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"Abklärungspauschale" gilt seit 01. April

Zwei Minuten für eine Diagnose

Die Notaufnahmen in Deutschland platzen aus allen Nähten und gelten als chronisch unterfinanziert - besonders, weil viele Patienten häufig mit Bagatellen in die Notaufnahme anstatt zu ihrem Hausarzt gehen. Abhilfe soll nun eine neue Regelung schaffen: Seit dem 01. April gilt die so genannte "Abklärungspauschale". Ärzte und Pfleger haben demnach noch genau zwei Minuten Zeit um eine erste Diagnose zu stellen und zu entscheiden, ob der Patient bleiben darf oder nicht im Krankenhaus behandelt wird. Das stößt bei vielen Ärzten und Patienten auf heftige Kritik.

Notaufnahme_Verstopft

Im Regensburger St. Joseph Klinikum haben drei von vier Patienten in der Notaufnahme Bagatell-Beschwerden. Es sind vor allem grippale Infekte, Halsschmerzen, Kopfschmerzen - also keine echten Notfälle. Sie sollen jetzt nach einem Schnellcheck abgewiesen werden können, für den die Ärzte gerade mal zwei Minuten Zeit haben.

Statt Entlastung verspüren die Mediziner durch die Änderung aber noch mehr Stress. Außerdem sei das Risiko zu hoch, mit einem derart schnellen Check gefährliche Erkrankungen vielleicht doch zu übersehen. Fakt ist, die Notaufnahmen in Deutschland sind voll. Wer also nicht lebensbedrohlich erkrankt ist, ist in Bereitschaftspraxen besser aufgehoben.

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