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Sternsinger

Sternsinger - ein alter Brauch zu einem guten Zweck

Sternsinger - ein weit verbreiteter und stimmungsvoller Brauch, der zudem einem guten Zweck dient. Sternsinger-Aktionen helfen Kindern in Not weltweit.

Sternsinger
© Verwendung weltweit, usage worldwide

Singen für den guten Zweck: Die Sternsinger am Dreikönigstag

Der Brauch des Sternsingens ist nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa weit verbreitet. In der Zeit zwischen den Jahren, das heißt an den zwölf Tagen zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar, ziehen Gruppen von Kindern oder Erwachsenen, als Heilige drei Könige verkleidet, von Haus zu Haus und singen die überlieferten Sternsinger-Lieder, die meist von der Erscheinung des Herrn und vom Leben Jesu handeln. Früher bekamen die Sternsinger Äpfel, Gebäck und andere Leckereien, von denen in der Weihnachtszeit reichlich in den Haushalten vorhanden war. Heute wird meist Geld gegeben, das gezielt für wohltätige Zwecke gespendet wird.

Sternsingen: Aus der Not der Klöster entsteht ein Brauch für Jung und Alt

In Nordeuropa entwickelte sich der Brauch des Sternsingens eher aus der Not heraus, da mit der Verbreitung des Protestantismus die Klöster in Regierungsbesitz übergingen. Sie hatten damit kein eigenes Einkommen mehr, so dass die Klosterschüler gezwungen waren, sich mit dem Singen christlicher Lieder Spenden von der Bevölkerung zu erbitten. Auch in den folgenden Jahrhunderten wurde das Sternsingen in erster Linie von Klosterschülern betrieben. Ab dem 16. Jahrhundert verbreitete sich der Brauch und wurde auch von Gemeindemitgliedern ausgeübt. In einigen Gebieten war das Sternsingen und damit verbunden das Sammeln von Spenden und Geschenken dabei ein Privileg für besondere Berufsgruppen:

  • Freising: Leinweber
  • Hildesheim: Pflastersetzer
  • Laufen: Salzach-Schiffer
  • München-Au: Maurer

Wer den Sternsingern etwas spendet, der erhält ihren Segen

Die Segensbitte der Sternsinger ist bis heute ein fester Bestandteil des Dreikönigs-Brauches: Wer etwas gegeben hat, dessen Haustür wird mit einem Kreidekürzel, z. B. „20*C+M+B+14.“, versehen. Viele bringen diese Abkürzung mit den Namen der Heiligen drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar in Verbindung. Tatsächlich aber sind die Buchstaben die Abkürzung für den lateinischen Segensspruch „Christus Manisonem Benedicat“ (Gott segne dieses Haus). Die Schreibweise variiert von Land zu Land und auch regional. Fast immer aber enthält der Segen neben der Jahreszahl und den Kürzeln auch einen Stern, der den Stern von Bethlehem symbolisiert. Die drei Kreuze stehen für die Heilige Dreifaltigkeit aus Vater, Sohn und Heiligem Geist.

Sternsingen für Kinder in Not: Spendenaktionen der Kirchen

Heute wird das Sternsingen in vielen Gemeinden zentral von den Kirchen organisiert. Die gesammelten Spenden der Sternsinger gehen an das Kindermissionswerk und fließen damit in verschiedene Projekte zu Unterstützung von notleidenden Kindern weltweit. Rund 500.000 Kinder beteiligen sich in Deutschland an den beliebten Sternsinger-Aktionen, so dass der althergebrachte Brauch des Dreikönigssingens heute als eine der größten Initiativen für notleidende Kinder betrachtet werden kann.

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