"Bioschweine mit Koriander gefüllt"

Interview mit Lars Pape

Du bist gelernter Schauspieler. Wie kam es zu deiner Rolle als "Abzocker"?

Schon als ich im ersten Casting einige Ausschnitte aus dem englischen Original "The Real Hustle" sah, fing es bei mir an zu kribbeln. Für jeden Schauspieler ist es natürlich ein absoluter Traum, mal in der Realität zu agieren. In diesem Fall kommt noch hinzu, dass wir quasi legitimiert "kriminell" sein dürfen. Bei einem ersten Test mit Agnieszka und Christoph auf dem Potsdamer Platz in Berlin sollte ich beweisen, dass ich dreist genug bin und Nerven habe für diese speziellen Aufgaben des Formats. Ich musste meine Skrupel ausschalten und habe Passanten einen Koffer und zwei Taschen geklaut. Wir haben dabei als Team gut harmoniert und haben zum Glück schließlich den Zuschlag erhalten.

© Sat1

Wie fühlt es sich an, plötzlich Dinge zu tun, die eigentlich unter Strafe stehen?

Die Abzocken funktionieren nur, wenn jeder von uns drei seinen Teil der „Choreographie“ beherrscht und exakt befolgt. Es ist vergleichbar mit der Situation, wenn ich als Schauspieler eine Bühne oder ein Filmset betrete und genau weiß, was ich zu tun habe. Allerdings weiß ich da, was die anderen machen werden. Das ist hier natürlich anders. Es gibt zwar keine festgeschriebenen Texte, aber wir agieren immer entlang eines roten Handlungsfadens: Wie gehen wir in eine Situation rein und wie kommen wir idealerweise raus? Da bleibt kaum Zeit darüber nachzudenken, wen ich gerade beklaue oder hereinlege. Diese Gefühlsachterbahn kommt erst hinterher auf. Man bereitet sich stundenlang vor, muss die Konzentration über einen langen Zeitraum halten, cool bleiben, obwohl der Körper voller Adrenalin ist, und nachher ist man entsprechend erschöpft.

Wie sieht die Aufgabenteilung bei euch im Team aus?

Agnieszka soll als Lockvogel dienen und die Leute mit ihrem Charme ablenken bzw. durch ihr selbstbewusstes Auftreten überzeugen. Christoph verfügt durch seine Herkunft aus der Zauberei über eine große Fingerfertigkeit. Als gelernter Schauspieler habe ich oft den Lockvogel gespielt und Leute in die Situationen gebracht, in denen sie dann abgezockt wurden. Im Laufe des Drehs haben wir aber auch enorm von den anderen dazugelernt, was uns zu einem guten Team gemacht hat.

Wie habt ihr euch auf die Geschichten vorbereitet?

Es gab einerseits klare Absprachen, wer was an welcher Stelle macht oder sagt. Wir haben aber auch gemeinsam trainiert, wie man z.B. jemandem seine Geldbörse aus der Innentasche seiner Jacke stiehlt. Christoph hat uns dabei angeleitet. Man muss die Zielperson an einer Stelle seines Körpers berühren oder anrempeln und gleichzeitig mit den antrainierten Griffen die Börse blitzschnell herausholen. Dann gilt die ganze Konzentration dem Rempler und nicht dem Diebstahl an ganz anderer Stelle und keiner merkt was.

 

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