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Praktischer Schwangerschaftsschutz

Kupferkette: Erfahrungen mit der hormonfreien Verhütung

Pille und Kondom sind die Klassiker in Sachen Verhütung. Doch beides ist für viele nicht das Wahre. Die Kupferkette hingegen hat den Vorteil, dass sie ohne Hormone auskommt und Paaren das nervige Überstreifen eines Präservativs erspart. Alles über positive Erfahrungen, Nachteile und Kosten hier, im SAT.1 Ratgeber.

Kupferkette
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Verhütung mit der Kupferkette: So funktioniert’s

Accessoire und hormonfreie Verhütung in einem? Anders als bei der Verhütungskette handelt es sich bei der Kupferkette nicht um ein SB-Schmuckstück für den Hals, sondern um einen an der Gebärmutterwand angebrachten Faden mit Kupferzylindern, der die Befruchtung der Eizelle verhindert. Wer schon einmal von der Spirale gehört hat, kennt das Prinzip womöglich, denn die Kette gibt Kupfer-Ionen ab, die eine Schwangerschaft verhindern. Aber Achtung: Vor Geschlechtskrankheiten schützt diese nicht. Vor allem bei häufigem Partnerwechsel ist ein Kondom als zusätzliches Verhütungsmittel daher zu empfehlen.

Besonders geeignet ist die Kupferkette als Verhütungsmethode übrigens für junge Frauen, die noch kein Kind bekommen und daher eine recht kleine Gebärmutter haben. Aber auch bei größeren Organen ist das Einsetzen kein Problem – dann wird einfach eine längere Kette verwendet.

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Kupferkette
Keine Lust mehr auf die Pille? Mit der Kupferkette können Frauen hormonfrei verhüten. © dpa

Wie praktisch ist die Kupferkette? Erfahrungen und Vorteile

Viele Frauen sind sich, was ‚dauerhafte‘ Verhütungsmethoden angeht, unsicher. Erfahrungen anderer Frauen können Klarheit bringen und bei der Entscheidung dafür oder dagegen helfen. Wer im Freundeskreis niemanden kennt, der die Kupferkette schon einmal ausprobiert hat, kann sich auch in zahlreichen Foren online darüber informieren.

Langjährige Erfahrungen haben allerdings gezeigt: Die Kupferkette hat viele Vorteile. Zum einen ist die Verhütungsmethode sehr sicher, zum anderen müssen sich Frauen nach dem Einsetzen rund fünf Jahre keinen Kopf um Verhütung machen. Wer innerhalb dieser Zeit doch schwanger werden möchte, kann die Kette ganz einfach wieder entfernen lassen. Die Fruchtbarkeit leidet darunter nicht. Den Erfahrungen von Frauenärzten zufolge ist das Verletzungsrisiko, das mit dem Einsetzen einhergeht, bei der Kupferkette nicht höher als bei der klassischen Spirale.

Gut zu wissen: Die Kupferkette wirkt ähnlich wie die Pille danach. Wer sich diese bis zu fünf Tage nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr einsetzen lässt, kann eine Schwangerschaft verhindern. Davor sollten Sie sich aber auch mit den Risiken der Methode auseinandersetzen.

Was spricht gegen die Kupferkette? Nachteile und mögliche Nebenwirkungen

Jede Medaille hat bekanntlich zwei Seiten – so auch die der Kupferkette. Zum Beispiel müssen gewisse Voraussetzungen gegeben sein, damit diese Verhütungsmethode überhaupt infrage kommt. Dazu zählt eine normale Form der Gebärmutter sowie eine gewisse Dicke der Gebärmutterwand. Ein Zentimeter ist Minimum, damit die Kette sicher befestigt werden kann. Zum anderen darf keine Kupferallergie vorliegen.

Neben den körperlichen Basics, gibt es noch weitere Faktoren, die mitunter gegen eine Kupferkette sprechen, die Kosten etwa. Wer keine 300 Euro auf der hohen Kante hat, muss sich in puncto Verhütung anderweitig umschauen, denn so viel kostet das Einsetzen der Kette. Wenn Sie’s allerdings zusammenrechnen: Eine Packung Kondome à zehn Stück kostet mindestens sechs Euro, eine Sechs-Monatspackung der Pille etwa 60 Euro. Auf fünf Jahre hochgerechnet, ist die Kette also nicht teurer als die klassischen Methoden. Der Nachteil: Sie bezahlen für fünf Jahre im Voraus.

Wie viele Verhütungsmittel birgt auch die Kupferkette das Risiko von Nebenwirkungen. In den ersten Monaten bemerken einige Frauen von Zwischenblutungen, die jedoch unbedenklich sind. Insgesamt kann es zu stärkeren Menstruationsblutungen und -schmerzen kommen. In wenigen Fällen ziehen sich Patientinnen eine Entzündung zu oder klagen über Schmerzen. Bevor sich Frauen für die Kupferkette entscheiden, ist es in ratsam, sich ausführlich vom Gynäkologen über die Risiken und Nebenwirkungen dieser Verhütungsmethode aufklären zu lassen.

Anwendung: Kupferkette einsetzen

Wer sich trotz möglicher Nebenwirkungen für eine Kupferkette entschieden hat, sollte vor dem Einsetzen Folgendes wissen: Vorgenommen wird der Eingriff während der Periode. Was eklig klingt, ist praktisch, denn dann ist der Gebärmutterhals geweitet, was das Ganze erleichtert. Zuvor wird die Gebärmutter ausgemessen – ihre Länge bestimmt auch die Länge der Kupferkette. Das Einsetzen erfolgt dann mit einer Einführhilfe und ist etwa so schmerzhaft wie eine Blutabnahme, keine große Sache also. Einige Ärzte verabreichen ihren Patientinnen aber auch eine Schmerztablette oder eine örtliche Betäubung. In manchen Fällen kann auch ein Medikament zum Einsatz kommen, das den Muttermund etwas weitet.

Nur, wenn die Kette korrekt eingesetzt wird, ist gewährleistet, dass sie sich später nicht unbemerkt lösen kann. Wählen Sie für den Eingriff daher einen Frauenarzt aus, der den Eingriff schon häufig durchgeführt hat und die entsprechende Routine bei der Anwendung mitbringt.

Fazit: Die Kupferkette ist eine gute Alternative für alle Frauen, die hormonfrei verhüten möchten. Sie wird ähnlich wie eine Spirale in die Gebärmutter eingesetzt. Mit etwa 300 Euro ist die Anwendung zwar nicht ganz günstig, dafür muss die Kupferkette aber auch erst nach fünf Jahren ausgetauscht werden. Sprechen Sie vor dem Eingriff ausführlich mit Ihrem Gynäkologen über Vor- und Nachteile sowie seinen Erfahrungen mit dieser Verhütungsmethode.

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