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Schlafstörungen: Ursachen und Vorsorge

Anhaltende Schlafstörungen können den Alltag erheblich beeinträchtigen und sich negativ auf unsere Gesundheit auswirken. Bevor Sie jedoch Maßnahmen zur Vorsorge ergreifen, sollten Sie mögliche Ursachen ergründen. Unsere Experten geben Tipps und Ratschläge.

08.10.2012 10:00 | 4:32 Min | © Sat.1

Schlafmangel macht hungrig und dick

Zu wenig Schlaf begünstigt Übergewicht - so das Ergebnis zahlreicher Studien. Wer länger wach ist, hat nicht nur schlichtweg mehr Zeit zum Essen. Schlafmangel macht zudem Appetit auf besonders kalorienreiche und fette Speisen, wie eine aktuelle Studie der Universität von Kalifornien in Berkley jetzt zeigte.

Bei dem Test verbrachten 23 normalgewichtige Probanden zwei Nächte im Schlaflabor. In der ersten Nacht bekamen sie ausreichend Schlaf, die zweite Nacht mussten sie wach bleiben. Jeweils am Morgen darauf durften sie sich aus 80 verschiedenen Nahrungsmitteln die leckerste Belohnung aussuchen. Das Ergebnis: Nach der durchwachten Nacht zeigten die Probanden eine Vorliebe für die Speisen, die die meisten Kalorien enthielten. Je müder sie sich fühlten, desto mehr Appetit hatten sie auf Desserts, Schokolade und Kartoffelchips. Laut Studienleiter Matthew Walker summierten sich die Verzehrwünsche zu 600 Extra-Kilokalorien (!).  

Der Grund für die fettigen Gelüste nach durchwachter Nacht: Der fehlende Schlaf sorgte dafür, dass im Gehirn die Region für Selbstkontrolle abgeschaltet wurde. Damit entfielen die Hemmungen, die normalerweise zu einer vernünftigen Wahl der Nahrungsmittel geführt hätten, so Walker. Er rät daher dazu, eine Diät stets mit ausreichendem Schlaf zu verbinden.

Akute oder chronische Schlafstörungen: Ursachen

Stress, Schmerzen, Depressionen oder Burn-Out: Für Ein- und Durchschlafprobleme gibt es zahlreiche Ursachen und Auslöser. Diplom-Psychologe und Schlaf-Experte Stefan Wimmer gibt Ratschläge rund ums Thema Schlafstörungen.

Gelegentliche unruhige Nächte kennen wir alle. Ursachen für vorübergehende Schlafstörungen können etwa beruflicher oder privater Stress, eine Erkältung oder Reisefieber sein. Vielen Betroffenen helfen Hausmittel wie heiße Milch mit Honig oder einem Bad vor dem Zubettgehen dabei, wieder in ihren alten Schlafrhythmus zurückzufinden. Halten die Schlafstörungen aber länger als vier Wochen an, empfiehlt der Experte, einen Arzt aufzusuchen. So deuten chronische Schlafprobleme auf körperliche, neurologische oder psychische Erkrankungen hin und sollten professionell behandelt werden. Ein Mediziner kann mögliche Ursachen eingrenzen und Tipps zur Therapie und Vorsorge geben.

Vorsorge: Tagsüber nicht zu viel schlafen

Schlaf-Spezialist Stefan Wimmer empfiehlt, mit einem kühlen und ruhigen Schlafzimmer eine schlaffördernde Atmosphäre zu schaffen. Drei bis vier Stunden vor dem Einschlafen sollte kein Sport mehr getrieben und schwere Mahlzeiten vermieden werden. Der Experte rät auch davon ab, den in der Nacht fehlenden Schlaf mit einem Nickerchen in der Mittagspause zu kompensieren. Wer darauf verzichtet, tagsüber zu schlafen, erhöht die Müdigkeit und Schlafdauer in der Nacht. 

Therapie bei chronischen Schlafstörungen

Lassen sich die Schlafstörungen durch diese Maßnahmen zur Vorsorge nicht in den Griff bekommen, sollten sich Betroffene professionelle Hilfe suchen. Mit der richtigen Diagnose lassen sich meist auch wirksame, auf die Ursachen abgestimmte Therapien finden. Bei dauerhaften Schlafproblemen können beispielsweise Entspannungstechniken wie autogenes Training oder Verhaltenstherapien Abhilfe schaffen.

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