Ratgeber

Ganzjährige Grabbepflanzung

Grabbepflanzung für Frühling, Sommer, Herbst und Winter

Die letzte Ruhestätte eines geliebten Menschen möchten Hinterbliebene so schön wie möglich gestalten. Die Grabbepflanzung ist hierbei von entscheidender Bedeutung. Da nicht selten die Möglichkeit fehlt, die Stätte regelmäßig zu besuchen, ist eine Bepflanzung sinnvoll, die dauerhaft und pflegeleicht zugleich ist – und das von Frühling über Sommer und Herbst bis zum Winter. Hier finden Sie Beispiele und Ideen.

Die Grabbepflanzung ist ein wichtiger Bestandteil der Grabpflege. Dabei ist e...
Die Grabbepflanzung ist ein wichtiger Bestandteil der Grabpflege. Dabei ist es von Vorteil, wenn die Pflanzen möglichst pflegeleicht sind. © Fotolia

Das richtige Verhältnis

Zu Beginn ist es schwer, sich für die richtige Grabbegrünung zu entscheiden. Dabei können Sie sich die Aufgabe erleichtern, indem Sie das Grab in drei Bereiche teilen: den Rahmen, die Bodendecker und die wechselnde Bepflanzung. Klassischerweise bestehen bei einem Einzelgrab 15 Prozent aus Rahmenpflanzen, 50 Prozent aus Bodendeckern und der Rest aus Wechselbepflanzung.

Bei einem Doppelgrab machen die Bodendecker in der Regel 60 Prozent aus, die Rahmenbepflanzung 25 Prozent und nur noch 15 Prozent aus wechselnder Grabbepflanzung. Vor der Bepflanzung im Frühjahr oder Herbst muss sich die Erde übrigens noch mindestens sechs Wochen setzen. Ein Urnengrab kann allerdings sofort verschönert werden.

Nach Vorgaben und Anforderungen richten

Das sind jedoch nur grobe Richtlinien. Natürlich bleibt Ihnen überlassen, wie Sie das Grab des Angehörigen gestalten. Allerdings kann es in der Friedhofssatzung bestimmte Vorgaben geben. So zum Beispiel, dass es eine Hecke als Rahmen geben muss. Auch ist die Grabbepflanzung natürlich von den Gegebenheiten vor Ort abhängig. Die Qualität des Bodens und die Lichtverhältnisse haben ebenfalls Einfluss auf die Wahl der Pflanzen.

Ob die Ruhestätte sonnig oder schattig ist, darf auch nicht vernachlässigt werden. In der Sonne fühlen sich beispielsweise Geranien und Rosen sehr wohl. Fuchsien und Knollenbegonien hingegen sind prädestiniert für schattige Standorte.

Ganzjährig bewachsen

Als dauerhafte Umrandung bieten sich immergrüne Gehölze wie Buchs, Wacholder, Zypresse oder Kiefer an. Zu symmetrisch sollte die Grabbepflanzung jedoch nicht sein, da dies sehr streng wirkt – letztlich ist das wie alles andere jedoch Geschmackssache. Als Bodendecker sind Efeu und Immergrün zwar beliebt, doch neigen sie zum Wuchern – das erfordert mehr Pflege. Dennoch ist eine geschlossene Pflanzendecke wichtig, um das Grab vor Unkraut und Austrocknung zu schützen. Flächen, die noch nicht zugewachsen sind, können zunächst mit Kies oder Rindenmulch bedeckt werden.

Grabgestaltung im Herbst und Winter

Im Winter wird das Grab zum Schutz abgedeckt. Es kann aber zum Beispiel mit G...
Im Winter wird das Grab zum Schutz abgedeckt. Es kann aber zum Beispiel mit Gestecken verschönert werden. © Fotolia

Dreimal im Jahr wird die Wechselbepflanzung erneuert. Dabei ist der Herbst von größter Wichtigkeit, denn vor Allerheiligen soll die Ruhestätte besonders schön wirken. Für die Grabgestaltung eignen sich im Herbst vor allem Pflanzen, die winterhart sind wie das Alpenveilchen. Klassisch kommen jetzt auch Chrysanthemen infrage. Ebenso geeignet für die Grabbepflanzung im Herbst sind Astern, Silberblatt und die Knospenheide. Im Winter werden die Spätblüher von einer winterlichen Abdeckung – zum Beispiel aus Tannenzweigen – und weihnachtlichen Gestecken abgelöst.

Vorschläge: Frische Blüte im Frühjahr und Sommer

Stiefmütterchen sind eine hübsche Bepflanzung für den Frühling. Mit verschied...
Stiefmütterchen sind eine hübsche Bepflanzung für den Frühling. Mit verschiedenen Farben können Sie gezielt Akzente setzen. © Pixabay

Im Frühling können Sie die ersten Frühblüher als Grabbepflanzung wählen. Mit Stiefmütterchen, Hyazinthen, Krokussen und Hornveilchen machen Sie dabei nichts falsch. Als kleine Gruppen in die Mitte gesetzt, kommen die Blumen besonders schön zur Geltung. Tulpen sind zwar schön, allerdings nicht so gut für die Grabbepflanzung im Frühjahr geeignet, da sie häufig von Schädlingen befallen werden.

Welche Blumen für den Sommer?

Für die warme Jahreszeit gibt es viele Möglichkeiten: Säen Sie zum Beispiel niedrige Sommerblumen aus. Sommerblüher wie Silberblatt und Heidekraut machen sich jetzt besonders gut. Ansonsten bieten sich für den Sommer Pflanzen an, die auch länger ohne Wasser auskommen. Sehr beliebt sind zum Beispiel Fleißige Lieschen, Margeriten, Fuchsien und Geranien. Ein echter Geheimtipp ist die robuste Dipladenia. Sie kann Trockenperioden besonders gut wegstecken. Wer es lieber modern mag, verschönert das Grab statt mit Blumen mit dekorativen Steinen.

Symbolische Bedeutung

Doch auch wenn es natürlich wichtig ist, dass die Grabbepflanzung für Frühling, Sommer, Herbst und Winter pflegeleicht ist – noch wichtiger ist für viele Menschen die Bedeutung der gepflanzten Gewächse. Dabei sind bei vielen Pflanzen die Namen Programm: Gedenkemein, Tränendes Herz und Vergissmeinnicht sind nur einige Gewächse mit Symbolcharakter. Aber auch Bodendecker haben zum Beispiel nicht nur eine nützliche Funktion. Die Pflanzendecke soll dem Verstorbenen auch Schutz bieten.

Fazit: Die Grabbepflanzung ist eine sehr persönliche Sache, doch mit pflegeleichten Pflanzen kann die Aufgabe um einiges erleichtert werden. Rahmenbepflanzung und Bodendecker schaffen eine ganzjährige Grundlage, die im Frühling, Sommer, Herbst und Winter um eine saisonal wechselnde blühende Bepflanzung ergänzt werden kann.

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