Ratgeber

Was ist WhatsApp?

WhatsApp ist auf fast jedem Smartphone installiert. Die weltweit bekannte Chat-Software zählt insgesamt 1.000.000 Millionen Nutzer und hat nach allgemeinem Verständnis die klassische SMS im mobilen Nachrichtenverkehr abgelöst.

Experte: Julian Wolf, onlinefacts.de
Was_ist_WhatsApp

 

In der Jugendsprache ist "WhatsApp" schon längst zu einem geflügelten Begriff geworden. Die Zahl an regelmäßigen Benutzern der mobilen Software geht steil auf die Milliarde-Marke zu. Auf fast jedem Smartphone ist die App mit dem bekannten grünen Icon installiert. Dabei hält sich der Funktionsumfang der Software in Grenzen. Es handelt es sich um einen simplen Instant Messenger. Eine Applikation über die man als Anwender Nachrichten an Personen aus dem Adressbuch versenden kann. Die Botschaften können dabei mit einer großen Zahl an verschiedenen Smileys (sogenannte Emojis), Bildern und Videos ergänzt werden. Großer Beliebtheit erfreut sich auch die Möglichkeit, über sogenannte Gruppen mit mehreren Usern gleichzeitig kommunizieren zu können.

Günstige Alternative zur SMS

Das wesentliche Erfolgsgeheimnis hinter WhatsApp ist die Art und Weise des Versandes. Denn die Nachrichten werden ausschließlich über das Internet verschickt. Da die meisten Smartphone-Nutzer heutzutage über einen Handyvertrag verfügen, der einen Zugang zum mobilen Internet einschließt, fallen für die Nutzung von WhatsApp keine gesonderten Gebühren an. Dies stellt einen wesentlichen Unterschied zum vor einigen Jahren üblichen Versand von SMS-Nachrichten dar. Damals wurde jede Nachricht einzeln berechnet. Die Übermittlung von Bildern zählte als sogenannte MMS (Multimedia Messaging Service) und konnte je nach Empfänger sogar bis zu 0,50 Euro kosten. Um via WhatsApp kommunizieren zu können, verlangt der verantwortliche Anbieter Facebook nach den ersten 365 Tagen lediglich einen Euro für jedes weitere Folgejahr. Nutzern der ersten Stunde wurde sogar eine kostenfreie Lizenz auf Lebenszeit ausgestellt.

Datensicherheit wird zur Nebensache

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Der Umstieg auf das Internet hat allerdings nicht nur positive Folgen. Viele Anwender machen sich keine Gedanken über die Abhörsicherheit ihrer privaten Nachrichten. Jahre lang verwendete WhatsApp keinerlei Verschlüsselungsmechanismen, um Botschaften vor unberechtigtem Zugriff zu schützen. Im Netz kursierte gar Hacking -Software, die den WhatsApp-Datenverkehr in einem WLAN-Netzwerk automatisch sammeln und lesbar machen konnte. Zwar ist diese gravierende Sicherheitslücke mittlerweile geschlossen. Allerdings ist auch nicht öffentlich bekannt, welchen Schutz WhatsApp zum aktuellen Zeitpunkt verwendet. Eine externe Überprüfung, ob das Verfahren tatsächlich sicher ist, ist aus diesem Grund nicht möglich.

Um zu verhindern, dass private Unterhaltungen in fremden Hände geraten, sollten über andere Kommunikationswege nachgedacht werden. WhatsApp ist nicht die einzige Messenger-App, die für alle Smartphones verfügbar ist. Alternative Programme wie Threema verfügen über den gleichen Funktionsumfang wie der Marktführer und setzen auf ein transparentes Verschlüsselungsverfahren. Konkret zum Einsatz kommt unter anderem ein ECC-Algorithmus von dessen Sicherheit auch unabhängige Experten überzeugt sind. Dieser Schutz gilt allerdings nur für die Übermittlung der Nachrichten.

Kommt das Smartphone eines Nutzers abhanden und ist nicht mit einem Entsperr-Code gesichert, sind etwaige Nachrichten einem unehrlichen Finder natürlich trotzdem zugänglich. Das Gleiche gilt für womöglich intime Bilder und Video, die mit anderen Personen geteilt wurden. Wirklich sensible Informationen sollten mit ausreichend passwortgeschützten Computern über verschlüsselte E-Mails ausgetauscht werden.

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