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Richtig kompostieren: So lässt sich Humus selber machen

Wie werden Gartenabfälle entsorgt und was müssen Sie beachten, damit sich wertvoller Humus bildet? Richtig kompostieren ist das Schlüsselrezept – Experte Walter Löffler erklärt, wie’s geht und wie Sie Humus selber machen.

07.12.2012 17:15 | 5:30 Min |

Warum kompostieren?

Jeden Monat landet haufenweise Müll in der Tonne, Müll, den Sie bezahlen, weil er abgeholt und fachgerecht entsorgt werden muss. Geld sparen und die Umwelt schonen können Sie hingegen mit einem eigenen Komposthaufen im Garten. Das Kompostieren dient nicht nur der umweltfreundlichen Entsorgung von organischen Abfällen, aus dem Müll lässt sich im wahrsten Sinne des Wortes Gold – genauer gesagt Humus – selber machen, das Gold des Gärtners. Dieser nährstoffreiche Boden ist ein wertvoller, organischer Dünger, den es so quasi gratis und frei Haus gibt. Im Folgenden ein paar Tipps, wie Sie richtig kompostieren.

Der optimale Kompostplatz

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Ein Kompost genügt nicht, wenn sie Humus selber machen wollen. Spätestens fürs Umschichten brauchen Sie einen zweiten. © Andreas Wolf - Fotolia

Wer sich im Garten einen Kompost anlegen möchte, sollte nach Möglichkeit gleich Platz für zwei Komposthaufen schaffen, rät SAT.1 Gartenexperte Walter Löffler. Das erleichtert das Umschichten des Komposts, was wiederum den Verrottungsprozess um ein Vielfaches beschleunigt. In dem einen Komposter können alle Gartenabfälle gesammelt werden. Aus diesen schichten Sie dann im zweiten Kompost einen Haufen.

Richtig kompostieren: Der ideale Standort

Bei der Standortwahl für den Komposter ist darauf zu achten, diesen auf einen erdigen Untergrund zu stellen. So können nützliche Kleintiere in die Erde kriechen und den Kompost besiedeln. Außerdem sickert so überschüssiges Wasser in den Boden. Ein schattiger Platz unter Bäumen sorgt zudem dafür, dass der Komposthaufen nicht austrocknet. Damit er andererseits aber auch nicht durch starke Regengüsse zu sehr durchnässt und so möglicherweise wertvolle Nährstoffe aus dem Kompost gespült werden, empfiehlt sich eine luftdurchlässige Abdeckung. So bleibt auch die Wärme im Kompost, was die Zersetzung fördert.

Tipp: Achten Sie darauf, dass Sie vom Haus bis zum Komposthaufen keinen allzu weiten Weg haben. Andernfalls werden Sie womöglich nur halbherzig und schon gar nicht richtig kompostieren.

Modernes Kompostieren mit dem Schnellkomposter

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Weniger Arbeit, schnelleres Kompostieren, kein Gestank: Ein Schnellkomposter hat gegenüber der Standard-Variante einige entscheidende Vorteile. © jackwusel - Fotolia

Wer seinen Garten nicht mit einem Abfallhaufen „verschandeln“ möchte, wem ein normaler Kompost zu sehr stinkt oder wem die Zersetzung der Abfälle schlichtweg zu lange dauert, entscheidet sich für einen Thermokomposter, um Humus selber zu machen. Entsprechende Modelle gibt’s im Handel bereits ab 20 Euro. Die drei größten Vorteile:

1. Sie stinken nicht.

2. Sie kompostieren schneller, da sich in den Behältern mehr Wärme entwickeln kann.

3. Sie müssen den Kompost nicht umsetzen – ein Komposter genügt.

Humus selber machen: Anleitung und Tipps

Nicht alle Abfälle dürfen auf den Kompost? Richtig! Kompostieren sollten Sie nur, was sich gut zersetzt und keine Gartenschädlinge  anlockt. Tipps gefällig? Pflanzliche Küchenabfälle, die nicht gesalzen und gekocht sind, Rasenschnitt, Äste sowie Kaffeesatz können Sie bedenkenlos kompostieren.

Damit aus alten Gartenabfällen humusreiche Erde entstehen kann, müssen Sie organische Abfälle richtig kompostieren. Das heißt konkret: Diese müssen gut durchmischt sein. Die Grundlage des Komposthaufens bilden idealerweise Äste und Zweige. Darauf kommen grobe Abfälle wie Strauchschnitt, darüber Grasschnitt, als nächstes die feuchten Abfälle wie verdorbenes Obst sowie Laub und nährstoffreiche Gemüsereste oder Holzabfälle.

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Die Mischung macht’s. Wer richtig kompostieren möchte, sollte darauf achten, dass sich Küchen- und Gartenabfälle die Waage halten. © pixabay

Diese bunte Mischung sorgt dafür, dass der Kompost gut durchlüftet ist und nicht etwa durch zu wenig Sauerstoff zu faulen beginnt. Das kann schnell bei Kompost passieren, der sich nur aus aufgeschichtetem Rasenschnitt zusammensetzt. Die dünnen Grashalme liegen hier zu dicht aufeinander, sodass eine gute Durchlüftung des Komposthaufens nicht gewährleistet ist. Die Folge: Der Kompost verrottet nicht, sondern beginnt stattdessen zu faulen.

Das gehört nicht auf den Kompost

Richtig kompostieren – das bedeutet auch: zwischen kompostierbaren und nicht kompostierbaren Abfällen zu unterscheiden. Auch wenn sich die meisten Gartenabfälle gut zersetzen, gibt es einige Dinge, die nichts auf dem Haufen zu suchen haben. Dazu zählen etwa Abfälle, die Autoabgasen ausgesetzt waren, Topf- und Schnittblumen  – denn die können mit Pflanzenschutzmittel behandelt sein – sowie kranke Pflanzenteile oder Unkraut. All das gehört in die Biotonne. Auch Küchenabfälle wie Reste von gekochtem Essen sollten eher nicht auf den Kompost, denn Knochen, Fleisch und Co. locken Ratten an.

Achten Sie außerdem darauf, den fertigen Kompost nur in kontrollierten Mengen auf Gemüse- und Blumenbeete zu geben. Kompost wirkt wie ein Dünger und kann bei großzügiger Verwendung schnell zu einer Überversorgung des Bodens mit Nährstoffen führen.

Fazit: Um richtig zu kompostieren und Humus selber zu machen, ist etwas Basiswissen Gold wert. Ein Komposthaufen bringt schließlich nur was, wenn dieser auch richtig geschichtet und mit den passenden Abfällen bestückt wird. Wer Zeit sparen möchte, kann alternativ auch auf einen Thermokomposter zurückgreifen – der kompostiert schneller und stinkt auch nicht.

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