Ratgeber

Schutz vor Stromgefahren

So verhindern Sie Stromschäden und Unfälle

Strom ist eigentlich eine sichere Sache, aber bei unsachgemäßem Verhalten können sich nicht nur Kinder lebensgefährlich und sogar tödlich an der Steckdose verletzen. Im Gegensatz zum Ausland ist Deutschland teilweise sehr fahrlässig, wenn es um Gefahren aus der Steckdose geht.

In England gibt es bereits seit Jahrzehnten einen speziellen Sicherungsschutz für jede einzelne Steckdose in Form eines An- und Ausschalters und eine eigenen Sicherung. Ebenso sind Kinderschutzdosen Standard, sodass weder Kinder noch Erwachsene durch Spielen oder Putzwasser in Gefahr sind. In Deutschland können solche Steckdosen zwar freiwillig nachgerüstet werden, es besteht aber keine Verpflichtung dazu.

Wenn man also diese beiden EU-Länder vergleicht, erkennt man schon die bedeutsamsten Gefahrenpotenziale. Im Folgenden möchten wir Ihnen die hilfreichsten Tipps für einen sicheren Alltag in Bezug auf Unfälle mit Strom geben.

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Was kann im Alltag passieren?

Eigentlich kann man in Deutschland davon ausgehen, dass die Stromleitungen sicher sind. Das gilt jedoch nicht für schlecht sanierte Bauten oder Gebäude, die noch über sehr alte Leitungen verfügen oder wenn zu wenige Stromkreise pro Wohnung geschaltet sind.

Ist die Leistungsfähigkeit der Leitung zu gering, kann es passieren, dass bei gleichzeitigem Gebrauch von Waschmaschine, E-Heizung und Bügeleisen, die Sicherung rausspringt. Hier müssen Sie sich dann für weniger Geräte entscheiden, die parallel über denselben Stromkreis laufen dürfen. Die Sicherung wird wieder aktiviert und am besten wird der Vermieter informiert.

Eine Gefahr kann jedoch auch in einem kaputten Stromkabel liegen. Dazu können geknickte Kabel gehören, genauso wie Kabel, deren Ummantelung an einigen Stellen bereits abgeschabt ist. Dies sind meist typische Verschleißerscheinungen von älteren Geräten oder neueren Geräte, die in Kellerräumen stehen und von Nagetieren beschädigt wurden.

Diese Gefahren lauern bei der Benutzung von Mehrfachsteckern

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Bei Mehrfachsteckdosen besteht die Gefahr von Schmorschäden und Bränden, wenn zu viele Geräte daran angeschlossen sind. Hängen mehrere Geräte an der Leiste, ist unbedingt die maximale Leistung des Vielfachsteckers zu beachten. Sie steht meist fett eingedruckt auf dem Verkaufskarton oder auf der Plastiktüte. Haben Sie diese nicht mehr, finden Sie die Werte eingefräst oder aufgedruckt auf der Steckdose oder als Banderole um das Kabel.

Wird die maximale Leistung wegen angeschlossenem Laptop, Drucker und Router überschritten, sollten Sie unbedingt ein Gerät aus der Steckdose ziehen, um die Gefahr des Durchbrennens zu Vermeiden. Da Drucker und Faxgeräte im Stand-By, wenn sie ganzjährig angeschlossen sind, echte Stromfresser sind, ist ein Abkabeln zudem eine clevere Sparidee.

Eine sinnvolle Alternative sind Sicherungs-Mehrfachstecker. Diese haben neben einem An- und Ausschalter auch eine Sicherung eingebaut. Bei Überspannung oder Blitzentladung entsteht so nur ein Schaden am Mehrfachstecker, nicht jedoch an den angehängten Geräten. Häufig passiert hierbei auch gar nichts, außer dass ein Schalter automatisch auf Off geschaltet wird.

Das ist bei Waschmaschinen und Haushaltsgeräten zu beachten

Backöfen und Herde sind meist sowieso am Starkstromnetz angeschlossen und besitzen mehrere eigene Sicherungen. Im Gegensatz dazu hängen Waschmaschinen normalerweise am normalen Stromkreis. Auch da ist jedoch auf die Steckdose und auf den Stecker zu achten.

Die Stromdose sollte immer einen höheren Wert an Stromleistung bieten als das Gerät tatsächlich benötigt. Dann fließt der Strom nicht nur besser, sondern eine Überhitzung der Dose inklusive potentieller Brandgefahr wird vermieden. Grundsätzlich sollten Waschmaschinen nur an fest montierten Dosen angehängt werden, um so Stromschläge zu vermeiden.

