17:30 SAT.1 Bayern

Autokorso, Freudentänze, Fahnen schwingen

Deutsch-Türken feiern Erdogan am Nürnberger Plärrer

Das Referendum in der Türkei wurde zum spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen. Während das offizielle Ergebnis noch auf sich warten ließ, sprach Erdogan bereits am Sonntagabend von einem "Sieg". Am Nürnberger Plärrer feierten deshalb schon einige Erdogan-Anhänger mit Autokorso und Hupkonzert.

Referendum_Tuerkei_Nuernberg_2
Am Nürnberger Plärrer fahren Erdogan-Anhänger mit Türkei-Flaggen Autokorso. © NEWS5 / Bauer

Grünen-Chef Cem Özdemir fordert nach dem Referendum in der Türkei von Deutsch-Türken in der Bundesrepublik ein klareres Bekenntnis zum Grundgesetz. "Die Auseinandersetzung um Herz und Verstand der Türkeistämmigen muss endlich aufgenommen werden", sagte Özdemir der Deutschen Presse-Agentur.

"Künftig muss stärker darauf bestanden werden, dass auf Dauer in Deutschland Lebende nicht nur mit den Zehenspitzen auf dem Boden des Grundgesetzes stehen, sondern mit beiden Füßen."

Das Wahlergebnis zeige "in einem Brennglas" die Versäumnisse in der Integrationspolitik, sagte Özdemir. Die wahlberechtigten Türken in Deutschland haben in dem Referendum zu fast zwei Dritteln für die Verfassungsreform gestimmt, die Präsident Recep Tayyip Erdogan deutlich mehr Macht gibt. Nach inoffiziellen Medienangaben votierten 63 Prozent mit "Ja", insgesamt waren es nur 51,3 Prozent. Die prokurdische HDP will Beschwerde gegen das Ergebnis von zwei Dritteln der Wahlurnen einlegen, teilte die Partei am Sonntag über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Auch der Abgeordnete der größten Oppositionspartei CHP, Sezgin Tanrikulu, kündigte Einspruch an. (dpa)

Pro-Erdogan-Türken feiern in Nürnberg

Obwohl es noch kein offizielles Ergebnis gab, feierten auch Erdogan-Anhänger in Nürnberg seinen Sieg. Am Abend versammelten sich Deutsch-Türken am Plärrer und veranstalteten einen Autokorso. Beinahe euphorisch schwenkten die Teilnehmer die Türkei-Flagge, jubelten und tanzten auf den Straßen. Polizisten waren sicherheitshalber in Stellung gebracht worden. Einschreiten mussten sie nicht.

Facebook

Bayernsport