Ratgeber

Wann lohnt sich ein Hormonimplantat?

Hormonimplantat: Erfahrungen und Kosten

Das Hormonimplantat geht wortwörtlich unter die Haut. Wie genau diese aufwendige Prozedur funktioniert und ob sie sich als Verhütungsmethode eignet, lesen Sie hier. Eine Frage des Preises ist die vorbeugende Maßnahme letztlich auch. Mehr über die Kosten verrät ebenfalls der SAT.1 Ratgeber.

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Stäbchen als Verhütungsmittel

Wer sich weder an eine regelmäßige Einnahmezeit binden noch mit der Anwendung von Antibabypille oder Diaphragma  beschäftigen will, sollte sich beim Frauenarzt einmal über ein Hormonimplantat informieren. Bei dieser Verhütungsmethode wird ein kleines Stäbchen an der Innenseite des Oberarms eingepflanzt. Auf diese Weise werden geringe Mengen an Gestagen ohne Umwege an den Körper abgegeben. Das Prinzip ist das gleiche wie bei einer östrogenfreien Pille : Das Hormon Gestagen verändert nämlich die Schleimhaut von Gebärmutter- sowie Gebärmutterhals. Das Hormonimplantat verhindert so zuverlässig eine Schwangerschaft.

Wie wirken und was kosten Hormonimplantate?

In einem kleinen operativen Eingriff wird Ihnen das Hormonimplantat am Arm eingesetzt und bleibt für etwa drei Jahre unter der Haut. Sofort nach der Implantation des kleinen Stäbchens wird das Gestagen freigesetzt und wirkt im Körper. Ihre monatliche Regelblutung müsste wie gewohnt erfolgen. Bitte lassen Sie die korrekte Lage des kleinen "Fremdkörpers" regelmäßig überprüfen, ansonsten könnte es zu einer ungewollten Schwangerschaft kommen.

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Damit Sie erst dann schwanger werden, wenn Sie es wollen, sollten Sie regelmäßig überprüfen, ob sich das Hormonimplantat noch an Ort und Stelle befindet. © B. Wylezich - Fotolia

Bleibt die Frage: Wie teuer ist ein Hormonimplantat? Die bequeme Verhütungsmethode hat einen stolzen Preis. Die Kosten belaufen sich auf etwa 300 Euro. Nach Ablauf der drei Jahre oder bei einer vorzeitigen Entfernung müssen Sie weitere 40 Euro investieren. Die Krankenkasse übernimmt in der Regel keine Kosten. Unter 18-Jährige, die gesetzlich krankenversichert sind, dürfen theoretisch mit einer Kostenübernahme rechnen. Allerdings zeigen Erfahrungen, dass diese in der Praxis recht schwierig ist und aus unterschiedlichen Gründen oftmals abgelehnt wird. Lassen Sie sich am besten im Vorfeld von Ihrem Frauenarzt beraten.

Erfahrungen: Vor- und Nachteile

Wer ständig die Pille vergisst, eine Latex-Allergie hat und/oder sich eine langfristige Verhütung wünscht, ist mit einem Hormonimplantat auf der sicheren Seite. Es schützt zuverlässig und ohne dass Sie etwas tun müssen.

Da es sich dabei um eine hormonellen Eingriff handelt, kann es allerdings – wie auch bei der Antibabypille  – zu Nebenwirkungen kommen: Brustspannen, Infektionen im Intimbereich, leichte Gewichtszunahme und weniger Lust auf Sex  zum Beispiel. Wägen Sie daher im Vorfeld alle Vorteile gründlich gegen die Nachteile ab.

Wie wirken Hormonimplantate?

Hormonimplantate können für all diejenigen Frauen interessant sein, die sich weder an eine regelmäßige Einnahmezeit – wie etwa bei der Antibabypille – binden, noch mit der relativ unromantischen Anwendung von Diaphragma und Co. beschäftigen wollen. Bei dieser Verhütungsmethode wird ein kleines Stäbchen an der Innenseite des Oberarms eingepflanzt. Auf diese Weise werden geringe Mengen an Gestagen ohne Umwege an den Körper abgegeben. Das Prinzip ist das gleiche wie bei einer östrogenfreien Pille: Denn das Hormon Gestagen verändert die Schleimhaut von Gebärmutter- sowie Gebärmutterhals. Außerdem wird der Eisprung gehemmt, sodass eine Schwangerschaft insgesamt relativ zuverlässig verhindert wird. 

Hormonimplantate sind kleine, vier Zentimeter lange und zwei Millimeter dünne...
Hormonimplantate sind kleine, vier Zentimeter lange und zwei Millimeter dünne, flexible Stäbchen, die in die Innenseite des Oberarms eingesetzt werden. © dpa

Kleiner Eingriff, große Wirkung

Um das Hormonimplantat an den Ort seiner Bestimmung zu bringen, ist einer kleiner operativer Eingriff notwendig. Das Verhütungsstäbchen wird unter örtlicher Betäubung über einen winzigen Schnitt vom behandelnden Arzt unter die Haut der Patientin gesetzt. Dafür wird normalerweise die Innenseite des weniger beanspruchten Oberarms gewählt, also beispielsweise bei Rechtshändern der Linke. Danach bleibt das Stäbchen für bis zu drei Jahre an seinem Platz, wobei nach den ersten drei Monaten nochmal eine Kontrolle erfolgen sollte, die den korrekten Sitz des Hormonimplantats überprüft.

