Ratgeber

Österreichisches Osteressen

Osterpinze: Rezept für traditionsreiches Gebäck

Ein Osteressen in Österreich ist ohne Osterpinze nichts Halbes und nichts Ganzes. Das Gebäck, das dank Anis seinen würzigen Geschmack erhält, ist auch hierzulande eine Bereicherung für das Osterfest. Mehr zur Geschichte der Leckerei und ein traditionelles Rezept sowie eine vegane Variante gibt‘s hier.

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Wie ihr Name schon sagt, kommt die Osterpinze zum Osterfest auf den Tisch. Das Gebäck wird dann oft anstelle von Brot gegessen. © Ideenkoch - Fotolia

So kam die Osterpinze in die Steiermark

Wer meint, mit der Osterpinze etwas Urösterreichisches vorgesetzt zu bekommen, irrt sich. Original stammt das Gebäck nämlich nicht aus Österreich, sondern aus Venetien und der Region um Friaul in Italien. Hier heißt die Backware „pinza“ und wird zu Weihnachten und Neujahr zubereitet. Mitte des 19. Jahrhunderts gelangte das Rezept über die Landesgrenzen nach Graz in die Steiermark und wurde zur regionalen Spezialität. In Österreich wird sie inzwischen zu Ostern zubereitet. Gemeinsam mit anderen Speisen wird die Osterpinze am Karsamstag in der Kirche geweiht.

Rezept für 3 kleine Pinzen

Möchten Sie die Spezialität aus Österreich selbst backen, benötigen Sie folgende Zutaten:

  • 1 Kilogramm Weizenmehl
  • 440 Milliliter Milch
  • 120 Gramm Weißwein
  • 100 Gramm kalte Butter
  • 60 Gramm Zucker
  • Vanillezucker
  • 40 Gramm frische Hefe
  • 20 Gramm Trockenmalz
  • 20 Gramm Salz
  • 3 Dotter
  • unbehandelte Zitronenschale
  • etwas Anis
  • 1 Ei zum Bestreichen
  • 1 Prise Zucker

1. Bevor Sie mit dem Rezept aus Österreich loslegen können, sollten Sie den Anis in Weißwein ansetzen. Lassen Sie das Ganze etwa drei Stunden ziehen. Sie können die Mischung dabei auch leicht erwärmen. Seihen Sie den Sud dann mithilfe eines Siebs ab. Er gibt der Osterpinze später ihren charakteristischen Geschmack.

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Die Osterpinze wird aus Hefeteig gebacken. Zerbröseln Sie die Hefe und geben Sie sie in eine Mulde des Mehls. © YouTube - Kochen und Küche

2. Geben Sie zunächst das Mehl in eine Schüssel. Drücken Sie eine Mulde in die Mitte. Zerbröseln Sie nun die Hefe und geben Sie diese in die Mulde hinein. Hinzu kommen jetzt noch Zucker und zwei Drittel der warmen Milch.

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Der Anissud gibt der Osterpinze ihren charakteristischen Geschmack. Setzen Sie diesen am besten schon einige Stunden vor dem Backen an. © YouTube - Kochen und Küche

3. Nun die Butter in der übrigen warmen Milch auflösen. Inzwischen geht es weiter mit dem Teig. Geben Sie den Dotter, Salz und Trockenmalz zu den anderen Zutaten in die Schüssel. Gießen Sie auch den Anissud hinzu. Jetzt fehlen nur noch der Vanillezucker und die Schale einer unbehandelten Zitrone .

4. Jetzt können Sie die Mischung für die Osterpinze mit einem Rührlöffel leicht vermischen. Geben Sie dann die Milch mit der aufgelösten Butter hinein. Verrühren Sie alles zu einem geschmeidigen Teig.

