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Volkskrankheit Burn-out: Wenn der Stress zu viel wird

Gestresst, überlastet, erschöpft – immer mehr Arbeitnehmer klagen über psychische Probleme. Im schlimmsten Fall können diese zum Burn-out führen und sogar in einer Berufsunfähigkeit münden. Die Diagnose "Burn-out" wird oft zu spät gestellt, da die Symptome von den Betroffenen anfangs meist als gewöhnlicher Alltagsstress verharmlost werden. Doch wer dauerhaft körperlichen und psychischen Belastungen ausgesetzt ist, riskiert ernsthafte gesundheitliche Schäden.

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© Pixabay

Stress im Job als Ursache für psychische Beschwerden

Laut Job- und Gesundheitsstudie 2016 der Techniker Krankenkasse (hier im PFD-Format einsehbar) fühlen sich 61,5 Prozent der Befragten in ihrem Job gestresst. In den Jahren 2002 bis 2009 lag die Zahl noch bei "nur" 47,8 Prozent. Besonders häufig werden psychische Beeinträchtigungen wie Stress vor allem von Mitarbeitern über 30 Jahren genannt. In der Altersgruppe der 50-Jährigen fällt auf, dass hier die weiblichen Befragten vor allem über Stress klagen, während bei Männern ab 50 Jahren überwiegend die körperlichen Beschwerden zunehmen.
Betrachtet man die einzelnen Branchen, wird deutlich, dass vor allem Beschäftigte im öffentlichen Dienst (28 Prozent) sehr häufig unter psychischen Beschwerden leiden, gefolgt von Arbeitnehmern in Dienstleistungsunternehmen (22 Prozent). Diese Beeinträchtigungen des Wohlbefindens sollte man ernst nehmen, da sie schnell zu gravierenden Folgen führen können: Motivation und Leistungsfähigkeit sinken, und im schlimmsten Fall kann ein Burn-out sogar zur Arbeitsunfähigkeit führen.

Burn-out gar keine Krankheit?

Das Burn-out-Syndrom ist den meisten bekannt, doch um eine anerkannte Krankheit handelt es sich dabei nicht. Der Begriff ist nicht klar definiert. Das Syndrom weist Ähnlichkeiten zu einer depressiven Störung auf, weshalb oft auch von einer "Erschöpfungsdepression" gesprochen wird. Sicher ist, dass es sich dabei "um einen Erschöpfungszustand handelt, der arbeitsassoziiert entstanden ist", erklärt Mazda Adli, Leiter des Forschungsbereichs Affektive Störung an der Charité Berlin. Bis zum Burn-out ist es ein schleichender Prozess. Die Symptome erscheinen zunächst alltäglich, sodass das Syndrom meist erst zu spät auffällt. Ein Anzeichen ist eine immense Erschöpfung, sowohl körperlich als auch emotional und kognitiv sowie in der sozialen Beweglichkeit. Das heißt der Betroffene ist müde, niedergeschlagen, hat mit Angstzuständen zu kämpfen, ist vergesslich und unkonzentriert – in manchen Fällen isoliert er sich auch von Freunden und Familie. Jedoch sollte man als Laie nicht vorschnell die Diagnose "Burn-out" stellen, da solche oder ähnliche Symptomen auch bei anderen psychischen Störungen auftreten.

Symptome frühzeitig erkennen und Burn-out verhindern

Da es so schwierig ist, die Krankheit exakt und vor allem frühzeitig festzustellen, ist auch die Therapie problematisch. Daher ist Prävention besonders wichtig. Schon bei ersten Symptomen sollte man Maßnahmen ergreifen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Das Anwenden von Stressmanagement-Strategien
  • Ein Entgegenwirken gegen den Perfektionismus
  • Regelmäßige und verschiedene Erholungsphasen, zum Beispiel Sport, ein entspannter Abend auf der Couch oder ein gemütliches Treffen mit Freunden

Individuelle Therapien

Wer erkrankt ist, sollte sich unbedingt in Therapie begeben. Bei Burn-out gibt es keine standardisierte Behandlung, vielmehr muss diese auf den Patienten und seine Situation zugeschnitten werden. Bei einer leichten Erkrankung hilft meist schon eine längere Auszeit in Form von Urlaub – generell ist es aber wichtig, dass sich der Patient mit den Stressfaktoren auseinandersetzt, sie identifiziert und reduziert. Betroffene sollten ihren bisherigen Lebensstil ändern und darauf achten, dass Überlastung und Überforderung keinen festen Bestandteil des alltäglichen Berufslebens mehr darstellen.

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