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Fesselnde Liebesspiele mit Japan Bondage

Japan Bondage: Fesselspiele à la „Fifty Shades of Grey”

Was verbinden Sie mit Japan? Sushi, Kimonos und Kirschblüten? Dann notieren Sie sich zusätzlich Japan Bondage, denn von den Asiaten können Sie auch in erotischer Hinsicht einiges lernen. Worum geht’s? Erotische Fesselspiele. Was sich hinter der Sexpraktik genau verbirgt und wie sie ausgeführt wird, verrät der SAT.1 Ratgeber.

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Was ist das, Japan Bondage?

Japan Bondage ist eine Art Fesselkunst mit erotischen Hintergedanken. Dabei wird ein Partner nackt mit einem Seil umwickelt – aber nicht irgendwie, sondern nach klaren Regeln. Während der Hals ausgespart wird, legen sich die Fesseln nach einem vorgegebenen Muster komplett um den Körper. Ziel ist es hierbei, ein möglichst ästhetisches Endergebnis zu erreichen. Wie beim Ikebana gilt es, eine sinnliche und visuelle Einheit zu erschaffen, um so eine maximale optische Wirkung zu entfalten. Körper und Fesselmaterial sollen sich miteinander regelrecht verbinden. Vorsicht ist allerdings an empfindlichen Körperstellen geboten, an denen Nerven direkt unter der Haut liegen. Also nicht zu fest zuziehen.

Beim Japan Bondage werden Teile oder auch der ganze Körper des Partners nach...
Beim Japan Bondage werden Teile oder auch der ganze Körper des Partners nach vorgegebenen Mustern kunstvoll verschnürt. © Pixabay

Eine Variante des Japan Bondage sind Fesselspiele in der Luft, bei denen der eingespannte Part nicht nur bewegungsunfähig ist, sondern auch noch kurzzeitig in der Luft schwebt. Weitere Versionen konzentrieren sich dafür beispielsweise nur auf die Fesselung des weiblichen Busens oder Genitalbereichs.

Fesselspiele: Worin liegt der Reiz?

Sex mal anders ? Japan Bondage unterscheidet sich maximal vom Standard-Sex, denn bei dieser Praktik befindet sich die gefesselte Person in ganz neuen Positionen, die zudem unbequem sind. Die Seile zwingen den devoten Partner in eine Haltung, die sich mit dem Muster, in das die Seile geknotet werden, optisch ergänzt. Beides verschmilzt auf diese We

ise zu einer Einheit. Kein Wunder, dass viele Fans der asiatischen Fesselspiele Japan Bondage auch mit Schlagworten wie Körperkult, Ästhetik und Sensualität in Verbindung bringen.

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Beim Japan Bondage geht es nicht nur um Sex selbst, sondern vor allem um das Drumherum. © Piotr Marcinski - Fotolia

Der Reiz der japanischen Fesselkunst liegt aber nicht nur im optischen Endergebnis, sondern auch im Anlegen der Fesseln selbst. Wie ein eigenständiges Ritual will dieser Part des Japan Bondage zelebriert werden. Nur so kann diese erotische Spielart ihre volle Wirkung entfalten.

Japan Bondage kann im Übrigen entweder als Vorspiel genutzt werden oder den Akt selbst bilden – vor allem bei Männern ist letztere Variante beliebt. Noch skeptisch? Sehen Sie es mal so: Lassen Sie sich von Ihrem Liebsten fesseln, bringen Sie ihm maximales Vertrauen entgegen und können sich so richtig fallen lassen. "Nein" können Sie ja immer noch sagen, wenn Sie sich unwohl fühlen.

