Ratgeber

Amberbaum – amerikanische Schönheit

Amberbaum: Laubbaum mit kugelförmiger Blüte

Der Amberbaum ist ursprünglich in Nordamerika und Asien beheimatet. Im 17. Jahrhundert wurde er schließlich in Deutschland kultiviert. Seine Besonderheit zeigt sich in Blättern und Blüten. Letztere formen sich in der Blütezeit zu einer dekorativen Kugel.

Im Herbst zeigt der Amberbaum seine Schönheit in voller Pracht.
Im Herbst zeigt der Amberbaum seine Schönheit in voller Pracht. © Bramwork - Fotolia

Amberbaum: Steckbrief und Merkmale

Die Blätter erinnern an die des Ahorns.
Die Blätter erinnern an die des Ahorns. © pixabay

Der Amberbaum umfasst verschiedene Sorten, unter denen der Amerikanische Amberbaum am verbreitetsten ist. Zusammengefasst zählen die Pflanzen zu den sommergrünen Laubbäumen und stammen vorwiegend aus Nordamerika und Asien. In Europa waren sie zwar bereits vor 2,5 Millionen Jahren bis zur Eiszeit einheimisch, doch erst im 17. Jahrhundert wurde der Amberbaum in Deutschland als Ziergewächs in Gärten wieder kultiviert. Er zählt zu den langsam wachsenden Bäumen, dessen Blätter an einer kugel- oder pyramidenförmigen Krone hängen. Sie sind fünfzähnig gelappt, lang gestielt und ähneln jenen des Ahorns. Im Herbst färbt das Laub sich leuchtend rot – ein echter Hingucker.

Die Blüten nehmen während der Blütezeit von April bis Mai die Form einer Kugel an. Mit ihrer grünen Farbe entsprechen sie ihrer natürlichen Umgebung und fallen daher kaum auf. Während die Blüten der männlichen Pflanze aufrecht stehen, hängen sie bei den weiblichen Varianten herab. Aus diesen entwickeln sich im Herbst Früchte, in denen sich holzige Kapselfrüchte befinden. Allerdings beginnt der Amberbaum erst ab dem 20. Jahr zu blühen. In dieser Zeit verändert sich auch die Krone. Zuerst wächst sie pyramidenförmig, später entwickelt sie sich insbesondere beim Amerikanischen Amberbaum zu einer Kugel. Viele Sorten erreichen eine Größe von 20 Metern.

Das Harz des Amberbaums ist sehr beliebt – es duftet und findet in der Indust...
Das Harz des Amberbaums ist sehr beliebt – es duftet und findet in der Industrie vielseitige Verwendung. © pixabay

Ein weiteres herausstechendes Merkmal sind Holz und Harz der Pflanze. Der Amberbaum ist auch unter der Bezeichnung „Liquidambar“ bekannt, was so viel wie ‚flüssiger Bernstein‘ bedeutet. Damit ist sein wohlriechendes Harz gemeint, das mittlerweile weltweit in der Industrie zur Parfüm - oder Kaugummiherstellung genutzt wird. Aber auch in der Forstwirtschaft hat sich der Amberbaum aufgrund seines vielseitig verwendbaren Holzes zu einem beliebten Material entwickelt.

Idealer Standort

Der Amberbaum ist eine lichtliebende Pflanze. Jeden Sonnenstrahl, den sie bekommt, nimmt sie dankend auf. Folglich ist der ideale Platz lichtdurchflutet, aber windgeschützt. Außerdem sollten Sie den Boden vor dem Pflanzen gut vorbereiten. Der Baum favorisiert ein saures Milieu mit einem pH-Wert von 6 oder niedriger. Ein zu basischer Boden verursacht im Frühjahr mitunter eine unerwünschte gelbliche Färbung des Laubs. Achten Sie daher auf einen idealerweise frischen, humosen Lehmboden, der leicht feucht, aber auch durchlässig ist. Setzen Sie den Amberbaum hingegen in einen Kübel, ist eine Mischung aus Rhododendronerde, Sand und Perlite optimal für ein gesundes Wachstum.

Amberbaum pflanzen: Zeit und Aufwand

Wenn Sie einen Amberbaum pflanzen, setzen Sie ihn im Frühjahr in den Boden. Haben Sie den Standort gefunden, kalkulieren Sie etwas Platz ein – immerhin entwickelt der Amberbaum im Laufe seines Lebens einen kugelförmigen Kronendurchmesser von rund drei bis vier Metern.

1. Lockern Sie den Boden kräftig auf und graben Sie ein Loch, das etwa doppelt so viel Volumen bietet, wie die Wurzel des Baumes in Anspruch nimmt.

2. Schlagen Sie einen Pfahl in die Hauptwindrichtung ein, um dem Amberbaum in stürmischen Jahreszeiten Halt zu bieten.

3. Mischen Sie dann der ausgehobenen Erde etwas Rindenhumus oder Komposterde bei, setzen Sie den Amberbaum etwa 10 Zentimeter unterhalb der Veredelungsstelle in den Boden und füllen Sie das Loch mit dem Erdgemisch auf. Wackeln Sie dabei leicht am Stamm, um Hohlräume zu schließen.

