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Kompostieren - So gewinnt man Humus

Wie werden Abfälle richtig kompostiert und was muss man beachten, damit sich wertvoller Humus bildet? Experte Walter Löffler zeigt, wie man aus Gartenabfällen seinen eigenen Kompost gewinnt.

07.12.2012 17:15 | 5:30 Min |

Das Kompostieren im heimischen Garten dient nicht nur der umweltfreundlichen Entsorgung von organischen Abfällen, aus dem Müll lässt sich auf diese Weise im wahrsten Sinne des Wortes Gold machen. Genauer gesagt Humus, das Gold des Gärtners. Dieser nährstoffreiche Boden ist ein wertvoller, organischer Dünger - den es so quasi gratis und frei Haus gibt.

Der optimale Kompostplatz

Wer sich einen Komposter im Garten anlegen will, sollte nach Möglichkeit gleich Platz für zwei Komposthaufen schaffen, rät Sat.1-Gartenexperte Walter Löffler. Das erleichtert das Umschichten des Komposts, was wiederum den Verrottungsprozess um ein Vielfaches beschleunigt. In dem einen Komposter können zunächst alle Gartenabfälle gesammelt und daraus dann im zweiten Behälter ein Komposthaufen geschichtet werden.

Bei der Standortwahl für den Komposter ist darauf zu achten, diesen auf einen erdigen Untergrund zu stellen. So können nützliche Kleintiere in die Erde kriechen und den Kompost besiedeln, andererseits kann überschüssiges Wasser gut in den Boden absickern. Ein schattiger Platz unter Bäumen sorgt außerdem dafür, dass der Komposthaufen nicht austrocknet. Damit er auf der anderen Seite aber auch nicht durch starke Regengüsse zu sehr durchnässt und so möglicherweise wertvolle Nährstoffe aus dem Kompost gespült werden, empfiehlt sich eine luftdurchlässige Abdeckung.

So schichtet man einen Komposthaufen auf

Damit aus alten Gartenabfällen humusreiche Erde entstehen kann, müssen die organischen Abfälle gut durchgemischt sein. Die Grundlage des Komposthaufens bilden idealerweise Äste und Zweige. Darauf werden anschließend grobe Abfälle (Strauchschnitt) mit feinen Abfällen (Grasschnitt), feuchte Abfälle (verdorbenes Obst) mit trockenen (Laub) und nährstoffreiche (Gemüsereste) mit nährstoffarmen Abfällen (Holzabfälle) gemischt. Diese bunte Mischung sorgt dafür, dass der Kompost gut durchgelüftet ist und nicht etwa durch zu wenig Sauerstoff zu faulen beginnt. 

Das kann schnell bei Kompost passieren, der sich nur aus aufgeschichtetem Rasenschnitt zusammensetzt. Die dünnen Grashalme liegen hier zu dicht aufeinander, sodass eine gute Durchlüftung des Komposthaufens nicht gewährleistet ist. Die Folge: Der Kompost verrottet nicht, sondern beginnt stattdessen zu faulen.

Das gehört nicht auf den Kompost

Auch wenn Gartenabfälle im Großen und Ganzen kompostierbar sind, gibt es Dinge, die besser nicht auf den Kompost gehören. Dazu zählen etwa Abfälle, die Autoabgasen stark ausgesetzt waren, Topf- und Schnittblumen (sie können mit Pflanzenschutzmittel behandelt sein) sowie kranke Pflanzenteile oder Unkräuter - die gehören in die Biotonne.

Auch Küchenabfälle wie Reste von gekochtem Essen oder Kaffeesatz und Teereste gehören eher nicht auf den Kompost. Essensabfälle locken Ratten an, Kaffee- als auch Teereste sind mit Schadstoffen wie Zink und Kupfer belastet und haben als Erde im Gemüsebeet folglich nichts verloren.

Schließlich ist darauf zu achten, den fertigen Kompost nur in kontrollierten Mengen auf Gemüse- und Blumenbeete zu geben. Kompost wirkt wie ein Dünger und kann bei einer übermäßigen Verwendung schnell zu einer Überversorgung des Bodens mit Nährstoffen führen. 

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