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Igel gefunden

Der Herbst hat uns erreicht und überall lässt sich beobachten, wie sich alles und jeder auf die bevorstehende kalte Jahreszeit vorbereitet - sowohl wir Menschen als auch die Natur. Mitunter geschieht es, dass man tagsüber einen Igel entdeckt und sich Gedanken macht, ob das kleine Tier denn tatsächlich bereit für die harten Monate ist. Wie verhält man sich in einer solchen Situation richtig?

18.11.2013 10:00 | 2:30 Min | © Sat.1

In Deutschland gibt es diesbezüglich sogar Gesetzesvorschriften. Der Igel gehört zu den besonders geschützten Arten und darf somit nicht seinem Lebensumfeld entnommen werden. Es ist jedoch erlaubt, hilfsbedürftige Igel sachgemäß aufzuziehen oder gesund zu pflegen.

Wie erkennt man einen hilfsbedürftigen Igel?

  • Verletzte Igel benötigen unbedingt Hilfe. Oft findet man verletzte Tiere in der Nähe von Baustellen oder Straßen. Auch Igel, die offensichtlich längere Zeit in Gruben oder Lichtschächten gefangen waren, benötigen dringend Hilfe, da sie oft mehrere Tage ohne Nahrung und Wasser auskommen mussten.
  • Kranke Igel: Meist erkennt man sie daran, dass sie, entgegen ihrer Natur, tagsüber auf Nahrungssuche sind. Sie sind oft abgemagert, torkeln oder liegen auf dem Boden. Kranke Igel wirken apathisch und rollen sich kaum ein. Oft legen Schmeißfliegen ihre Eier auf den kranken Tieren ab.
  • Verwaiste Igelsäuglinge: Junge mit noch geschlossenen Augen und Ohren, die sich tagsüber außerhalb ihres Nestes aufhalten, benötigen unbedingt Hilfe.
  • Nach Wintereinbruch: Bei Schnee und/ oder Dauerfrost sind gesunde Igel nicht mehr unterwegs. Trifft man jetzt noch Igel an, handelt es sich in der Regel um kranke Tiere oder spätgeborene Jungtiere, die sich kein für den Winterschlaf ausreichendes Fettpolster anfressen konnten. Diese Tiere benötigen Hilfe, es sei denn, es handelt sich um aufgescheuchte Igel, die ihr Nest in Laubhaufen, Holzstapeln o. ä. hatten und dort gestört wurden. Diese Tiere suchen sich selbständig eine neue Unterkunft, um ihren Winterschlaf fortzusetzen.

Erste Hilfe für Igel

Übernimmt man die Pflege für einen kranken, verletzten oder schwachen Igel, ist unbedingt ein Pflegeprotokoll zu führen, in dem Fundort und -zeit sowie das Gewicht zum Fundzeitpunkt festgehalten werden. Im weiteren Verlauf werden die Gewichtszunahme, Tierarztbesuche und verabreichte Medikamente protokolliert.

Neben der Untersuchung auf Verletzungen ist es auch wichtig, das Geschlecht zu bestimmen, da es sich im Fall eines Weibchens um eine säugende Mutter handeln könnte. Ausgekühlte Igel sollten umgehend gewärmt werden. Dazu eine Wärmflasche mit einem Frotteetuch umwickeln und den Igel darauf setzen. Um Verletzungen zu vermeiden, sollte das Tuch frei von Aufhänger, losen Fäden oder Löchern sein.

Gefüttert werden Igel mit zerkleinertem, kurz angebratenem Hunde- oder Katzenfutter oder mit Rührei. Zu trinken bekommen sie Wasser - auf keinen Fall Milch! Tiere, die in der ersten Nacht die Nahrungsaufnahme verweigern, müssen unbedingt einem Tierarzt vorgestellt werden. Unsere Ratgeberkategorie hält zu diesem Thema  noch mehr Expertentipps  bereit.

Sobald wie möglich sollte ein Tierarzt oder eine Igelstation aufgesucht werden, um das Tier fachmännisch untersuchen zu lassen. Verletzungen sollten in jedem Fall durch einen Tierarzt versorgt werden. Auch weitere Behandlungs- und Pflegemaßnahmen können hier besprochen werden. Unser Bericht fasst die grundlegenden Informationen nochmals zusammen.

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