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Terminkollision Roth/Frankfurt soll enden

Terminstreit im Triathlon

Zwei Triathlon-Höhepunkte in Deutschland am selben Tag. Roth und Frankfurt/Main küren an diesem Sonntag wieder die Finisher ihrer Langdistanz-Triathlons. Die Terminkollision soll ein Ende haben. Es war über Jahre ein heikles Thema.

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Der deutsche Triathlet Nils Frommhold fährt am 17.07.2016 am Solarer Berg bei Hilpoltstein während der Radetappe beim Datev Challenge Roth. © Daniel Karmann/dpa

Rund 200 Kilometer Luftlinie liegen zwischen Roth und Frankfurt/Main. Und damit weniger, als jeder "Finisher" an diesem Sonntag bei der Challenge Roth und beim Ironman Germany in Frankfurt schwimmend, radfahrend und laufend hinter sich gebracht haben wird. Es dürfte das letzte Mal sein, dass ausgerechnet zwei der begehrtesten Langdistanz-Rennen im Triathlon im selben Land am selben Tag stattfinden.

"Man muss sich entscheiden"

Viele Jahre brauchte es, bis sich die Ironman- und die Challenge-Verantwortlichen einigen konnten, ihre Termine abzusprechen. "Irgendwo brennt einem das Herz, dass man sich für ein Rennen entscheiden muss", sagt Siegaspirant Nils Frommhold, der in Roth antreten wird.
Es war ein heikles Thema, nachdem von 1988 bis 2001 in Roth der Ironman Europe stattgefunden hatte. Die Verantwortlichen in Frankfurt/Main kauften aber die Lizenz und starteten 2002 mit dem Ironman Germany - gleichzeitig die EM.

Rekordstrecke in Roth

Roth galt und gilt unter den Athleten als Kult. Die Atmosphäre am Solarer Berg, wo die Athleten durch ein Spalier begeisterter Zuschauer fahren, als ginge es bei der Tour de France hoch nach Alpe d'Huez, sucht ihresgleichen. Zudem ist Roth eine Rekordstrecke. Jan Frodeno stellte dort im vergangenen Jahr die Weltbestzeit über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen auf. Frodeno benötigte 7:35:39 Minuten.

Qualifizieren für Hawai

In Frankfurt/Main locken neben einer ebenfalls großen Kulisse mit dem Ziel auf dem Römer auch der Titel sowie Qualifikationspunkte für Hawaii - die gibt es nur bei den Ironman-Veranstaltungen, nicht bei der Challenge in Roth. In den kommenden beiden Jahren wird es nicht mehr zu zeitgleichen Rennen wie an diesem Sonntag kommen. "Wir gehen 2018 und 2019 auf das erste Juli-Wochenende. 2018 haben wir uns bewegt. Ich habe aber klar gemacht, dass wir nicht dauernd den Termin wechseln", sagte Felix Walchshöfer von der Challenge Roth. Am jeweils darauffolgenden Sonntag ist Frankfurt/Main an der Reihe. "Der große Gewinner ist der Sport, und genau so soll es auch sein", hatte Björn Steinmetz, Managing-Direktor von Ironman Germany bei Bekanntgabe der Einigung gesagt. Als Vermittler hatte sich die Deutsche Triathlon-Union verdient gemacht.

Eine dauerhafte Lösung soll verhandelt werden

Im Oktober wollen sich die lange Zeit nicht so gesprächsbereiten Parteien wieder zusammensetzen, um über die Rennen nach 2019 zu beraten. "Ich hoffe, dass wir damit zu einer dauerhaft guten Lösung kommen", sagte Walchshöfer.

Timo Bracht, der in Roth und Frankfurt/Main schon gewann und an diesem Sonntag in Mittelfranken sein letztes Rennen bestreiten wird, hat sogar noch eine weitreichendere Idee: Roth, Frankfurt, dazu Triathlons in Hamburg und Berlin oder auch dem Schwarzwald könnte man zu einer Art Grand Slam etablieren. "Das würde der Triathlon-Hochburg Deutschland gut zu Gesicht stehen, wenn alle an einem Strang ziehen und hier zusammen- statt gegeneinander arbeiten." (dpa)

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