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An Weihnachten arbeiten: Was sagt das Gesetz?

An Weihnachten arbeiten? Nicht nur im Einzelhandel müssen Arbeitnehmer häufig auch noch am 24. Dezember sowie an Silvester zum Dienst erscheinen. Doch ist das erlaubt und kann der Arbeitgeber von seinen Mitarbeitern sogar am ersten und zweiten Weihnachtstag Anwesenheit verlangen? Richter Alexander Hold klärt auf, was das Gesetz zulässt und was nicht.

23.12.2013 10:00 | 3:49 Min | © Sat.1

Freimachen zwischen den Feiertagen

Weihnachten ist eine der beliebtesten Urlaubszeiten von Arbeitnehmern, schließlich möchte fast jeder die Feiertage gemeinsam mit der Familie verbringen. Die Kinder haben Schulferien und so bietet es sich auch für Eltern an, die Tage zwischen Weihnachten und Silvester freizunehmen. Doch Urlaub in den letzten Wochen des Jahres zu bekommen, ist gar nicht so einfach. Denn: Auch zwischen den Tagen müssen die meisten Betriebe besetzt und produktiv sein. Zumindest ein Teil der Angestellten bekommt daher häufig keinen Urlaub in diesem Zeitraum bewilligt. In manchen Unternehmen müssen sogar alle Mitarbeiter vor und nach Weihnachten zur Arbeit kommen.

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Im Einzelhandel müssen die meisten Arbeitnehmer an Weihnachten arbeiten – denn hier ist Hochsaison. © Roman Milert - Fotolia

Doch darf der Chef pauschal eine Urlaubssperre über Weihnachten verhängen? Das kommt ganz auf den Betrieb an. Arbeiten Sie beispielsweise in einer Branche, die an Weihnachten Hochsaison hat, erlaubt das Gesetz dem Arbeitgeber, seinen Angestellten den Urlaub zu verweigern. Das betrifft vor allem den Einzelhandel, sprich Parfümerien, Supermärkte und Co., wo Nachzügler noch bis zum 24. Dezember Last-minute-Geschenke sowie Verpflegung für die Festtage einkaufen können.

An Weihnachten arbeiten: Ist das erlaubt?

Endlich ist es geschafft – der 23. Dezember ist um und Sie freuen sich so richtig auf Ihre Feiertage. Doch dann die böse Nachricht: Ihr Chef verlangt, dass Sie am Heiligabend noch für ein paar Stunden arbeiten. Tatsächlich sind der 24. und auch der 31. Dezember keine gesetzlichen Feiertage. Fallen diese Tage also nicht auf einen Sonntag, wird hier normal gearbeitet. Einige glückliche Arbeitnehmer besitzen einen Tarifvertrag, der auch Heiligabend und Silvester als freie Tage festhält. Trifft dies auf Sie zu, müssen Sie nicht an Ihrem Arbeitsplatz erscheinen.

Für Jugendliche gilt vor den Feiertagen eine Sonderregelung. Nach Paragraph 18 des Jugendarbeitsschutzgesetzes dürfen Mitarbeiter unter 18 Jahren nur bis maximal 14 Uhr an Heiligabend und Silvester beschäftigt werden. Am 25. und 26. Dezember sowie an Neujahr haben schließlich alle Arbeitnehmer – ausgenommen derjenigen, die in Notdiensten arbeiten – frei. Denn das sind gesetzliche Feiertage.

Ein Blick in den Arbeitsvertrag

Sind Sie sich nicht sicher, ob und wann Sie an Weihnachten arbeiten müssen, hilft meist ein Blick in den Arbeitsvertrag. Im Regelfall wird hier festgeschrieben, ob und wie lange Sie an Weihnachten arbeiten müssen. Laut Bundesamt für Statistik sind von der Tätigkeit an diesen Tagen in Deutschland relativ viele Arbeitnehmer betroffen. Etwa 1,3 Millionen Menschen arbeiten ständig an Sonn- und Feiertagen und weitere 4 Millionen regelmäßig. Hochgerechnet bedeutet dies: Jeder dritte Erwerbstätige ist ein Kandidat für den Weihnachtsdienst.

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