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Übertriebener Umweltschutz

Die Deutschen sind in Sachen Umweltschutz die Nummer eins in Europa: Wir trennen fleißig Müll, kaufen in Bioläden ein und besorgen uns Energiesparlampen. Doch ist das wirklich alles sinnvoll oder führt übertriebener Umweltschutz zum gegenteiligen Effekt?

20.03.2012 08:00 | 5:27 Min | © SAT.1

Umweltschutz: Müll und Biosprit

Man könnte fast glauben, wir lieben das Mülltrennen: Papiertonne, Biotonne, gelber Sack und und und. Doch lohnt sich die Mühe für den Umweltschutz überhaupt? Alexander Neubacher, Autor des Buchs „Ökofimmel – Wie wir versuchen die Welt zu retten und was wir damit anrichten“, meint: nur bedingt. Vor allem Plastikmüll lande nämlich häufig nicht in der Recyclinganlage, sondern im Verbrennungsofen. Als sinnvoll für den Umweltschutz erachtet er hingegen, das getrennte Sammeln von Papiermüll. Und wie sieht die Bilanz für den Umweltschutz beim Biosprit E10 aus? Für die Herstellung des Benzins werden Ackerflächen blockiert und Holz in Regenwäldern wird abgeholzt, sagt der Experte – nach seiner Meinung ein riesiger ökologischer Schaden und kein Umweltschutz.

Umweltschutz: Energiesparlampen und Plastik-Tüten

Sehr problematisch für den Umweltschutz ist laut Neubacher auch die Energiesparlampe: Eigentlich wollen wir mit ihr Strom sparen, tatsächlich haben wir aber jetzt ein Problem mit giftigem Quecksilber. Auch den Vorstoß der EU, künftig auf kostenlose Plastiktüten zu verzichten, um den Plastikmüll einzudämmen, hält der Experte für falsch: Die Alternative wäre die Verwendung von Papiertüten. Die würden sich für den Umweltschutz aber nur lohnen, wenn sie wie die Plastiktüte mehrmals verwendet werden. Dies sei aber häufig nicht der Fall – allein schon, weil sie bei zu hohem Gewicht des Inhalts oder Regen schnell reißen. Nur einmal benutzte Papiertüten sind demnach keine Hilfe für den Umweltschutz.

Umweltschutz: Das ist sinnvoll

Das Fazit des Experten: Alle Ansätze zum Umweltschutz haben auch ihr Gutes. Wir dürfen es nur nicht übertreiben und dabei den Verstand ausschalten. Er hält es für sinnvoll, mit dem Fahrrad zu fahren und Bioprodukte zu kaufen. Allerdings sollte man in Sachen Umweltschutz beachten: Wer jetzt im Frühjahr einen Bioapfel aus der Region kauft, erhält ein Produkt, das monatelang im Kühlhaus gelegen und damit einen großen Energieverbrauch produziert hat. In diesem Fall sei es für den Umweltschutz tatsächlich sinnvoller, auf den importierten Apfel aus Neuseeland zurückzugreifen.

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