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Flieder schneiden: Wie Sie es richtig machen

Flieder ist sehr anspruchslos. Er braucht wenig Pflege und kommt mit widrigen Bedingungen zurecht. Aber: Wollen Sie Ihren Flieder schneiden, um eine reichere Blüte oder einen buschigen Wuchs zu erzielen, gehen Sie es besser richtig an – sonst droht eine fehlende Blüte.

09.09.2016 10:00 | 1:03 Min | © Glutamat

Inhalt

Steckbrief und Herkunft der Pflanze

Mittlerweile gibt es über 30 verschiedene Flieder-Arten, die vor allem in Südeuropa und Ostasien beheimatet sind. Sie gehören zu der Familie der Ölbaumgewächse. Hierzulande ist insbesondere der Gewöhnliche Flieder (Syringa vulgaris) sehr beliebt. Er darf in keinem Garten fehlen und erreicht eine Höhe von bis zu sechs oder gar sieben Metern. Je nach Sorte blüht der Flieder normalerweise zwischen April und Anfang Juli.

Flieder – was Sie schon beim Pflanzen beachten müssen

Flieder wächst im Laufe seines Lebens bis zu sieben Meter hoch – das ist beachtlich und sollte in die Planung mit einbezogen werden. Natürlich können Sie Ihren Flieder regelmäßig zurückschneiden, aber genügend Platz sollten Sie ihm schon lassen. Auch die Wurzeln breiten sich massiv aus. Als Faustregel gilt: So hoch wie der Flieder ist, so lang sind auch seine Wurzeln. Lassen Sie also genügend Abstand zu Ihrem Haus, wenn Sie einen  Flieder pflanzen  wollen.

Generell bevorzugt der Flieder seiner Herkunft entsprechend vollsonnig bis halbschattig. In Gärten fühlt er sich heimisch, aber auch an Felshängen, Schutthalden, in Gebüschen oder Waldrändern kann er sich ausbreiten. Passen Sie dabei den Boden den Ansprüchen der Pflanze an. Edelflieder etwa gedeiht auf nährstoffreichem, eher trockenen Lehmboden. Da der Flieder jedoch eine sehr robuste Pflanze ist, kommt er genauso mit widrigen Umständen gut zurecht. Achten Sie lediglich darauf, dass sich keine Bodenverdichtungen bilden oder Staunässe entstehen kann. Düngen brauchen Sie die Erde im Regelfall nicht. Der Flieder begnügt sich damit, im Frühjahr eine Schicht reifen Kompost an der Baumscheibe aufgetragen zu bekommen. Etwas Humus verbessert die Speicherfähigkeit für Wasser und Nährstoffe.

Flieder in der Sonne
In der prallen Sonne gedeiht der Flieder am besten. © pixabay

Nach dem Kauf: Richtig pflanzen

Die ideale Pflanzzeit für den Flieder ist der Herbst. So kann er sich bis zum Austreiben im Frühjahr gut im Boden verwurzeln. Sind Sie jedoch zu spät dran, können Sie den Flieder auch in den frühen Monaten des Jahres noch vorgezogen im Baumarkt kaufen. Achten Sie in diesem Fall jedoch darauf, dass Sie die Pflanze regelmäßig gießen, um ihr das Anwachsen zu erleichtern. Darüber hinaus ist es ratsam, ihn an einem vollsonnigen Standort im Frühling zu platzieren, da die Jungpflanze Schatten nicht gut verträgt.

Flieder schneiden: Muss das sein?

Es gibt nur wenige Gründe, die dafür sprechen, den Flieder schneiden zu müssen. Ihre Pflanze hat nur wenige Blüten? Dann ist ein Rückschnitt wohl das Beste. Auch wenn Sie wollen, dass Ihr Fliederbusch dichter wächst, können Sie die Triebe fördern, indem Sie diese punktuell zurückschneiden. Wünschen Sie sich eher keinen Fliederbaum, müssen Sie natürlich die Wuchshöhe und -breite regulieren.

Am besten wächst der Flieder jedoch, wenn Sie generell die Finger von ihm lassen. "Vernachlässigter" Flieder steht im Mai üppig in voller Blüte. Gerade in den jungen Jahren ist es wichtig, nicht gleich drauflos zu schneiden. Die Knospen, die er im Vorjahr bildet, werden im nächsten Jahr eine reiche Blüte bescheren. Er braucht diese Zeit, um sich zu entwickeln und im wahrsten Sinne des Wortes Fuß zu fassen.

Wann ist der beste Zeitpunkt?

Wollen Sie Ihren Flieder schneiden, ist der richtige Zeitpunkt direkt nach der Blüte. Anders als bei vielen anderen Pflanzen machen Sie sich also im  Spätfrühling oder Frühsommer an die Arbeit. Zu dieser Zeit ist es schön warm und die Schnittstellen können schnell trocknen. Achten Sie immer darauf, sauberes und scharfes Werkzeug zu verwenden, wenn Sie die Pflanze zurückschneiden, um sie nicht zu stark zu verletzen.

Flieder schneiden: Gepflegter Rückschnitt

Die Blüten sind welk? Dann können Sie nun Ihren Flieder schneiden. Wollen Sie Ihren Fliederbusch erhalten, die Blüte und den Wuchs aber verdichten? Entfernen Sie hierzu in einem ersten Schritt alle abgestorbenen und überalterten Triebe. Sie würde ohnehin keine Blüte mehr tragen und stören so nicht nur das Gesamtbild, sondern auch den Energiehaushalt der Pflanze.

