Ratgeber

Was sind Cookies?

Noch vor einigen Jahren wurden Cookies primär dafür benutzt, um die Anzahl der Besucher einer Webseite zu zählen. Mittlerweile gibt es für Cookies viele verschiedene Anwendungsgebiete:

Experte: Lars Sobiraj, onlinefacts.de
Was_sind_Cookies

Heutzutage erkennt man Ihren Browser mithilfe dieser Dateien und schneidet die angebotenen Inhalte persönlich auf Sie und Ihre Gewohnheiten zu. Das ist auch der Grund, warum man immer wieder gebeten wird, auf bestimmten Webseiten der Nutzung von Cookies zuzustimmen. Als Begründung wird vielfach angegeben, nur so könne man die eigenen Produkte und die angebotenen Inhalte der Webseiten verbessern.

Nicht aus dem Backofen, aber sehr clever

Mit gebackenen Plätzchen haben die namensgleichen Cookies nichts gemeinsam. Dies sind kleine Textdateien, die ungefragt auf dem Browser Ihres Rechners abgelegt und später von dort geladen werden. Wahrscheinlich werden sich schon viele darüber gewundert haben, wie es kommt, dass sie beim Betreten eines Online-Shops persönlich begrüßt werden. Der Grund dafür ist einfach: Cookies können sogar Ihre verschlüsselten Anmeldedaten beinhalten. Sofern ein gültiges Cookie vorliegt, ist der erneute Anmeldevorgang nicht mehr nötig. Nur wenn Sie den Browser wechseln, Cookies blockieren oder löschen, müssen Sie sich aber erneut anmelden.

Lightbeam sorgt für Klarheit

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Zu böswilligen Zwecken können die Textdateien hingegen nicht genutzt werden. Hacker könnten sie zwar auslesen, sie aber nicht aktivieren oder Ihren Computer damit übernehmen. Mit dem Firefox Add-on Lightbeam kann man sich sehr gut ansehen, welche Webseiten Cookies zur Überwachung ihrer Besucher einsetzen. Schnell werden auch Cookies von Drittanbietern sichtbar, deren Webseite gar nicht besucht wurde. Auf einen Blick wird deutlich, welche Anbieter bei der Beschattung der Surfer zusammenarbeiten.

Neuartige Cookies lassen uns nicht mehr in Ruhe

Da es für die Anwender einfach ist, die alt hergebrachten Cookies zu blockieren oder zu löschen, lassen sich die Hersteller immer wieder etwas Neues einfallen. Bei den ewigen Cookies werden die individuellen Eigenschaften eines Computers und aller installierten Zusätze zum Browser getestet. Die amerikanische Bürgerrechtsorganisation EFF bietet einen Test an, ob auch Ihr Computer eindeutig zugeordnet werden kann. Bisher gelang dies bis auf wenige Ausnahmen. Wird diese Technik eingesetzt, spielt es keine Rolle mehr, ob Sie Ihre Cookies gelöscht oder blockiert haben. Der Betreiber kann trotzdem erkennen, dass Sie und niemand anderes dort verweilt, um Ihnen die Werbung und die Inhalte anzubieten, die am besten zu Ihrem Nutzungsverhalten und Ihren Vorlieben passen.

Erstmals vor vier Jahren wurden auf Basis des Web-Standards HTML5 vom polnischen Sicherheitsforscher Samy Kamkar sogenannte Supercookies vorgeführt. Supercookies sind aufgrund der vielen gesammelten Informationen sehr viel größer. Zudem lassen sie sich auf bis zu zehn Orten zeitgleich abspeichern, was das Löschen erschwert. Sie sind nur dann inaktiv, sofern sie überall erfolgreich gelöscht wurden. Bleiben sie nur an einer Stelle erhalten, können alle noch verfügbaren Daten rekonstruiert werden. Auch die US-amerikanische Firma KISSmetrics hat eigene „ewige“ Cookies entwickelt. Die ersten Tracking-Firmen wurden in den USA bereits wegen ihres aggressiven Vorgehens angeklagt. Trotzdem ist zu befürchten, dass die neuartigen Cookies auch bei uns schon bald eingeführt werden.

Das Problem

Für Anfänger ist es schwer, sich vor diesen Cookies zu schützen oder diese vom eigenen Computer zu entfernen. Gefragt ist auch der Gesetzgeber, der aber bei der rasanten technischen Entwicklung nicht mit der Anpassung der juristischen Vorgaben nachkommt.

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