Ratgeber

Playlist

Ratgeber

Olivenöl-Test: Stiftung Warentest vergleicht

Köstliches Olivenöl gehört für die meisten Menschen zu einem guten Essen einfach dazu. Der Olivenöl-Test, den Stiftung Warentest jetzt durchgeführt hat, zeigt jedoch, dass es große Qualitätsunterschiede gibt. Überraschend: Die Hälfte der untersuchten Olivenöle ist mangelhaft.

28.01.2016 10:00 | 1:28 Min |

Stiftung Warentest testet natives Olivenöl

Stiftung Warentest untersuchte im Olivenöl-Test 26 Olivenöle, die das Prädikat „nativ extra“ tragen. Von diesen sollen – zumindest nach Deklaration – zehn Öle aus Italien, sechs aus Spanien und zwei aus Portugal stammen. Und schließlich acht Mal ist griechisches Olivenöl im Rennen. Bei den untersuchten Ölen waren auch sechs Bio-Öle enthalten.

Olivenöl gehört für viele Menschen zu einer gesunden Ernährung dazu. Das lass...
Olivenöl gehört für viele Menschen zu einer gesunden Ernährung dazu. Das lassen sich manche auch einiges kosten. © Pixabay

Im Olivenöl-Test begutachtete Stiftung Warentest die Öle zunächst sensorisch. Das bedeutet, dass ein Expertenteam die Geschmacksprobe machte. Auch die Ausgewogenheit spielte für die Tester dabei eine Rolle. Als weiteres Kriterium wurde die chemische Qualität der Öle im Labor untersucht. Schließlich ist auch die Schadstoffbelastung und die Deklaration von Interesse.

Gutes Olivenöl besticht durch Geschmack

Nicht jedes Olivenöl darf sich mit dem Prädikat „nativ extra“ schmücken. Dafür muss frisches Olivenöl von höchster Qualität mit einem kräftig fruchtigen Geschmack überzeugen, der die Geschmacksnoten bitter und scharf enthalten darf. Doch nur vier der getesteten Öle erhielten ein sehr gut beim Geschmack. Sieben der weiteren Öle im Olivenöl-Test wurde ein modriger Geschmack attestiert, der meist durch Hefe oder Schimmelpilze hervorgerufen wird. Auch die Adjektive stichig und ranzig fielen bei den Testern. Bei Preisen von bis zu 40 Euro pro Liter darf der Verbraucher eigentlich etwas anderes erwarten.

Abweichende Herkunft bei fünf Ölen

Olivenöl aus Italien ist besonders beliebt bei den Verbrauchern. Doch nicht i...
Olivenöl aus Italien ist besonders beliebt bei den Verbrauchern. Doch nicht immer stammt das Öl wirklich aus dem Land, das auf dem Etikett steht. © Deyan Georgiev - Fotolia

Überraschend für den Verbraucher wird sein, dass dort wo „Olivenöl aus Italien“ draufsteht, nicht zwingend italienisches Olivenöl drin ist. Der Hersteller muss zwar eine Herkunftsangabe auf dem Etikett ausweisen, diese wird jedoch nicht im Labor geprüft. Stiftung Warentest hat natürlich auch auf diesen Aspekt ein Augenmerk gerichtet. Dabei konnten jedoch nur Öle untersucht werden, die konkret einem Herkunftland zugeordnet waren.

Bei fünf Olivenölen, von denen vier vermeintlich aus Italien und eines aus Spanien stammen sollten, konnte das Herkunftsland im Olivenöl-Test von Stiftung Warentest nicht verifiziert werden. Die Diskrepanz war so groß, dass diese Olivenöle unabhängig von ihren anderen Qualitäten als mangelhaft bewertet werden mussten. Denn hier liegt klar eine Täuschung des Verbrauchers vor.

