Ratgeber

Playlist

Ratgeber

Was ist ein Scam?

Immer wieder werden nichtsahnende Internet-Nutzer Opfer eines Scams. Die Verfolgung der Täter gestaltet sich oft schwierig. Was aber ist ein Scam genau und woran erkennt man ihn?

09.09.2016 10:00 | 1:11 Min | © Glutamat

Betrug im Internet

Unter einem Scam versteht man ein groß aufgezogenes Online-Betrugsszenario, das das Ziel hat, Internet-Nutzer um ihr Geld zu erleichtern. Diese Methode der IT-Kriminalität setzt nicht auf das Angreifen der technischen Infrastruktur, sondern stattdessen auf gezielte psychologische Manipulation der Nutzer (Fachleute sprechen mitunter auch von „Social Engineering“).

Scams werden häufig per E-Mail oder Social Media verbreitet. Aber auch auf Shopping - und Immobilien-Websites und überall sonst, wo im Internet mit Geld hantiert wird, sind sie anzutreffen.

Von nigerianischen Geschäftsleuten und anderen Lügen

Scams tauchen immer wieder im Internet auf. Sie sind möglichst so gestaltet, dass sie die Gefühle der Menschen ansprechen, um diese zu einem bestimmten Verhalten zu drängen.

So sollen angeblich todsichere Investitionsideen, die aber nur noch für kurze Zeit laufen, die Gier und Abenteuerlust der Menschen ansprechen und dafür sorgen, dass sie ihre Vorsicht über Bord werfen. Häufig handelt es sich bei diesen angeblichen Verdienstmöglichkeiten jedoch um Schneeballsysteme, an denen nur die Betrüger selbst wirklich verdienen. Die gutgläubigen Nutzer, die investiert haben, sehen ihr Geld in der Regel niemals wieder.

Ein bekannter Scam ist auch der „reiche nigerianische Geschäftsmann“

Der reiche nigerianische Geschäftsmann verbreitete sich vor einigen Jahren rasant im Internet. In den betreffenden E-Mails stand auf englisch, der Verfasser sei ein „reicher nigerianischer Geschäftsmann“, der aus politischen Gründen aus dem Land habe fliehen müssen. Nun komme er nicht mehr an sein erhebliches Vermögen. Er suche daher dringend Hilfe in Form von Spenden. Mit deren Unterstützung könne ein Verwandter das Geld außer Landes schaffen und er dann darauf zugreifen. Den Spendern versprach er eine großzügige Belohnung. Auf diesen Scam fielen viele Leute in einer ganzen Reihe von Ländern herein.

Der Grund: Dieser Scam sprach die Hilfsbereitschaft und das Mitgefühl der Menschen ebenso an wie ihren Wunsch, Profit zu machen. Diese Kombination erweist sich immer wieder als sehr erfolgreich. Nicht umsonst kursieren ähnliche Geschichten schon mindestens seit dem späten 16. Jahrhundert („Spanish Prisoner Scheme“) und tauchten auch nach dem reichen nigerianischen Geschäftsmann immer wieder auf.

So erkennt man die Warnzeichen

Um sich vor Online-Betrug zu schützen, helfen keine Programme oder technischen Hilfsmittel. Die Nutzer können sich nur auf sich selbst, ihr Wissen und ihren gesunden Menschenverstand verlassen. Glücklicherweise gibt es aber Richtlinien, woran sich ein Online-Betrug erkennen lässt.

Neben zahlreichen Angeboten und Newslettern von Online-Händler flattern immer häufiger auch diverse "falsche Fünfziger" ins Haus – sogenannte Phish...

Zum Video

Als ersten Schritt sollte man die Form der betreffenden E-Mail, des Postings oder des Angebots überprüfen. Ist diese bemerkenswert unprofessionell, voller Rechtschreibfehler oder offensichtlich mit Hilfe eines Online-Übersetzers wie Google Translate entstanden, gilt: Finger weg.

Der zweite Schritt ist die Prüfung des Inhalts. Man sollte kritisch überlegen, wie realistisch das beschriebene Szenario ist. Die Faustregel sagt: Ist ein Angebot oder eine Gelegenheit „zu gut, um wahr zu sein“, stimmt damit meist tatsächlich etwas nicht.

Was_ist_eine_ZIP-Datei

Sind sich die Betroffenen noch immer nicht sicher, sollten sie im Internet nach Informationen über die betreffende Geschichte suchen. Neben Suchmaschinen helfen auch Websites wie die „Watchlist Internet“, die bekannte Scams und Lügenkampagnen auflistet, weiter.

Betrugsmasche Scamming

Sie tummeln sich im Social Web, verschicken dubiose E-Mails oder gaukeln fremden Leuten die große Liebe vor. Cyberkriminelle machen sich die Betrugsmasche des Scammings gerne zunutze, bei der durch psychologische Manipulation versucht wird, Menschen dazu zu bringen, ihnen Geld zu überlassen. In verdächtigen E-Mails werden tragische menschliche Schicksale erfunden, die den Empfänger dazu bringen sollen, aus Mitleid finanzielle Hilfe anzubieten. Oft verkaufen sich die Absender als besonders gut betucht, nur leider derzeit nicht in der Lage, auf ihr Vermögen zuzugreifen. Das beste Beispiel für eine solche betrügerische E-Mail war vor einigen Jahren die Geschichte eines vermeintlichen nigerianischen Geschäftsmannes, der aufgrund von politischer Verfolgung nicht auf sein Vermögen zugreifen kann.

Obacht vor Romance-Scamming

Insbesondere auf Chat- und Dating-Portalen ist oberste Vorsicht geboten. Denn eine jüngere Masche der Betrüger ist es, sich an User und Userinnen heranzumachen und ihnen dabei die große Liebe vorzugaukeln. Der Cyberkriminelle sitzt meist im Ausland, während er mit dem Opfer kommuniziert. Ist er sich der Beziehung zum Opfer sicher, wird um finanzielle Hilfe gebeten. Oft beteuert der Betrüger, dass er das Geld bald zurückzahlen werde, doch das ist natürlich eine Lüge. Romance-Scamming hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Millionengeschäft entwickelt.

Scamming statt Traumjob

Eine andere Scamming-Methode lässt Jobsuchende glauben, sie hätten ihre wahre Traumstelle gefunden. In Stellenanzeigen im Internet werden attraktive Stellen mit besonders guter Bezahlung angeboten. Darunter gibt es als Kontaktmöglichkeit nur eine Telefonnummer, über die ein vermeintliches Vorstellungsgespräch stattfinden soll. Doch dieser Anruf kann teuer werden, denn im Gespräch wird dem Bewerber versprochen, dass er den Job bekommt. Vorher wird er allerdings gebeten, noch einen bestimmten Betrag auf ein Konto zu überweisen.

Ganz schön fiese Masche, dieses Scamming! Wie ihr euch vor solchen Maschen effektiv schützen könnt, erfahrt ihr im Video.

Kommentare

Zurück zur Übersicht