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Grippe-Impfung: Was dafür und was dagegen spricht

Werden die Tage kühler, steigt auch die Gefahr einer Influenza-Erkrankung. Viele Ärzte empfehlen daher eine rechtzeitige Grippe-Impfung. Doch sollte sich wirklich jeder impfen lassen? Für wen die Vorsichtsmaßnahme tatsächlich sinnvoll ist, erfahren Sie hier, im SAT.1 Ratgeber.

10.10.2016 17:30 | 1:00 Min | © Glutamat

Was ist Grippe genau?

Um das schon einmal vorwegzunehmen: Eine Grippe-Impfung hilft nur gegen die "echte  Grippe ", nicht gegen grippale Infekte, denn dabei handelt es sich um Erkältungen, deren Verursacher andere Erreger sind. Die "echte Grippe " hingegen ist eine Atemwegserkrankung – ausgelöst durch den Influenzavirus. Vor allem im Winter, in den Monaten Dezember bis März, geht dieser um. Warum das so ist, ist nicht ganz klar. Experten gehen aber davon aus, dass sich die Erreger besonders bei niedrigen Temperaturen gut verbreiten. Außerdem halten sich die meisten Menschen im Winter bevorzugt in Räumen auf und haben engeren Kontakt zueinander.

Hat Sie die Grippewelle erst einmal erwischt, hilft nur noch Auskurieren.
Hat Sie die Grippewelle erst einmal erwischt, hilft nur noch Auskurieren. © dpa

Für wen ist eine Grippe-Impfung sinnvoll?

Eine Grippe kann tödlich enden – Experten empfehlen Risikogruppen daher, sich gegen die Krankheit  impfen zu lassen, um das eigene Immunsystem dazu anzuregen, Antikörper gegen die Viren zu bilden. Doch wer ist besonders gefährdet? Menschen ab 60 Jahren haben ein erhöhtes Risiko, sich in den Wintermonaten etwas wegzuholen. Auch Bewohner von Pflegeheimen und Schwangere sollten, so die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut, über eine Schutzimpfung nachdenken, denn auch ihr Immunsystem ist geschwächt und daher besonders anfällig für Influenzaviren.

Vor allem für ältere Menschen ist eine Grippe-Impfung sinnvoll.
Vor allem für ältere Menschen ist eine Grippe-Impfung sinnvoll. © dpa

Zur Risikogruppe gehören zudem Menschen, die unter chronischen Krankheiten wie Diabetes und Asthma leiden, die eine Immunschwäche oder ein Herzleiden haben, sowie Kinder und Jugendliche. Sinnvoll ist eine Grippe-Impfung auch für all jene, die beruflich mit vielen Menschen zu tun haben, zum Beispiel im Krankenhaus, Altersheim oder Kindergarten arbeiten.

Zusammensetzung des Impfstoffes

Viele Menschen haben Angst, sich durch eine Grippe-Impfung erst recht anfällig für die Erreger zu machen. Grund dafür ist die Annahme, der Impfstoff enthalte lebende Viren in abgeschwächter Form. Das stimmt – allerdings wird dies nur bei Kindern zwischen zwei und sechs Jahren so gemacht, um den Impfschutz zu erhöhen. Einzige Gefahr hierbei: Die abgeschwächten Erreger können sich auf Menschen mit einem schwachen Immunsystem übertragen. Vorsichtshalber sollte in diesem Fall der Kontakt zwischen entsprechend geimpften Kindern und immunschwachen Personen vermieden werden. Bei allen anderen zur Risikogruppe Gehörigen enthält der Impfstoff tote Virusbestandteile verschiedener Virus-Untergruppen. Hier besteht keine Gefahr, durch eine Grippe-Impfung erst recht zu erkranken.

