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Weihnachtsgans: Tipps für Einkauf und Zubereitung

Der Weihnachtsbraten darf zum Heiligen Fest nicht fehlen. Doch was gilt es zu beachten, wenn Sie eine Weihnachtsgans zubereiten möchten? Prall sollte sie sein und schön saftig schmecken. Den einen oder anderen Tipp zum Einkauf, zur Vor- und Zubereitung – Bilder inklusive – hier, im SAT.1 Ratgeber.

20.12.2013 19:05 | 7:48 Min |

Mehr als 80 Prozent der Weihnachtsgänse kommen aus dem Ausland

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Die meisten Weihnachtsgänse, die in der Supermarkttruhe liegen, kommen aus dem Ausland. © dpa - picture alliance

Der Blick in die Tiefkühltruhe offenbart schnell: Hierin befinden sich mehrheitlich importierte Tiere – Gänse aus Polen und Ungarn zum Beispiel. Tatsächlich stammen nur 18 Prozent des Geflügels aus Deutschland. Woran liegt das? Wie immer am Geld. Denn die Aufzucht der Gänse ist in Polen oder Ungarn wesentlich günstiger als hierzulande. Die laufenden Kosten sind ein Grund, außerdem zu bedenken ist, dass die Tiere nur saisonal gefragt sind. Zur Weihnachtszeit  ist das Geflügel heiß begehrt, dann nicht mehr. Schließlich will niemand im Sommer eine Weihnachtsgans zubereiten. Leere Ställe aufgrund geringerer Nachfrage verursachen jedoch ebenfalls Kosten, die nicht alle inländischen Unternehmen tragen wollen und können.

Tipps zur Qualitätskontrolle

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Mit einer speziellen App lässt sich die Herkunft der Tiefkühlgänse im Handumdrehen bestimmen. So kaufen Sie nicht die Katze im Sack. © ldprod - Fotolia

Und wie kann der Verbraucher die Qualität einer Weihnachtsgans überprüfen? „Kein Lebendrupf“ und keine „Stopfmast“ sind schon einmal gute Anzeichen, doch was haben all die Nummern und weiteren Hinweise auf der Verpackung zu bedeuten? Ist „Handelsklasse A“ vermerkt, bedeutet dies, dass die Gans eine gute Leibesfülle hat und keine Federreste oder blaue Flecken vorhanden sein sollten. Die Veterinärkontrollnummer – eine eingekreiste Ziffern- und Buchstabenfolge auf der Folie – deklariert außerdem die Produktionsstätte der Weihnachtsgans. Zubereiten sollten Sie schließlich nicht jedes x-beliebige Vieh. Die Nummer können Sie im Internet suchen und so mehr über den Schlachtbetrieb erfahren.

Jetzt wissen Sie, wo die Gans geschlachtet und verpackt wurde, doch wo und wie das Tier aufgewachsen ist, erfahren Sie nicht. Tierschützerin Dr. Martina Stephany hat einen Tipp, wie Sie sicher sein können, eine gute Weihnachtsgans zu kaufen. Gemeinsam mit einem Kollegen hat sie eine App entwickelt, mit der Sie im Supermarkt einfach alle Gänseprodukte scannen können. Anhand eines Ampelsystems können Sie erkennen, woher das Tier stammt.

Die perfekte Weihnachtsgans finden

Der Begriff „Hafermastgans“ auf der Verpackung ist irreführend. Er legt die Vermutung nahe, dass die Gans nur mit Hafer gefüttert wurde. Stimmt nicht ganz – denn es genügt, dass das Tier einmalig damit gefüttert wurde, um es als Hafermastgans zu deklarieren. Gänse werden hingegen häufiger mit Mais versorgt, weil dieser schneller dick macht. Beachten Sie auch das, bevor Sie eine Weihnachtsgans zubereiten, beziehungsweise erst einmal kaufen.

