herzinfarkt oder Broken-Heart-Syndrom?

Die Symptome des Broken-Heart-Syndroms, auch Stress-Kardiomyopathie genannt, gleichen einem Herzinfarkt und können nach schweren Schicksalsschlägen auftreten. Daraufhin werden vermehrt Stresshormone wie Adrenalin ausgeschüttet, der Herzmuskel verkrampft sich und ein stechender Schmerz in der Brust macht sich breit. Betroffene sollten unbedingt von einem Arzt untersucht werden. Dieser kann mit Beruhigungsmitteln und kreislaufstabilisierenden Maßnahmen weiterhelfen.

Stress vermeiden, gesund leben – Herzgesundheit herstellen

Psychische Probleme wie Stress können die körperliche Gesundheit beeinflussen, das ist bekannt. Neu ist die Erkenntnis, dass seelische Erkrankungen wie eine Depression auch ein Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen sind. Zu diesem Ergebnis kam kürzlich eine repräsentative Studie des Helmholtz Zentrums München, der TU München und des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK).

Die Schlussfolgerung: Depression können Herzkrankheiten wie die koronare Herzkrankheit und Herzinsuffizienz begünstigen. Die damit einhergehenden Symptome wirken sich wiederum auf die Psyche aus, da wesentlich mehr Stresshormone ausgeschüttet werden, die die Arterien verstopfen können.

Die beste Gesundheitsvorsorge ist ein gesunder Lebensstil mit so wenig Stress wie möglich – und einer ausgewogenen, gesunden Ernährung , täglicher Bewegung, Nikotinverzicht und maßvollem Alkoholkonsum. Entspannungs- und Atemtechniken, wie sie bei Yoga angewendet werden, können sich zudem positiv auf die Herzgesundheit auswirken und den Herzschlag wieder regulieren, sollte es zu Herzrasen kommen.

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