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Ratgeber

Eier aus Bodenhaltung: Warum so billig?

Dass Eier aus Bodenhaltung noch günstiger werden könnten, hätte wohl niemand gedacht. Die Discounter haben jedoch erneut die Preise gesenkt. Der geringe Preis kommt allerdings nicht von ungefähr.

07.03.2013 10:00 | 3:59 Min | © Sat.1

Dumpingpreise bei Discountern

Die Discounter Aldi und Lidl haben den Preis für Eier aus Bodenhaltung weiter verringert: Zehn Eier kosten nun gerade mal 99 Cent. Verbraucher fragen sich: Ist bei diesem Dumpingpreis eigentlich artgerechte Tierhaltung möglich? Tatsächlich werden die Hennen nicht auf dem Boden, sondern in mehreren Stockwerken übereinander gehalten: auf Stangen und Gittern. Verstirbt ein Tier, bleibt es häufig im Stall liegen. Kot wird ebenfalls nur gelegentlich entfernt. Diese Haltungsbedingungen sind zwar in keiner Weise artgerecht, aber rechtskonform. Die EU-Verordnung erlaubt in der Bodenhaltung neun Tiere auf einem Quadratmeter – und zwar auf mehreren Ebenen. Manchen Verbrauchern ist das nicht bewusst, anderen ist es egal: Mehr als die Hälfte aller in Deutschland verkauften Eier stammen aus Bodenhaltung.

Eier aus Bodenhaltung oder Käfighaltung in Fertigwaren

Wer keine Eier aus Bodenhaltung zum Kochen und Backen verwenden will, muss im Geschäft lediglich auf die Kennzahl auf dem Ei achten: Eine 0 steht für Bio-Eier, eine 1 für Eier aus Freilandhaltung, eine 2 für Eier aus Bodenhaltung. Käfighaltung, früher durch eine 3 auf dem Ei kenntlich gemacht, ist seit 2010 in Deutschland, seit 2012 in der ganzen EU verboten. Es gibt jedoch einige Länder, die das Käfighaltungsverbot bis heute missachten, zum Beispiel die Niederlande – Sanktionen blieben bislang aus. Problematisch daran ist, dass viele deutsche Bäckerbetriebe und Lebensmittelhersteller in Deutschland die Eier aus dem Nachbarland beziehen. In den meisten Fertigprodukten, aber auch in frischen Backwaren vom Bäcker oder Konditor stecken – wenn nicht anders gekennzeichnet – Eier aus Käfighaltung.

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