Tipp: Wem Tierschutz wichtig ist, der sollte zudem besser ganze Gänse kaufen als nur Teilstücke, da bei letzteren der Produktionsverlauf nur noch schwer nachzuvollziehen ist und sich alle Verpackungsversprechen als unwahr herausstellen könnten. Auf Nummer sicher gehen Sie mit einer deutschen Weihnachtsgans. Diese kostet in der Regel zwar mehr, dafür können Sie sich aufgrund der Gesetzgebungen im Land jedoch sicher sein, dass die Gans gut gehalten wurde.

Frische Gänse für frische Gemüter

Am besten schmecken natürlich frische Gänse aus der Region – beispielsweise in Metzgereien zu kaufen. Tipp: Bestellen Sie diese vor, damit Sie Weihnachten nicht mit leeren Händen dastehen. Ist der Braten in spe in der Tasche, ab nach Hause damit und die Weihnachtsgans zubereiten. Wer möchte, kann diese aber auch erst einmal bei 0 bis 3 Grad Celsius kühl lagern. So hält sie sich zwei bis drei Tage.

Tiefgefrorene Gänse sind den frischen Gesellen in puncto Haltbarkeit weit voraus. Diese können in der Tiefkühltruhe bis zu einem Jahr aufbewahrt werden. Soll eine tiefgekühlte Gans auf den Teller wandern, sind die ersten Schritte: Folie entfernen und auf die Rückseite eines Tellers legen. So schwimmt die Gans später nicht in ihrem eigenen Tauwasser. Keime und Bakterien haben dadurch keine Chance. Nach zwei Tagen ist das gute Stück aufgetaut und Sie können die Weihnachtsgans zubereiten.

Weihnachtsgans zubereiten: Rezepte-Tipps

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Eine leckere Füllung gehört dazu, wenn Sie eine Gans zubereiten. Womit, bleibt Ihnen überlassen. Klassischerweise werden frische Kräuter, Äpfel und Gemüse verwendet. © Lucky Dragon - Fotolia

Zum klassischen Weihnachtsessen gehört ein Gänsebraten natürlich dazu. Er ist in vielen Haushalten Tradition. Doch wie die Weihnachtsgans zubereiten? Chefkoch Christian Müller weiß, worauf es bei der Zubereitung ankommt. Damit die Gans nicht schwer im Magen liegt, empfiehlt der Profi-Koch, mit vielen Kräutern zu arbeiten – Beifuß baut beispielsweise das Fett ab, wovon die Gans bekanntlich reichlich hat. Für die Füllung brauchen Sie: Obst, Gemüse und frische Kräuter. Die Mischung aus Säure und Süße macht's. Damit der Saft beim Garen nicht flöten geht, die Gans gut verschnüren. Tipp: Mit Maronenfüllung oder Apfelfüllung schmeckt der Braten selbstverständlich auch.

Dann ist es Zeit fürs Garen im Backofen. Pro Kilo Eigengewicht beträgt die Garzeit etwa eine Stunde. Wichtig: Der Ofen sollte nicht zu heiß sein – in puncto Weihnachtsgans lautet das Zauberwort nämlich „Niedrigtemperatur“. 100 Grad für etwa dreieinhalb Stunden reichen meist vollkommen aus. Übergießen Sie die Weihnachtsgans alle Dreiviertelstunde mit ihrem eigenen Fett. Zum Schluss darf's nochmal heiß werden: Heizen Sie den Ofen auf 230 Grad hoch, um eine knusprige Kruste zu erhalten. Beilagen gehören natürlich dazu. Eine separate Soße gefällig? Diese ist aus Thymian, Butter, Zwiebeln, Honig und Rotwein schnell gemacht – fertig ist das köstliche Weihnachtsmahl.

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Wenn die Weihnachtsgans was werden soll, bei niedriger Temperatur mehrere Stunden lang im Ofen garen, hin und wieder wenden und mit Bratenfett übergießen. © dpa - picture alliance

Wer noch einen weiteren Klassiker außer Weihnachtsgans zubereiten möchte, kann beispielsweise Ente zu Weihnachten  servieren. Eine Anleitung sowie den einen oder anderen Tipp für eine moderne Version des Weihnachtsgerichtes finden Sie im SAT.1 Ratgeber.

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