Auch im weiteren Verlauf der Anwendung sind regelmäßige Kontrollen sinnvoll, da nur bei korrektem Sitz des Implantats ein vollständiger Verhütungsschutz gewährleistet ist. In einem Ausweis wird außerdem nicht nur festgehalten, welches Präparat der Patientin eingesetzt wurde, sondern auch wann sowie die maximale Dauer der Verhütungswirkung.

Sobald das Hormonimplantat im Arm sitzt, beginnt es, Gestagen an den Körper abzugeben und so seine Wirkung zu entfalten. Wird das Verhütungsstäbchen während der Menstruation eingesetzt, tritt der Verhütungsschutz umgehend ein. Bei späterem Einlegen muss in den ersten sieben Tagen eine zusätzliche Verhütungsmethode, wie beispielsweise Kondome, zur Ergänzung genutzt werden, bis sich der volle Schutz entwickelt hat.

Mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Bleibt die Frage: Wie teuer ist ein Hormonimplantat? Die bequeme Verhütungsmethode hat einen stolzen Preis. Die Kosten belaufen sich auf etwa 300 Euro. Nach Ablauf der drei Jahre oder bei einer vorzeitigen Entfernung müssen Sie weitere 40 Euro investieren. Die Krankenkasse übernimmt in der Regel keine Kosten. Unter 18-Jährige, die gesetzlich krankenversichert sind, dürfen theoretisch mit einer Kostenübernahme rechnen. Allerdings zeigen Erfahrungen, dass diese in der Praxis recht schwierig ist und aus unterschiedlichen Gründen oftmals abgelehnt wird. Lassen Sie sich am besten im Vorfeld von Ihrem Frauenarzt beraten.

Erfahrungen: Vor- und Nachteile der Hormonimplantate

Wer ständig die Pille vergisst, eine Latex-Allergie hat, Östrogen nicht verträgt und/oder sich eine möglichst unkomplizierte langfristige Verhütung wünscht, ist mit einem Hormonimplantat auf der sicheren Seite. Es schützt zuverlässig und ohne dass Sie etwas tun müssen. Ist der Verhütungsschutz erst einmal etabliert, kann kaum eine andere Verhütungsmethode mit der Sicherheit der kleinen Stäbchen mithalten. Der "Pearl-Index" des Verhütungsstäbchens liegt bei 0,08 – auf ein Jahr gesehen werden pro Monat also von 100 Anwenderinnen nur 0,08 ungewollt schwanger, ein Wert, der den der Antibabypille sogar übertrifft, hier liegt der Index bei etwa 0,9. Und auch Magen-Darm-Probleme wie Erbrechen und Durchfall können der Wirkung der Hormonimplantate nichts anhaben.

Wenn Sie Probleme damit haben, regelmäßige Einnahmezeiten, wie sie etwa bei d...
Wenn Sie Probleme damit haben, regelmäßige Einnahmezeiten, wie sie etwa bei der Antibabypille nötig sind, einzuhalten, können Hormonimplantate eine echte Alternative sein. © dpa

Da es sich bei dieser Verhütungsmethode um einen Eingriff in den Hormonhaushalt des Körpers handelt, kann es beim Hormonimplantat allerdings – wie auch bei der Antibabypille – zu verschiedenen Nebenwirkungen kommen: Brustspannen, Infektionen im Intimbereich, leichte Gewichtszunahme und weniger Lust auf Sex zum Beispiel. Auch Akne und Kopfschmerzen können vor allem zu Beginn der Anwendung mit den Verhütungsstäbchen einhergehen. Eine Tatsache, die nicht jede Anwenderin unbedingt als Nachteil empfindet ist außerdem die Möglichkeit einer ausbleibenden Periode für die Zeit der Benutzung. Bei übergewichtigen Frauen kann es zudem sein, dass die Verhütungswirkung der Stäbchen im dritten Jahr nicht mehr ausreicht, um eine Schwangerschaft zuverlässig zu verhindern. In diesem Fall kann ein vorzeitiger Austausch des Hormonimplantates nötig werden. Zu guter Letzt kann das Hormonimplantat nicht selbständig abgesetzt werden, sondern muss in jedem Fall von einem Arzt wieder entfernt werden.

Überhaupt nicht verwenden dürfen Sie ein Hormonimplantat beispielsweise bei einer bestehenden Thrombose oder einer schweren Lebererkrankung. Auch eine bestehende oder vermutete Krebserkrankung schließt die Anwendung aus. Ungeklärte Scheidenblutungen sind ebenfalls ein Argument gegen den Einsatz von Verhütungsstäbchen.

Fazit: Hormonimplantate sind eine der sichersten Verhütungsmethoden und übertreffen sogar die Wirkung der klassischen Antibabypille. Sie eignen sich vor allem für Frauen, die nicht an eine regelmäßige Einnahme denken wollen oder können und sich trotzdem einen maximalen Schutz vor ungewollter Schwangerschaft wünschen. Wie jede hormonelle Methode, können auch Verhütungsstäbchen diverse Nebenwirkungen haben. Außerdem ist eine relativ hohe Einmal-Investition nötig, dafür kann das Hormonimplantat danach für bis zu drei Jahre im Körper bleiben.

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1 - 5 Mythen rund ums Thema Verhütung

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