Tipps fürs Japan-Bondage-(S)Experiment

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Sicherheit geht vor, beim Japan Bondage, denn Fesselspiele sind nicht ganz ungefährlich. Die wichtigste aller Regeln: Das Seil nicht zu eng anlegen! © Miriam Drr - Fotolia

Ähnlich wie beim SM-Sex mit Peitschen und Co. gilt auch beim Japan Bondage: Sprechen Sie vorher ein paar Regeln ab – zum Beispiel, wie weit Sie gehen wollen. Ganz wichtig ist außerdem, dass der gefesselte Part rückmeldet, wenn er Schmerzen hat oder ihm schwarz vor Augen wird, denn das ist ein Zeichen dafür, dass die Fesseln zu eng sitzen. Achten Sie daher darauf, dass zwischen Körper und Seil mindestens ein Finger passt. Tipp: Schauen Sie sich vorher zusammen ein Video an oder holen Sie sich in Fachbüchern Rat, um auf Nummer sicher zu gehen. Es gibt inzwischen zahlreiche qualitativ hochwertige Anleitungen – schriftlich oder in Videoform – die zugleich eine gute Einstimmung für Sie und Ihren Partner bilden können. Suchen Sie doch einfach mal im Internet oder auf einer der großen Einkaufsplattformen nach dem Begriff "Shibari", so heißt Japan Bondage im Original.

Japan Bondage: Zubehör einzeln oder im Set

Wer zuhause die asiatischen Fesselspiele einmal ausprobieren möchte, findet das passende Zubehör im Sexshop nebenan oder online. Hier gibt es die Fesseln in allen erdenklichen Farben oder Seile im Set. Die Seile sind entweder vorgeknotet oder zum Selbstknoten – nicht nur eine Frage des Gefallens, sondern auch des Preises, denn für vorgeknotete Sets zahlen Sie rund zehn Euro mehr.

No-Gos bei Fesselspielen

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Statt Seilen können Sie auch Tape zum Fesseln verwenden. Aber auch hier gilt: Nicht zu fest binden, sonst kann es zu Durchblutungsstörungen kommen. © RPM - Fotolia

Augen auf beim Material. Im Land der aufgehenden Sonne kommen Jute- und Hanfseile zum Einsatz, aber auch die Baumwollvariante ist gefragt. Seile aus Naturfasern werden häufig vorbehandelt, um sie möglichst geschmeidig zu machen. Entweder werden sie dafür geflämmt oder mit einer geringen Menge Öl benetzt. Eine weitere Möglichkeit ist es, die Seile zuerst unter Spannung trocknen zu lassen und sie dann für maximal 15 bis 20 Minuten in den Trockner zu geben.

Von Seilen und sonstigen Fesselutensilien aus Kunststoff sollten Sie besser die Finger lassen, denn das Material kann schmerzhafte Verbrennungen hervorrufen. Und heißer Sex geht definitiv anders. Das gilt im Übrigen auch für Kabelbinder, die à la "Fifty Shades of Grey" für Fesselspiele zum Einsatz kommen sollen. Sie können tief in die Haut einschneiden, zu Verletzungen und Blutstau führen. Ganz zu schweigen davon, dass sie sich nur schwer wieder öffnen lassen. Dann lieber Bondage-Tape verwenden – das können Sie hinterher zur Not aufschneiden.

Eine der wichtigsten Regeln beim Japan Bondage: Der gefesselte Part darf nie allein im Raum bleiben – auch nicht kurz. Die Gefahr, dass Durchblutungsstörungen auftreten oder im gefesselten Zustand Panik aufkommt, ist einfach zu groß! Das gilt natürlich auch für herkömmliches Bondage .

Fazit: Japan Bondage kann eine aufregende Ergänzung zu westlichen Liebesspielarten darstellen. Die Technik aus dem Land der aufgehenden Sonne setzt dabei stark auf den ästhetischen Effekt und inszeniert Körper und Fesselmaterial als Gesamtkunstwerk. Dafür wird der devote Partner nach genau vorgeschriebenen Mustern kunstvoll eingeschnürt. Aber nicht zu fest, denn der erotische Genuss steht schließlich auch hier im Vordergrund.

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