Die Vorstellung, ein Abendessen oder abends besonders viel zu essen, würde dick machen, hält sich hartnäckig. Aber stimmt dieser Ernährungsmythos überhaupt?
Oft wird behauptet, Abendessen würde dick machen. Geht man davon aus, dieser Mythos sei richtig, müssten Bewohner der Mittelmeerländer besonders füllig sein. Gerade Italiener, Spanier oder auch Nordafrikaner zelebrieren das Familienessen abends und das oft in rauen Mengen. Mittags wird hingegen nur eine Kleinigkeit gegessen.
Allein dieser Widerspruch zeigt, dass der Mythos, Abendessen würde dick machen, so nicht stimmen kann. Denn es kommt nicht darauf an, ob man morgens, mittags oder abends viel isst, erklärt unser Experte Professor Dr. Ingo Froböse, Leiter des Zentrums für Gesundheit an der Deutschen Sportschule Köln. Entscheidend ist – sowohl für das Zu- als auch Abnehmen – die Energiebilanz über eine Woche oder einen Monat. Wenn man also abends weniger ist, hat das keinen Effekt. Eine solche Ernährung hilft nicht beim Abnehmen.
Unser Experte empfiehlt dennoch nach der alten Volksweisheit „Morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettler“ zu essen. Der Grund hierfür ist aber nicht, dass man dadurch abnimmt. Eine solche Ernährung entlastet den Organismus. Nach einem mäßigen Abendessen kann sich der Stoffwechsel nachts mit seinen eigentlichen Aufgaben wie der Regeneration und Reparatur beschäftigen. Er wird nicht durch große Mahlzeiten, die für ihn eine zusätzliche Aufgabe bedeuten, überlastet. Entscheidend für das Zu- oder Abnehmen ist die Kalorienbilanz. Auch wer sich zum Abendessen mal etwas gönnen will, braucht also keine Angst zu haben, am nächsten Tag gleich mehrere Kilos zu viel auf den Hüften zu haben.
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