Zudem ist auf die Herstellerhinweise zu achten. Einige Hersteller weisen darauf hin, dass ihre Geräte nicht mit einem Verlängerungskabel in Betrieb genommen werden dürfen. Es sind jedoch im Elektrohandel spezielle Sicherheitskabel erhältlich, die speziell für Großhaushaltsgeräte geeignet sind. Diese haben die notwendigen Zertifikate, um das Stromkabel von Waschmaschine oder Trockner zu verlängern.

So klappt auch die Kombination Wasser und Strom

In einigen Ländern darf es nur eine Steckdose im Bad geben, in anderen Ländern ist noch nicht einmal ein Lichtschalter innerhalb des Badezimmers erlaubt, um Feuchtigkeitsschäden und Stromschläge zu vermeiden. In Deutschland gibt es hierzu keine Regelungen. Grundsätzlich sollten aber Steckdosen in Feuchtigkeitsräumen abgedeckt sein. Umsetzen können Sie dies mithilfe einer Kindersicherung oder mit einer Klappe, wie man sie von verschließbaren Waschmaschinensteckdosen kennt.

Stromsicherheit bei Gewitter

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Gewitter und Strom sind zwei Ereignisse, die sich nicht mögen. Grundsätzlich steht eigentlich in jeder Gebrauchsanleitung eines elektrisch betriebenen Geräts, was bei Gewitter zu tun ist. Häufig gilt die Anweisung, sie nicht zu benutzen und sie vom Stromnetz abzukabeln. Es gilt für Laptops, Router, Fernseher - eigentlich für alle Geräte. Doch meist hält sich keiner daran, weil man die Gefahren nicht wirklich versteht. Meist passiert auch nichts, man liest höchstens mal „etwas in der Zeitung“. Aber der Einbau von Sicherungssteckdosen, wie sie es in England gibt oder Mehrfachstecker mit Sicherungsschutz, ist absolut sinnvoll.

Ein Gewitter muss noch nicht „über einem“ sein, sondern kann schon viele Kilometer entfernt Auswirkungen haben, denn elektrische Entladungen wirken über viele Kilometer. Plasmaentladungen können auch Haushalte betreffen, die in höheren Etagen wohnen, ohne dass es zu einem echten Blitzschlag im Haus gekommen ist. Funktionieren einige Geräte oder die Telefonanlage nicht mehr, sind diese abzukabeln und 15 Minuten nicht zu benutzen. Anschließend sollten Sie kurz testen, ob sie wieder funktionieren. Geht immer noch nichts, sollte das Gerät ca. 24 Stunden nicht benutzt werden und abgekabelt bleiben. Teilweise funktionieren die Geräte danach wieder oder nur der Mehrfachstecker muss ausgetauscht werden.

Insgesamt kann man aber sagen, dass die Stromversorgung in Deutschland auch bei Gewitter sehr sicher ist.

Bei Gewitter sollten Sie Baden unbedingt vermeiden

Schlägt ein Blitz ein, kann das neben den Stromleitungen auch Rohre und Badarmaturen betreffen, denn Strom kann sich auch indirekt durch nichtmetallische Materialien übertragen und dann in Metallen weiterfließen. Badewannen und Duschwannen sind zwar normalerweise geerdet, trotzdem kann es sein, dass Sie über die Wanne oder den Wasserhahn einen elektrischen Schlag bekommen. Es ist daher nicht empfehlenswert, bei einem aufziehenden Gewitter zu duschen. Einige Verbraucherzentralen oder auch Hersteller von Sanitäranlagen können Sie hierzu beraten.

Unser Fazit zur Verhinderung von Stromschäden und Umfällen

Die besten Steckdosen sind diejenigen, die man an- und ausstellen kann und die mit einer Einzelsicherung gesichert sind. So muss man nicht in das Treppenhaus zum Sicherungskasten laufen.

Mehrfachsteckdosen sollten Sie nur in der höchsten Schutzvariante kaufen. Dies gilt auch für Außensteckdosen und für Dosen in Nassbereichen wie beispielsweise im Schwimmbad. Bei Gewitter weder duschen noch in die Badewanne gehen. Ansonsten schauen Sie in die Gebrauchsanleitung, ob Sie Ihre Geräte auch bei Gewitter nutzen dürfen oder ob es Sicherheitsrisiken gibt.

Beachten Sie all diese Sicherheitshinweise, ist das Risiko eines Stromunfalls sehr stark reduziert und Sie können ruhigen Gewissens alle technischen Geräte nutzen.

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