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Hoch die Tassen – Wein ist gesund oder doch nicht?

So schön es sich anhört, aber ganz so einfach ist es nicht. Dies ist leider kein Freifahrtschein für übermäßigen Alkoholgenuss. Denn zu viel Alkohol ist sehr schädlich für den Körper und dabei spielt es keine große Rolle, ob es sich um Wein, Bier oder Schnaps handelt.

Weingenuss mit Bedacht kann sich aber tatsächlich positiv auf die Gesundheit auswirken – wir verraten mehr über die edlen Tröpfchen!

Wein-Sonnenuntergang
© Pixabay

Schon im alten Rom wurden schwere Rotweine gegen Magen-Darm-Erkrankungen und Fieber verordnet. Wein wurde damals auch nicht nur zur inneren Anwendung, sondern auch zur äußeren Anwendung genutzt.

So wurden beispielsweise Wunden mit Wein eingerieben und auch Massagen und Umschläge wurden mit Wein durchgeführt. In Deutschland wurde Wein sogar noch bis zum Jahr 1892 gegen verschiedene Krankheiten verschrieben. Besonders auch bei Herz-Kreislauferkrankungen soll Wein eine sehr positive Wirkung besitzen.

Die gesunde Wirkung schrieb man damals vor allem den Stoffen zu, die bei der Lagerung im Eichenfass entstehen. Heute ist schon lange bekannt, dass diese Stoffe Aromen und Tannine sind, die sich in erster Linie auf den Geschmack des Weines, nicht aber auf die gesundheitsfördernden Eigenschaften auswirken.

Ist Wein nun aber wirklich gesund oder nicht?

In Südfrankreich und anderen mediterranen Ländern wird bekanntermaßen relativ viel Wein getrunken und nachweislich leiden Menschen dort seltener an Herz-Kreislauferkrankungen. Diese Erkenntnis veranlasste mehrere Forscher dazu, die Wirkungen von Wein genauer zu erforschen.

In zahlreichen Studien konnte tatsächlich belegt werden, dass im Wein einige phenolische Verbindungen enthalten sind, die unter anderem das Verklumpen von Blutplättchen verringern und somit das Thromboserisiko senken können. Ebenso besitzen einige dieser Polyphenole wie die Anthozyanen eine antioxidative Wirkung, was das LDL-Cholesterin im Blutplasma vor Oxidation schützen kann.

Oxidation im Blutplasma kann zum „verkalken“ von Gefäßen führen, also zu Ablagerungen, die den Blutfluss verringern oder die Gefäße komplett verstopfen können. Mediziner bezeichnen dies auch als Arteriosklerose und dies ist eine der Hauptrisikofaktoren bei koronaren Herzkrankheiten.

Rotwein besser als Weißwein?

weisswein
© Pixabay

In Studien konnte nachgewiesen werden, dass Rotwein zumindest in Bezug auf das LDL-Cholesterin eine höhere antioxidative Wirkung besitzt, als Weißwein. Dies wird auf die höhere Konzentration von Anthozyanen in den roten Trauben zurückgeführt – eindeutig belegt werden konnte dies aber bis heute nicht!

Bezüglich der Thrombosegefahr, also des Risikos des Verklumpens von Blutplättchen, spielt es laut Studien keine Rolle, ob es sich um Weiß- oder Rotwein handelt. Die positive Wirkung wird dem Alkohol zugeschrieben und somit ist es auch unwichtig, ob es sich um Wein, Bier oder auch Schnaps handelt. Sie besitzen alle dieselbe Wirkung – jedoch die Menge macht´s!

Wie viel Alkohol ist gesund?

Das ist die große Frage, die bis heute niemand so recht beantworten möchte. Es scheint erwiesen zu sein, dass Alkohol positive Eigenschaften besitzt, bei der Menge spielen jedoch viele weitere Faktoren mit. Die „gesunde“ Menge hängt beispielsweise von Alter, Geschlecht oder sonstigen Erkrankungen ab. Studien schwanken in der Regel zwischen 10 und 40 Gramm Alkohol pro Tag (ein Glas Rotwein 200 ml enthält 20 Gramm Alkohol).

Während man sich bei der empfohlenen Menge nicht einig ist, sind sich alle Mediziner in einem einig und zwar, dass zu viel Alkohol in jedem Falle ungesund ist. Wer beispielsweise täglich mehr als 600 ml Wein trinkt, hat nachweislich ein höheres Infarktrisiko. Ebenso ist das Risiko für Bluthochdruck oder Leberzirrhose erhöht.

Warum leben die Weintrinker nun aber doch länger?

Gemüse-Nahrungsmittel
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Wissenschaftler sind der Meinung, dass Menschen, die regelmäßig Wein konsumieren (vor allem in südlichen Ländern) grundsätzlich einfach gesünder leben. Die Ernährung ist meist weniger salzhaltig , ausgewogener und auch regelmäßige Bewegung findet statt.

Die seltener auftretenden Herzerkrankungen sind also eher auf eine gesunde Lebensweise zurückzuführen. Wer beispielsweise das Rauchen aufgibt und einer gesunden Lebensweise nachgeht, der senkt sein Erkrankungsrisiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen viel mehr, als wenn er einfach nur zusätzlich Wein trinken würde.

Kein Freifahrtschein für den Alkoholgenuss!

Wie die meisten bereits schon vermutet haben, ist Alkohol, nur in Maßen gesund. Zu viel ist und bleibt ungesund und einen ungesunden Lebensstil mit Weingenuss zu kompensieren, ist leider absolut unmöglich!

Dennoch ist es schön zu wissen, dass ab und zu ein Gläschen Rotwein am Abend eine positive Wirkung haben kann und wer sein Tröpfchen mit Bedacht und einem guten Gefühl genießt, der wird seinem Körper wohl eher nicht schaden.

Außerdem hat der Körper selbst ja auch eine Stimme! Wer sich mit oder nach dem Alkoholgenuss nicht gut fühlt, sollte es einfach lassen und wer der Meinung ist, dass es sich positiv auswirkt, bei dem wird es nicht schaden, wenn er sich hin und wieder ein Schlückchen genehmigt.

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