Ratgeber

Was ist Cloud Computing?

Cloud Computing bezeichnet das Auslagern von Computerfunktionen (Infrastruktur, Programmierungsumgebung, Software) zu externen Anbietern, wo sie dank einer Internetanbindung erreicht und genutzt werden können.

Expertin: Julia Dombrowski, onlinefacts.de
Was_ist_Cloud_Computing

Was ist Cloud Computing?

Cloud Computing ist der Name einer sehr bildhaften Vorstellung: „Computernutzung in der Wolke“. Um zu verstehen, was diese „Wolke“ bezeichnet, muss man sich von einer althergebrachten Vorstellung des Computers lösen: In den ersten Jahrzehnten seit seiner Erfindung konnte ein Computer genau das, was die vorhandene Rechnerleistung und die installierte Software ihm ermöglichten. Das gilt auf diese Weise heute nicht mehr dank Cloud Computing: Mit Hilfe des Internets können User Funktionen verwenden, die der eigene Rechner nicht beinhaltet. Man greift auf Leistungen zu, die in einer virtuellen „Wolke“ zur Auswahl stehen – man wählt genau die Möglichkeiten aus vielen Angeboten von vielen Dienstleistern, die man braucht. Ganz einfach gesagt ist Cloud Computing ein Servicemodell, bei dem Computerfunktionen eine Dienstleistung werden und nicht länger ein Produkt sind. Allgemein wird zwischen drei Dienstleistungsarten unterschieden:

  • IaaS – Infrastructure as a Service (Infrastruktur als Dienstleistung) – bezeichnet die Möglichkeit, Netzwerke und Speicherplatz anzumieten.
  • PaaS – Platform as a Service (Programmierungsumgebung als Dienstleistung) – ermöglicht den Nutzern, in der Programmierumgebung des Anbieters eine eigene Software zu gestalten.
  • SaaS – Software as a Service (Software als Dienstleistung) – dürfte die vermutlich am weitesten verbreitete Variante des Cloud Computing sein: SaaS-Angebote reichen von E-Mail-Diensten über Anbietern, mit denen private Fotos archiviert und verwaltet werden können, Speicherdienste für Dateien aller Art, Software für Buchhaltung oder Zeitmanagement … Nicht jedes dieser Angebote ist kostenpflichtig.

Vorteile von Cloud Computing

Die Vorteile des Servicemodells sind vergleichbar mit der Entscheidung, eine Wohnung anzumieten, statt ein Haus zu kaufen: Das Haus wäre möglicherweise zu groß und eine Mietwohnung genügt für die individuellen Bedürfnisse. Der Vermieter kümmert sich um die Instandhaltung des Mietobjekts und eine große, stark belastende Investition wie beim Hauskauf ist bei einem Mietvertrag nicht notwendig. Diese Überlegungen sind vergleichbar mit den Gründen, eine Cloud-Computing-Lösung statt eigener Ressourcen zu nutzen.

Wie man sich beim Cloud Computing schützen kann

Eine große Sorge beim Cloud Computing entsteht durch die Frage, ob persönliche Daten während der Nutzung ausreichend vor dem unberechtigten Zugriff durch Dritte geschützt sind. Das ist der Fall, wenn der Anbieter eine verschlüsselte Verbindung benutzt. Sie erkennt man daran, dass in der Internetadresse ein „s“ hinter dem einleitenden „http“ steht: „ https://www...

Doch sind die Daten immer noch sicher, wenn sie erst einmal beim Anbieter gespeichert sind? Normalerweise hält ein Cloud-Computing-Anbieter eine Erklärung zum Datenschutz bereit, wie er Inhalte genau schützt. Grundsätzlich gilt die Faustregel, dass deutsche Datenschutzbestimmungen wesentlich strenger sind als zum Beispiel US-amerikanische Prinzipien. Es kann deshalb sinnvoll sein, eine etablierte deutsche Alternative einem US-Dienst vorzuziehen, sofern die Daten sensibel sind.

 

Ferner hilft möglicherweise Folgendes, sich für oder gegen Internetdienste zu entscheiden: Wenn ein Anbieter sich nicht dadurch finanziert, indem die Nutzung seiner Dienstleistung bezahlt wird, verdient er womöglich daran, dass ihm persönliche Daten zur Verfügung gestellt werden. Denn: Solange Internet-Dienstleistungen kostenpflichtig sind, dürfte der Anbieter aus Gründen der Kundenbindung sinnvollerweise dafür sorgen, dass die Daten zahlender Kunden geschützt bleiben. Ist der Dienst aber kostenlos, sollte man sich fragen, womit der Anbieter stattdessen sein Geld verdient. Häufig besteht das Geschäftsmodell kostenloser Onlinedienste darin, Daten zu sammeln und Dritten zur Verfügung zu stellen. Das gilt natürlich nicht für alle kostenlose Dienste, viele Anbieter finanzieren sich mit Werbeeinblendungen. Hochsensible Daten haben bei kostenlosen Onlinediensten in der Regel jedenfalls nichts zu suchen.

Kommentare

Zurück zur Übersicht