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Alaaf, Helau & Co.: Bekannte Karnevalsrufe

Helau und Alaaf: Bedeutung der Narrenrufe

Wo sonst gesittetes Treiben das Stadtbild prägt, rastet an Karneval alles aus: "Helau" und "Alaaf" oder sogar "Wau-Wau" schreien bunt Kostümierte aus voller Kehle, wenn sie Fasching feiern . Doch was ist eigentlich die Bedeutung der einzelnen Narrenrufe? Der SAT.1 Ratgeber klärt auf.

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Alaaf und seine Bedeutung

Helau und Alaaf – das sind die zwei bekanntesten Narrenrufe. Das freimütige Schreien der Worte trägt nicht nur zu guter Stimmung bei. Es ist eine Art Identifikationsruf. Wer "Kölle Alaaf" sagt, drückt damit quasi "Köln über alles" aus. Denn genau so lässt sich Ausdruck 'Alaaf' übersetzen, mit "über alles" oder "alles andere weg". So viel zur Bedeutung. "Kölle alaaf" ist allerdings keine neuzeitliche Erfindung. Der Ausdruck lässt sich sprachgeschichtlich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Nicht nur in Köln wird der Narrenruf geschrien, auch in Bonn und Aachen ist die Bezeichnung typisch.

In Köln wird Karneval vor allem "Alaaf" gerufen – und gesungen.
In Köln wird Karneval vor allem "Alaaf" gerufen – und gesungen. © dpa

Narrenrufe allein genügen Karneval aber nicht. Echte Kölsche Jecken und Narren verbreiten gute Stimmung mit Kölle Alaaf-Liedern wie "Wenn et Trömmelche jeht". Das Karnevalslied klingt ganz nach Marschmusik und wird natürlich auf Kölsch gesungen. Für fremde Zungen gar nicht so einfach, mit steigendem Alkoholpegel hört sich aber ohnehin alles gleich an. Der Refrain lautet:

"Denn wenn et Trömmelche jeht

dann stonn mer all parat

un mer trecke durch die Stadt

un jeder hätt jesaat

Kölle Alaaf, Kölle Alaaf".

Helau in Mainz, Düsseldorf und Koblenz

Andere Städte, andere Narrenrufe. Entlang der ripuarisch-moselfränkischen Sprachgrenze, also etwa auf der geografischen Höhe von Bonn – Bad Neuenjahr-Ahrweiler verläuft die Nord-Süd-Grenze zu 'Helau'. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Ob in Koblenz, Mainz oder Düsseldorf, hier wird strikt zwischen Helau und Alaaf unterschieden. Letzteres will hier keiner mehr hören, andernfalls ernten Sie schnell böse Blicke.

Woher der Karnevalsruf "Helau" stammt, ist nicht klar. Theorien gibt es viele. Von den sprachlichen Wurzeln "Hellblau" und "Hallo" ist die Rede. Aber auch "Halleluja" und "Hölle auf" sind im Rennen, sollen doch an Karneval dem Brauch nach die bösen Geister aus der Hölle vertrieben werden. Ursprung hin oder her – die Bedeutung zählt!

Übrigens: Das Helau ist der wohl am weitesten verbreitete Narrenruf in Deutschland.

Weitere beliebte Narrenrufe und ihre Bedeutung

Neben Helau und Alaaf existieren noch weitere Narrenrufe. Einer davon ist "Wau-Wau". Ja, richtig gelesen. An Karneval kommt so manch einer auf den Hund. Der lautmalerische Ausdruck ertönt aus jeder Ecke Deutschlands. Aber auch andere Tierlaute wie "I-A" oder "Ohu" sind nicht untypisch.

"Awaaf" schon mal gehört? Wenn nicht, dann waren Sie Karneval wohl noch nicht in Bayreuth. Der Karnevalsruf leitet sich wohl von dem kölnischen "Alaaf" ab, enthält jedoch auch den Ausdruck "Waaf", was so viel bedeutet wie, dass kein Schund geredet werden soll – ohnehin eher unwahrscheinlich an Fasching.

Und wo ertönt das frankophone "Alleh hopp"? Na klar, im Saarland. Es leitet sich vom französischen Ausdruck "allez hop" ab, in etwa zu übersetzen mit "los geht's". Der Aufforderung folgen Vampir -, Cowboy- und Panzerknacker -Kostümierte sicher gern an Karneval. Damit Sie sich beim Narrenruf nicht blamieren: Die Betonung beim "Alleh" liegt auf der ersten Silbe – typisch saarländisch eben.

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