Olivenöl-Test: Belastung mit Mineralöl

Im Verarbeitungsprozess der Oliven vom Anbau bis zum Abfüllen kann es immer wieder zu einer Schadstoffbelastung kommen, die sich auch im fertigen Produkt bemerkbar macht. Die Prüfung auf Schadstoffe hat ergeben, dass fünf der Produkte im Olivenöl-Test mit Mineralölen belastet waren. Auch hier war das Urteil mangelhaft unumgänglich. Doch auch andere Schadstoffe wie Weichmacher und Pestizide ließen sich in anderen Ölen der Testreihe nachweisen. Nach Angaben der verantwortlichen Projektleiterin besteht beim Konsum dieser Produkte zumindest keine Gesundheitsgefahr.

Auch die Kennzeichnung muss stimmen

Vom Anbau bis zur Ernte und Weiterverarbeitung können Oliven mit Schadstoffen...
Vom Anbau bis zur Ernte und Weiterverarbeitung können Oliven mit Schadstoffen belastet werden. Das zeigt sich im Olivenöl-Test von Stiftung Warentest. © MaZvone - Fotolia

Doch die Tester befassten sich nicht nur mit den Inhalten beim Olivenöl-Test. Auch die Etikettierung wird unter die Lupe genommen. Diese muss bestimmten Richtlinien folgen. Abgesehen von der Herkunftsangabe, die ja leider bei den untersuchten Olivenölen nicht immer richtig war, müssen im Hauptsichtfeld zwei weitere Angaben stimmen: „natives Olivenöl extra“ und „erste Güteklasse - direkt aus Oliven ausschließ­lich mit mechanischen Verfahren gewonnen“ muss sichtbar und in deutscher Sprache auf dem Hauptetikett stehen. Auch der Hinweis auf eine dunkle, kühle Lagerung ist obligatorisch. Komplett korrekt hat keiner der Anbieter sein Produkt gekennzeichnet.

Stiftung Warentest vergibt nur ein „gut“

Den durchwachsenen Ergebnissen entsprechend fällt das Urteil von Stiftung Warentest aus. Nur ein Olivenöl kann die Bewertung „gut“ erzielen. Das „O-Med Picual Extra virgin olive oil“ ist der Testsieger und besticht durch einen sehr guten Geschmack. Verbesserungen sind jedoch auch hier bei der Schadstoffbelastung und Kennzeichnung möglich. Mit 40 Euro pro Liter befindet es sich im obersten Preissegment.

Doch auch der große Verlierer des Tests gehört zu den teuren Olivenölen: Das Bioolivenöl „Agrestis Nettar Ibleo Organic & DOP Olio Extravergine di Oliva“ bekommt die Note 5,4. Trotz eines ausgezeichneten Geschmacks ist die Schadstoffbelastung und Deklaration mangelhaft. Damit ist das Öl nicht allein: Die Hälfte aller untersuchten Öle hat von Stiftung Warentest ein mangelhaft erhalten. Drei ausreichend und neun befriedigend stärken zumindest die Produkte im Mittelfeld.

Fazit: Es ist ernüchternd: Mit Olivenöl nativ extra will sich der Verbraucher besonders gutes Olivenöl kaufen und zahlt dafür auch schon mal ein stolzes Sümmchen. Doch der Olivenöl-Test von Stiftung Warentest macht deutlich, dass Sie sich in den wenigsten Fällen auf die Qualität der Produkte verlassen können. Von Schadstoffbelastung bis zum Herkunftsschwindel ist leider mit allem zu rechnen. Dass sowohl das beste als auch das schlechteste Öl im Test zum gehobenen Preissegment gehört, zeigt, dass der Preis bei der Wahl eines guten Olivenöls nur eine untergeordnete Rolle spielt. 

Stiftung-Warentest-Logo_100x150

Die ausführlichen Ergebnisse zum Test sehen Sie  hier .

Weitere Tests von Stiftung Warentest finden Sie auf  www.test.de

Hier geht's zum Google Plus Profil von "Tippstricks Ratgeber" Google+

Das könnte Sie auch interessieren:

Kommentare

Fan werden