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7 Tage nach Ostern

Weißer Sonntag nach Ostern: Bedeutung und Ursprung

Der Sonntag, der die Osterwoche beendet, wird als Weißer Sonntag bezeichnet. Doch ist dieser Tag dann noch ein Feiertag? Und wieso heißt der Sonntag Weißer Sonntag? Das und mehr hier, im SAT.1 Ratgeber.

Weißer Sonntag nach Ostern: Bedeutung und Ursprung

In der Osternacht fand in der Frühzeit des Christentums die Taufe statt.
In der Osternacht fand in der Frühzeit des Christentums die Taufe statt. © Tkachuk - Fotolia

Bedeutung des Namens „Weißer Sonntag“

Das Taufkleid der Christen wurde bis zum Weißen Sonntag getragen.
Das Taufkleid der Christen wurde bis zum Weißen Sonntag getragen. © Pixabay

Weißer Sonntag – dieser Name leitet sich aus frühchristlicher Zeit ab. Der Ursprung des Brauches, auf dem der Name beruht, liegt um die Zeit des 4. bis 7. Jahrhunderts herum, in der die Anwärter in der Osternacht das Sakrament empfingen. Ihre weißen Taufgewänder trugen sie jedoch nicht nur zu diesem feierlichen Anlass. Es war Brauch, die Gewänder bis zum ersten Sonntag nach Ostern zu tragen – daher der Name. Erst danach wurden die weißen Kleider abgelegt. Da Ostern ein bewegliches Fest ist, das auf den ersten Frühlingsvollmond folgt, findet auch der Weiße Sonntag immer zu unterschiedlichen Zeiten statt, frühestens aber am 29. März und spätestens am 2. Mai. 

Außerdem bildet der Weiße Sonntag als Osteroktav – also achter Tag nach Ostern – den Abschluss der Osterwoche. Während dieser acht Tage trugen die Täuflinge die weiße Kleidung. Die Gewänder standen als Zeichen für die Taufe und symbolisierten gleichzeitig die Reinigung durch das Taufwasser. In der evangelischen Liturgie hat der Weiße Sonntag einen anderen Namen. Er heißt „Quasimodogeniti“, was aus dem Lateinischen übersetzt „wie die Neugeborenen“ heißt. Der Tag soll an den Beginn des Lebens erinnern.

Die Weiße Woche zu Ostern

Später wurde die Erstkommunion und auch die Konfirmation auf den Weißen Sonnt...
Später wurde die Erstkommunion und auch die Konfirmation auf den Weißen Sonntag gelegt. © tarczas - Fotolia

Doch nicht nur der als Weißer Sonntag bezeichnete Tag hat eine große Bedeutung für die Christen. Die gesamten acht Tage von Ostersonntag bis zum Weißen Sonntag werden von den Gläubigen als Hochfest begangen. Diese Zeit wird noch bis heute als Weiße Woche bezeichnet. Ab dem 17. Jahrhundert erlangte der Weiße Sonntag eine neue Bedeutung. An diesem Tag im Jahr wurde – ab dem 19. Jahrhundert sogar auf bischöfliche Anweisung – die Erstkommunion gefeiert. Nicht überraschend, schließlich ist die Erstkommunion eine Erneuerung der Taufe.

Im Rahmen dieser Feierlichkeit erhält das junge Gemeindemitglied zum ersten Mal das eucharistische Brot. In der Regel findet der festliche Eintritt in die Kirchengemeinde im Alter von neun Jahren statt. In der evangelischen Kirche hatte der Weiße Sonntag eine ganz ähnliche Bedeutung, denn an diesem Tag wurde in vielen Gemeinden die Konfirmation gefeiert. Inzwischen werden die Feierlichkeiten jedoch auch auf andere Sonntage gelegt.

Weißer Sonntag: Typische Bräuche

Um den Weißen Sonntag ranken sich viele Volksbräuche . An diesem Tag wurden zum Beispiel die restlichen Eier des Osterfestes gegessen. Diese mussten allerdings passend zum Namen des Feiertags weiß und ungefärbt sein. Im badischen Franken brachten die Kinder zur Kommunion einen Apfel mit. Nach dem Besuch der Kirche wurde der Apfel gegessen. So meinten die Menschen, ein Leben lang von Zahnschmerzen verschont zu sein. Kinder, die am Weißen Sonntag geboren wurden, galten früher als die Sonntagskinder des Jahres. Und für viele Menschen auch ein Grund zum Feiern: Nach der Fastenzeit und den Osterfeiertagen durfte am Weißen Sonntag endlich wieder das Tanzbein geschwungen werden.

In England hat der „Whitsunday“ – eine Verkürzung von „White Sunday“ – übrigens nichts mit dem Weißen Sonntag zu tun. Auf der Insel wird nämlich der Pfingstsonntag so bezeichnet. Er findet am siebten Sonntag nach Ostern statt.

Fazit: Der Weiße Sonntaghat zwar inzwischenan Bedeutung verloren, doch der erste Sonntag nach Ostern birgt eine faszinierende Geschichte, die eng mit der christlichen Taufe verbunden ist. Ein Grund mehr, das Ende der Osterwoche bewusst zu begehen.

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