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Was ist Snapchat?

Den Online-Dienst gibt es erst seit 2011. Trotzdem wird prophezeit, dass Snapchat dazu in der Lage sein kann, Facebook bei jungem Publikum den Rang abzulaufen. Mitte 2014 wurden 700 Millionen Nachrichten täglich angesehen.

02.04.2016 10:00 | 1:19 Min | © Sat.1

Die kostenfreie App für Smartphones und Tablet-PCs ermöglicht einen simplen Versand von Fotos an Freunde. Die Bilder sind bei den Empfängern für eine bestimmte Anzahl an Sekunden sichtbar. Danach haben Anwender ohne technisches Wissen keine Möglichkeit mehr, sich die Bilder anzusehen. Für technikaffine Benutzer ist es hingegen kein Problem, alle ausgeblendeten Fotos sichtbar zu machen.

Snapchat hat sein Angebot erweitert

Der Begriff Sexting setzt sich aus den beiden englischen Wörtern "sex" und "texting" zusammen. Vor allem Jugendliche tauschen über das Internet ode...

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Wurden früher ausschließlich Fotos oder auch Nacktbilder darüber verschickt, so haben die Betreiber die Möglichkeiten ihres Dienstes erweitert. So veröffentlicht zum Beispiel die Washington Post dort politische Nachrichten. Seit der Einführung von Snapchat Stories kann man seine Follower durch sein Leben führen.

Wer möchte, kann seit Ende August 2015 eine Art visuelles Tagebuch erstellen, welches eine eigene Geschichte erzählt. Diese Fotos werden im Gegensatz zu den Momentaufnahmen bis zu 24 Stunden aufbewahrt. Wer nichts verpassen möchte, muss dennoch mindestens einmal täglich nachschauen, ob es etwas Neues gibt. Einigen Jugendlichen wird nachgesagt, dass sie geradezu süchtig nach dieser App sind und sie mehr oder weniger permanent benutzen.

Viele Sicherheitslücken

Das Unternehmen, welches von Evan Spiegel und Robert Murphy gegründet wurde, hat seit jeher Probleme mit Sicherheitslücken. Eine Gruppe von Datenschützern hatten die Betreiber im August 2013 auf eine  kritische Sicherheitslücke  hingewiesen. Weil keine Reaktion erfolgte und die Fehler nicht behoben wurden, veröffentlichten die Datenschützer die Daten von rund 4,6 Millionen Nutzern auf einer eigenen Webseite. Die Lücke wurde erst Anfang Januar 2014 von der eigenen Software entfernt.

Im Februar 2014 wurde  eine weitere Sicherheitslücke  bekannt, die es  Hackern  ermöglichte, innerhalb kürzester Zeit Tausende Nachrichten an die Anwender zu versenden. Die Lücke konnte auch für das Verschicken von  Spam -Mails verwendet werden. Die Geräte der Empfänger sind in der Folge abgestürzt.

13 Gigabyte private Fotos im Umlauf

Im Oktober 2014 ist ein Archiv mit rund 200.000 privaten Bildern  aufgetaucht , welches bei gehackten Webservern, bei Sharehostern und  BitTorrent -Webseiten hochgeladen wurde. Die Fotos stammen ausnahmslos von Snapchat-Anwendern, viele sind Nacktfotos Minderjähriger. Somit handelt es sich beim Großteil der Bilder um kinderpornografisches Material. Wie die 13 Gigabyte ins Internet gelangen konnten, wurde bisher nicht geklärt. Snapchat teilte mit, angeblich habe niemand die eigenen Server kompromittiert. Die Betreibergesellschaft hat Apps von Drittanbietern im Verdacht. Diese könnten die Fotos der Smartphones auf fremde Server übertragen haben. Bei über 100 Millionen aktiven Nutzern, von denen etwa die Hälfte zwischen 13 und 17 Jahren alt sind, fallen tagtäglich unzählige Fotos an, die leider nicht wie versprochen automatisch von den eigenen Geräten entfernt werden.

Was eigentlich ein kurzweiliger Spaß von Jugendlichen sein soll, wird mitunter erst Monate später zu einem ernsthaften Problem. Wer Nacktfotos oder Videos mit privatem Inhalt erstellen will, sollte diese fernab vom Internet speichern. Intime Fotos auf Geräten mit einem Internetzugang haben schlichtweg nichts zu suchen. Sie werden früher oder später zu einem Sicherheitsrisiko. Sind Daten erstmal ins Internet gelangt, kann man sie nicht mehr von dort entfernen.

Sexting gegen Bezahlung

Am 17. November 2014 kündigte der Dienst Snapchat künftig auch die Übertragung von Geldbeträgen zu ermöglichen. Die in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Square realisierte Dienstleistung soll unter dem Namen „Snapcash“ angeboten werden. Neben sinnvollen und harmlosen Nutzungsmöglichkeiten könnte Snapcash jedoch auch ein neuer Liebling der Porno-Industrie werden – und sogar den Verkauf von Kinderpornografie erleichtern, warnen Kinderschützer.

Kommentare

Auch schon mal ein intimes Foto über das Smartphone verschickt? Könnte auch schiefgehen... Jetzt gibt es eine App, die verhindern soll, dass ein solches Bild in falsche Hände gerät.

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