Wann Sie sich impfen lassen sollten

Bei einer Schutzimpfung kommt es nicht nur darauf an, DASS Sie es machen, sondern auch auf den richtigen Zeitpunkt. Für eine Grippe-Impfung empfohlen werden die Monate Oktober und November, denn bereits im Dezember kann eine erste Erkrankungswelle anrollen. Warum so früh vorbeugen? Weil es in der Regel mindestens zwei Wochen dauert, bis sich Antikörper gegen die Erreger gebildet haben – mit einer entsprechenden Vorsorge können Sie die Wirksamkeit des Schutzes also erhöhen und gehen Sie damit auf Nummer sicher. Dass der Schutz gegen Ende der Grippesaison dann nicht mehr gegeben ist – darüber müssen Sie sich keine Sorgen machen, denn der Impfschutz hält in der Regel sechs bis zwölf Monate an.

Ein kleiner Piks, zwei Wochen warten und schon kann Ihnen die diesjährige Gri...
Ein kleiner Piks, zwei Wochen warten und schon kann Ihnen die diesjährige Grippewelle nichts mehr anhaben. © dpa

Jedes Jahr eine neue Schutzimpfung ?

Neben einer Impfempfehlung für Risikogruppen gilt auch: Eine jährliche Erneuerung des Impfschutzes ist sinnvoll, denn Grippeviren verändern sich von Jahr zu Jahr. Fürs Immunsystem bedeutet das jeden Winter neue Herausforderungen. Der verabreichte Impfstoff wird daher auf Grundlage der aktuellen Influenzaviren von der WHO jährlich neu entwickelt.

Mögliche Nebenwirkungen einer Grippe-Impfung

Die meisten Menschen vertragen den Impfstoff gut, doch wie bei so gut wie allen Schutzimpfungen kann auch nach eine Grippe-Imfpung unangenehme Begleiterscheinungen haben. Dazu gehören Hautirritationen rund um die Einstichstelle, Müdigkeit sowie Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen. Auch wenn Sie nach der Impfung besonders kälteempfindlich sind oder leichtes Fieber bekommen, können das Nebenwirkungen derselben sein. Seien Sie beruhigt: Die Symptome verschwinden in der Regel ein bis zwei Tage nach Verabreichung des Impfstoffes von ganz allein wieder.

Liegt eine Allergie gegen Hühnereiweiß vor, können die Beschwerden auch heftiger ausfallen. Kreislauflaufprobleme, Atemnot oder starker Juckreizan der Einstichstelle sind dann mitunter die Folge. Ist eine entsprechende Allergie bekannt, sollte von einer Grippe-Impfung abgesehen und mit dem Hausarzt über eine Alternative gesprochen werden.

Wie beuge ich einer Grippe vor? Habe ich nur eine Erkältung oder doch schon Grippe? Was tun, wenn's mich erwischt hat? Alles zum Thema "Grippe" hier.

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Grippe-Impfung – eine Frage des Geldes?

Für viele entscheidet sich die Frage " Grippe-Impfung – ja oder nein?" auch danach, ob diese aus eigener Tasche bezahlt werden muss oder die Krankenkasse die Kosten dafür übernimmt. Wer zur Risikogruppe gehört, muss sich über den finanziellen Aspekt keine Gedanken machen – hier zahlt die Krankenkasse. Das gilt auch für Privatversicherte. Tipp: Klären Sie eine Kostenübernahme im Zweifelsfall vorher mit Ihrem Versicherungsträger ab.

Ihr seid unsicher, ob ihr euch wirklich gegen Grippe impfen lassen sollt? Welche Argumente dafür und welche dagegen sprechen, verraten wir im Video.

Fazit: Jedes Jahr erkranken zahlreiche Menschen an Grippe, einer ernsthaften Atemwegserkrankung, die im schlimmsten Fall sogar tödlich enden kann. Experten empfehlen Risikogruppen – sprich über 60-Jährigen, Schwangeren, Heranwachsenden und Personen, die beruflich viel Kontakt zu anderen Menschen haben – jährlich eine Grippe-Impfung. Im Idealfall erfolgt diese im Oktober oder November und wird von der Krankenkasse bezahlt. Nebenwirkungen sind kaum zu erwarten, nur in wenigen Einzelfällen kann es zu Hautirritationen, Schmerzen und Erschöpfung kommen, die Symptome klingen aber für gewöhnlich von allein wieder ab.

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