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Bei Schaden oder Diebstahl

Wie sinnvoll sind Handy-Versicherungen?

Wird das Smartphone beschädigt oder gestohlen, entstehen oft hohe Kosten für die Reparatur oder Neuanschaffung. Lohnt sich eine Handy-Versicherung, um im Zweifelsfall abgesichert zu sein? Nicht unbedingt.

Handy-Versicherung - picture alliance - dpa Themendienst
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Innerhalb der EU ist gesetzlich festgelegt, dass jeder Händler eine zweijährige Gewährleistung für Neuwaren übernehmen muss. Tritt also zum Beispiel bei einem Smartphone ein Fehler oder Defekt auf, der nicht selbstverschuldet ist, können Sie sich bis zu 24 Monate ab Kaufdatum an den Verkäufer wenden, um den Mangel beheben zu lassen. Allerdings greift diese Gewährleistung in der Regel nur, wenn der Fehler an der Ware bereits beim Kauf bestanden hat – zudem kehrt sich hier nach sechs Monaten die Beweispflicht um. Dann liegt diese beim Käufer, der belegen muss, dass der Defekt bereits beim Kauf vorhanden war.

Hersteller bieten eine freiwillige Garantie

Neben der gesetzlich vorgeschriebenen Gewährleistung des Verkäufers besteht für Produkte in der Regel auch eine freiwillige Garantie des Herstellers. Diese bezieht sich meist auf die Funktionsfähigkeit eines Produkts für einen bestimmten Zeitraum – zum Beispiel für ein Jahr – ab dem Kaufdatum. Auch diese Garantie deckt allerdings keine selbstverschuldeten Schäden ab, etwa durch Sturz oder das Eindringen von Flüssigkeit. Vor Folgekosten durch solche Schäden kann eine zusätzliche Versicherung theoretisch schützen.

Informieren Sie sich genau über Leistungen

Eine Handy-Versicherung können Sie zum Beispiel bei Ihrem Mobilfunkprovider oder der Elektronikfachhändler abschließen, bei dem Sie ein neues Smartphone kaufen. Solch eine Versicherung verspricht meist, auch bei einem selbstverschuldeten Schaden oder Diebstahl des Handys zu zahlen und für Ersatz zu sorgen. Hier gilt es allerdings, die Vertragsbedingungen genau zu lesen: Achten Sie zum Beispiel darauf, ob bei Diebstahl der Neuwert oder nur der „Zeitwert“ eines Smartphones ersetzt wird. Zudem zahlt die Versicherung möglicherweise nur, wenn das Handy aus einem verschlossenen Raum entwendet wurde.

Für fahrlässig herbeigeführte Schäden am Smartphone, zum Beispiel durch einen Sturz, geben Handy-Versicherungen in der Regel an aufzukommen. Ist allerdings in den Vertragsbedingungen die Rede davon, dass bei „grober Fahrlässigkeit“ nicht gezahlt wird, besteht reichlich Interpretationsspielraum, den die Versicherung für sich ausnutzen kann. Im Schadensfall sollten Sie immer darauf achten, diesen unverzüglich zu melden. 

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