4. Treten Sie die Erde zum Schluss fest und wässern Sie die frisch gesetzte Pflanze kräftig. Binden Sie diese nun noch an einem Pfahl fest und schon hat der Amberbaum seinen Weg in Ihren Garten gefunden.

Pflege-Tipps und Hinweise zum Düngen

Der Amberbaum ist ein pflegeleichtes Gewächs. Nichtsdestotrotz stellt er eine wichtige Anforderung: viel Feuchtigkeit. Vergessen Sie daher nicht, den Baum regelmäßig zu bewässern, denn insbesondere in den trockenen Sommermonaten darf der Wurzelbereich nicht austrocknen. Tipp: Schützen Sie die Pflanze, indem Sie eine dicke Schicht Pinienholzstücke oder Rindenmulch auf dem Boden verteilen. Diese versorgt den Amberbaum einerseits mit wichtigen Nährstoffen und speichert andererseits die Feuchtigkeit länger im Boden. Halten Sie jedoch immer einen kleinen Abstand zum Wurzelhals ein, um Fäulnis an der Rinde vorzubeugen. 

Möchten Sie für die Nährstoffversorgung lieber einen Dünger verwenden, grenzen Sie dessen Nutzung ein. Es genügt, wenn Sie dem Baum in der Sommersaison von Mai bis August etwa alle zwei Wochen etwas mineralischen Dünger zuführen. Spätestens ab September verzichten Sie auf die zusätzliche Gabe von Nährstoffen. In dieser Zeit sollten Sie der Pflanze ausreichend Zeit zum Ausreifen der Triebe lassen. 

Den Amberbaum schneiden

Normalerweise müssen Sie den Amberbaum nicht schneiden . Von Natur aus entwickelt er eine hübsche Dachform oder eine kugelförmige Krone. Nichtsdestotrotz können Hobbygärtner im Herbst zur Schere greifen, um etwas nachzuhelfen. Schneiden Sie dabei tote, vertrocknete oder schlecht gewachsene Äste ab und kappen Sie Triebe, die aus der Form heraustreten. Im Frühjahr entfernen Sie nur die Austriebe, die den Winter nicht überstanden haben. Schneiden Sie dabei jedoch niemals in das alte Holz, denn dann erfolgt anschließend kein neuer Austrieb mehr. Kappen Sie die Äste knapp oberhalb eines Auges, aber achten Sie darauf, den Astring nicht zu beschädigen. Ein richtiger Rückschnitt ist jedoch zu keiner Jahreszeit notwendig. 

Überwintern des sommergrünen Baums

Ausgewachsene Bäume vertragen Frost, junge Pflanzen sollten hingegen geschütz...
Ausgewachsene Bäume vertragen Frost, junge Pflanzen sollten hingegen geschützt werden. © LianeM - Fotolia

In ausgewachsener Form sind alle Amberbaumsorten bis zu minus 25 Grad winterhart. In den ersten beiden Jahren benötigt die Pflanze in der kalten Jahreszeit etwas Unterstützung. Frei im Beet als Hochstamm gehalten, sollten Sie den Wurzelbereich mit einer Schicht aus Laub, Stroh oder Tannenwedeln abdecken und einen Sack aus Vlies oder Jute über die Krone stülpen.Möchten Sie den Baum in einem Kübel kultivieren, überwintern Sie ihn am besten in einem frostfreien Raum. Wichtig: Gießen Sie den Amberbaum nur an frostfreien Tagen ein wenig. Halten sich die Außentemperaturen konstant über dem Gefrierpunkt, können Sie den Schutz wieder entfernen.

Anzucht und Vermehrung

Im Laufe seiner Entwicklung bildet der Amberbaum Blüten aus, die als Frucht im Herbst vom Baum hängen. Hierin befinden sich Samen, mit denen sich der Amberbaum vermehren lässt. Ganz so leicht ist die Aufzucht mit den Samen jedoch nicht. Die meisten sind steril, sprich nicht fruchtbar. Es ist daher leichter, im Fachhandel Samen des Amberbaums zu kaufen, die sicher fertil sind. Diese werden in nährstoffarmer Anzuchterde ausgesät und dünn mit Substrat bedeckt.

In den Früchten des Amberbaums finden sich leider nicht viele fruchtbare Samen.
In den Früchten des Amberbaums finden sich leider nicht viele fruchtbare Samen. © strauscher - Fotolia

Halten Sie die Samen in einer warmen Umgebung feucht, bevor sie in Sand gewickelt ein bis zwei Monate im Kühlschrank verweilen. Streuen Sie diese anschließend erneut auf Anzuchterde, wo sie bei 5 bis 12 Grad langsam an wärmere Temperaturen gewöhnt werden. Nun müssen Sie geduldig sein, bis sich neben den typischen Keim- die ersten Laubblätter zeigen. Erst dann werden die Jungpflanzen in Einzeltöpfe gesetzt und mit Licht und Wärme zur Ausbildung eines Wurzelsystems angeregt.

Fazit: Der Amberbaum ist insbesondere im Herbst ein echter Hingucker. Hier färben sich seine Blätter in einem satten Rot und bringen den Garten zum Strahlen. Aber auch seine Krone, die mitunter zu einem Kegel oder einer Kugel geformt ist, macht den Amberbaum zu einer beliebten Gartenpflanze. Sie wächst von Natur aus hübsch und muss nicht oder nur wenig in Form gebracht werden.

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