5. Der fertige Teig muss nun gehen. Das gelingt besonders gut, wenn Sie die Schüssel in ein warmes Wasserbad stellen. Lassen Sie den Teig mit einer Folie oder einem Geschirrtuch abgedeckt für etwa 45 Minuten gehen. Schlagen Sie den Teig dann mithilfe eines Kochlöffels zusammen und lassen Sie ihn erneute gehen. Diesmal genügt eine halbe Stunde.

Gebäck aus Österreich: Ab aufs Blech

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Formen Sie aus dem Teig drei runde Kugeln. Sie wandern gleich aufs Blech und werden noch bepinselt. © Youtube - Kochen und Küche

6. Legen Sie den Hefeteig nun auf eine bemehlte Arbeitsplatte. Formen Sie aus dem Teig drei etwa gleich große, glatte Kugeln und legen Sie die kugeligen Teigstücke auf das Backblech. Bestreichen Sie jede Osterpinze mit einer Mischung aus verquirltem Ei und Zucker. Das sorgt später für den Glanz auf der Teigspezialität aus Österreich. Jetzt können Sie den Backofen schon mal nach Rezept auf 190 Grad vorheizen. Dann die Kugeln erneut gehen lassen.Diesmal reichen schon 10 bis 15 Minuten aus.

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Mit drei tiefen Schnitten bekommt die Osterpinze ihre charakteristische Form. Daran lässt sie sich auf der Ostertafel gleich ausmachen. © Youtube - Kochen und Küche

7. Jetzt geht es den Kugeln an den Kragen. Tauchen Sie eine Schere in kaltes Wasser. Auch wenn es wehtut, schneiden Sie dreimal tief mit der Schere in die Kugeln. Passen Sie allerdings auf, dass Sie nicht den Boden berühren. Das gibt der Pinze ihre typische Form, die in ganz Österreich bekannt ist.

8. Nach Rezept muss jede Osterpinze für zehn Minuten bei 190 Grad backen. Reduzieren Sie die Temperatur dann auf 160 Grad. Nach weiteren 30 Minuten im Backofen ist die Spezialität für das Osteressen fertig.

Ostergebäck mal anders: Osterpinze vegan

Sie leben vegan , möchten sich diese Leckerei zu Ostern aber nicht entgehen lassen? Dann finden Sie im SAT.1 Ratgeber eine Alternative, die Sie mit diesem Rezept ganz einfach selbst zubereiten können. Für ein Blech kleiner Osterpinzen benötigen Sie folgende Zutaten:

  • 3 Esslöffel zimmerwarmes Kokosöl oder pflanzliche Margarine
  • 2-3 Esslöffel Vollrohrzucker
  • 2 Becher Dinkelvollkornmehl
  • 1 Packung Trockenhefe
  • ½ Becher lauwarme pflanzliche Milch (mehr nach Bedarf)
  • ½ Teelöffel Salz
  • etwas Sojamilch zum Bestreichen
  • optional Orangenschale oder Rosmarin

1. Starten Sie das Rezept, indem Sie alle Zutaten zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Stellen Sie diesen zugedeckt an einen warmen Ort, wo er für 30 Minuten gehen kann.

2. Kneten Sie den Teig nun noch einmal gründlich durch und formen Sie daraus mit angefeuchteten Händen runde Brötchen . Legen Sie Backpapier auf ein Backblech und die Teigbälle anschließend darauf. Lassen Sie die Pinzen erneut für eine halbe Stunde gehen. Jetzt können Sie schon einmal den Ofen auf 180 Grad vorheizen.

3. Pinseln Sie jede Osterpinze nach der Wartezeit mit Sojamilch ein. Schneiden Sie nun wie bei der traditionellen Variante dreimal mit der Schere in das Ostergebäck hinein. Geben Sie das Gebäck dann für 15 bis 20 Minuten in den Ofen. Fertig ist die vegane Osterpinze.

Fazit: Sowohl traditionell als auch vegan zubereitet, ist die Osterpinze eine Leckerei für das Osterfest. Wagen Sie sich doch selbst einmal an das Rezept aus Österreich.

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