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Sexsucht: Anzeichen und Hilfe für Betroffene

Wer jeden Tag Sex möchte, ist nicht normal? Nein, denn Sexsucht bedeutet viel mehr. Wer seit zehn Jahren keine Folge seiner Lieblingsserie verpasst, Treffen mit Freunden sowie Sportkurse danach richtet und alles andere für seine Stars stehen und liegen lässt, ist fernsehsüchtig? Sexsucht ist so ähnlich. Sexpertin Paula Lambert klärt in „Paula kommt“ über typische Anzeichen und Behandlungsmöglichkeiten auf.

07.01.2014 16:33 | 1:08 Min |

Was ist Sexsucht?

Keine Angst, wer jeden Tag Sex haben möchte, ist noch lange nicht sexsüchtig, auch nicht, wer jeden Tag zweimal Sex haben möchte. Von Sexsucht wird erst dann gesprochen, wenn alle Tagesabläufe und Gedanken nur noch ums Thema Sex kreisen. Die Symptome können von Person zu Person unterschiedlich sein, was eine Diagnose nicht leichter macht. Einige suchen öfter Befriedigung bei Prostituierten, andere denken nur ununterbrochen an Sex. Etwa 10 bis 15 Prozent der Erwachsenen sind betroffen, davon mehr Männer als Frauen.

Sexsucht: Anzeichen

Betroffene, die vermuten süchtig zu sein, sollten sich folgende Fragen stellen: Leiden Arbeit und die Beziehung zu Freunden und Familie unter den ununterbrochenen Gedanken an Sex? Gehört stundenlanges Pornoschauen im Internet zur Tagesordnung – sowie mehrmaliges Masturbieren pro Tag, ohne eine Befriedigung zu verspüren? Sind schon Freundschaften oder Beziehungen zerbrochen, weil sich alles nur noch um Sex dreht oder die Zeit füreinander fehlte?

Es existieren bei der Sexsucht Symptome, die weit über das große Verlangen hi...
Es existieren bei der Sexsucht Symptome, die weit über das große Verlangen hinausgehen. Betroffene leiden oftmals sehr, fühlen sich deprimiert und ziehen sich zurück. © pixabay

Häufig verschlimmern sich bei einer Sexsucht die Symptome. Immer wieder entsteht das Verlangen, seiner Lust nachzugehen – und Betroffene verlieren zunehmend die Kontrolle über ihre Triebe. Ein Verzicht kann in existenziellen Ängsten und einem Leeregefühl münden. Weiter entwickeln sich in Folge der Erkrankung und fehlender Befriedigung bei einer Sexsucht Symptome, die eigentlich untypisch erscheinen: Depressionen beispielsweise, Alkoholsucht oder Medikamentenabhängigkeit, eine Ausprägung von Fetischen oder einfach nur Ekel und Selbsthass, wenn dem eigenen Drang wieder einmal nachgegeben wurde.

Sexsucht: Hilfe für Betroffene

Wer sexsüchtig ist und das ändern möchte, weil der Leidensdruck immer größer wird, sollte eine Therapie machen – hier gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Hilfe finden Betroffene in jeder größeren deutschen Stadt. Und was erwartet Betroffene? Im Rahmen einer kognitiven Verhaltenstherapie beispielsweise wird versucht, mögliche Ursachen zu ermitteln. Im nächsten Schritt geht es darum, die sexuellen Bedürfnisse zu kontrollieren. Das heißt: Nähe erleben, ohne Sex zu haben, unschöne Empfindungen zulassen, ohne diese mit Sex zu unterdrücken. Am Beginn vieler Therapien steht daher ein Sexverbot, das sowohl für sexuelle Handlungen mit anderen als für Masturbation gilt. So sollen Betroffene lernen, wieder eine normale Beziehung zu sich und ihrem Körper aufzubauen.

Hilfe für Betroffene

Wer sexsüchtig ist und das ändern möchte, weil der Leidensdruck immer größer wird, sollte eine Therapie machen – hier gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Hilfe finden Betroffene in jeder größeren deutschen Stadt. Und was erwartet sie? Im Rahmen einer kognitiven Verhaltenstherapie beispielsweise wird versucht, mögliche Ursachen zu ermitteln und bei einer Sexsucht die Symptome zu mildern. Dafür geht es im nächsten Schritt darum, die sexuellen Bedürfnisse zu kontrollieren. Das heißt: Nähe erleben, ohne Sex zu haben, unschöne Empfindungen zulassen, ohne diese mit Sex zu unterdrücken. Am Beginn vieler Therapien steht daher ein Sexverbot, das sowohl für sexuelle Handlungen mit anderen als auch für Masturbation gilt. So sollen Betroffene lernen, wieder eine normale Beziehung zu sich und ihrem Körper aufzubauen.

Zu wenig Sex mit dem Partner?

Der Grat ist schmal, zwischen ständigen Gedanken an Sex und einer Sexsucht. Symptome wie der große Drang nach Sex können auch durch Beziehungsprobleme ausgelöst werden. Kann der Drang nach körperlicher Nähe mit dem Partner nicht ausgelebt werden, ist es wichtig, das Gespräch zu suchen – vielleicht ist ja alles halb so schlimm oder nur eine Phase, die genauso schnell geht, wie sie gekommen ist. Auch mal keine Lust auf Sex zu haben, ist schließlich genauso normal wie gesteigertes Lustempfinden.

Häufig kann es schon helfen, ein klärendes Gespräch mit dem Partner zu führen...
Häufig kann es schon helfen, ein klärendes Gespräch mit dem Partner zu führen. Denn wenn die Befriedigung ausbleibt, steigt möglicherweise nicht nur der Frust, sondern auch unersättliche Lust. © pixabay

Fazit: Nur, weil manche Menschen sehr oft an Sex denken oder ihn praktizieren, leiden sie noch nicht an einer Sexsucht. Symptome sind also nicht einfach nur das pure Verlangen – Betroffene können nicht selten mehr ihrem normalen Alltag nachkommen. Sie sind ständig davon getrieben, sich Befriedigung zu verschaffen, können sich schwer konzentrieren und fühlen sich deprimiert und leer. Das Verlangen gerät außer Kontrolle und ein Verzicht führt dazu, dass die Symptome sich nur noch verschlimmern. Weil das Leben von Erkrankten dadurch an Qualität einbüßt, ist es wichtig, eine geeignete Therapie zu suchen. Liegt das Problem jedoch in einer unbefriedigenden Beziehung begründet, kann bereits ein klärendes Gespräch unter vier Augen helfen.

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