Bei den gesunden Trieben schneiden Sie nur so viel ab, dass drei Augen zurückbleiben. Entfernen Sie noch mehr, bleibt die Blüte im nächsten Jahr aus. Wollen Sie eine schöne Form erhalten, achten Sie darauf, dass Sie gleichmäßig Ihren Flieder schneiden. So wird er im nächsten Jahr in gepflegter Form erstrahlen.

Sie wollen lieber einen Fliederbaum haben? Um einen Hochstamm zu züchten, müssen alle am Stamm sprießenden Triebe weichen. Gerade beim Wild- oder Edelflieder bilden sich gerne zusätzliche hochwachsende Wildtriebe, die Sie zurückschneiden müssen.

Flieder Baum
Flieder kann die vielfältigsten Formen annehmen. Werden seine Seitentriebe regelmäßig gekappt, wächst er als wunderhübsch blühender und dichter Baum. © pixabay

Flieder verjüngen: Radikalschnitt

Ihr Flieder hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel, die man ihm ansieht? Ein Radikalschnitt kann da eine wahre Verjüngungskur sein. Bei einem sparsamen und vergreisten Wuchs heißt es: Rein ins Gartengerätehaus und ran an die Säge und Heckenschere. Bedenken Sie: Flieder hat sehr hartes Holz. Wollen Sie ihn zurückschneiden, brauchen Sie viel Kraft und gutes Werkzeug.

So weh es auch tut, bei einem Radikalschnitt müssen Sie den Flieder insgesamt auf eine Höhe von einem Meter zurückschneiden. Leider bedeutet das, dass er im nächsten Jahr keine Blüte   tragen wird. Aber keine Sorge, bereits nach zwei bis drei Jahren hat sich wieder ein prächtiger dichter Busch gebildet, der seinen jüngeren Artgenossen in nichts nachsteht. Gerade weil der Busch so viele Jahre an der Stelle verbracht und sich gut befestigt hat, ist es nicht ratsam, ihn einfach durch einen neueren zu ersetzen. Geben Sie ihm die Zeit, die er braucht und Sie werden schon bald belohnt.

Flieder vermehren

Wollen Sie Ihren Flieder vermehren, können Sie einzelne Ausläufer abtrennen und wie eine wurzelnackte Pflanze einsetzen. Dabei wird er genauso wachsen, wie die Mutterpflanze. Wässern Sie den jungen Nachwuchs regelmäßig und schon bald werden Sie einen weiteren prachtvollen Strauch in Ihrem Garten haben. Übrigens: Flieder ist voll winterhart. Sie werden also lange Zeit Freude an dem hübsch blühenden und duftenden Gewächs haben.

Fazit: Lange Zeit wurde der Flieder aus den Gärten verbannt, weil er als altbacken galt. Völlig zu Unrecht, denn einerseits ist seine Erscheinung wunderbar und andererseits ist die Pflege kinderleicht. Hat er sich erstmal in dem Boden verwurzelt, müssen Sie ihn nicht einmal ständig wässern. Auch einen Rückschnitt brauchen Sie nicht vornehmen. Je seltener die Schere angesetzt wird, desto prächtiger wächst die Pflanze.

Kurzfassung:

Flieder schneiden und pflegen

Der Flieder braucht zum Blühen und Gedeihen vor allem Sonne. Im Schatten fühlt er sich hingegen nicht so wohl. Außerdem liebt er nährstoffreiche und nicht zu feuchte Lehmböden. Was die Pflege angeht, ist die violett blühende Pflanze nicht sehr anspruchsvoll – selbst in heißen Sommern muss sie kaum bewässert werden. Unter bestimmten Umständen sollte man den Flieder schneiden. Wie ihr das am besten macht, erfahrt ihr im Video. Auch mit anderen Pflanzen verträgt der Flieder sich prächtig. Neben Duftjasmin oder Zierapfel etwa gibt es keine Beeinträchtigungen im Wachstum der Pflanzen. Fliedersträucher sind außerdem sehr robust und werden daher in Deutschland oft und gerne als Windschutzhecken gepflanzt.

Flieder erlebt ein Revival

Der Flieder ist in vielen deutschen Gärten zu Hause. Der bekannteste ist der Gemeine Flieder, der Syringa vulgaris. Lange Zeit galt Flieder als eher altbackenes Kitsch-Gewächs, doch derzeit erlebt der lieblich duftende Strauch ein echtes Revival in Deutschland. Im Gegensatz zu der herkömmlichen Züchtung, dem Lemoine-Flieder, gibt es neue Edelflieder-Sorten, die deutlich widerstandsfähiger und kompakter daherkommen.

Flieder im Kübel

Wenn der Flieder in einem Kübel auf dem Balkon stehen soll, ist es wichtig, darauf zu achten, dass eine Drainageschicht im Pflanzentopf ist, denn der Flieder kann mit Staunässe kaum fertig werden. Im Spätsommer lassen sich Fliedersträucher am besten in Töpfe pflanzen. Außerdem sollte das Gewächs trotz Winterhärte nicht zu stark austrocknen. Gelegentliche Bewässerungen im Winter sollten daher nicht vergessen werden. Auch Düngung kann der Flieder je nach Alter durchaus gut vertragen. Am besten düngt man ihn im beginnenden Frühling mit einem Produkt, das Phosphor enthält. Meiden sollte man vor allem Stickstoffdünger, denn dadurch wächst die Pflanze vor allem in die Höhe, bildet aber kaum Blüten.

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