17:30 SAT.1 Bayern

Unter Tränen gestanden

Aus Eifersucht? Mann gesteht Mord an Ex-Freundin und Sohn

Der Ferienbesuch des Vaters endete mit einem Doppelmord. Laut Anklage konnte der Mann es nicht ertragen, dass seine Ex-Partnerin Zukunftspläne mit einem anderen Mann schmiedete. Der Mann gesteht unter Tränen.

Ein wegen zweifachen Mordes angeklagter Mann hat zugegeben, seine ehemalige Partnerin und den gemeinsamen Sohn erwürgt zu haben. Zu Beginn des Prozesses vor dem Landgericht Augsburg sagte der 52-Jährige am Dienstag, dass er sich an Details des Verbrechens nicht erinnern könne. Auch einen Grund nannte er nicht. "Ich weiß es überhaupt nicht", erklärte der Angeklagte und kämpfte bei seinem Geständnis immer wieder mit den Tränen.

"Ich weiß es überhaupt nicht"

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Franzosen vor, die 36 Jahre alte Frau und den siebenjährigen Sohn aus Eifersucht ermordet zu haben. Der Mann hatte früher mit der Frau in Südfrankreich gelebt; dann war sie zurück nach Deutschland gezogen und hatte ihren Buben mitgenommen. In ihrer Wohnung im oberbayerischen Eching am Ammersee im Kreis Landsberg war der Angeklagte im August 2016 zu Besuch.

Nach der Tat: Suizidversuch

Damals soll er erfahren haben, dass die 36-Jährige mit ihrem neuen Freund zusammenziehen wollte. Dies soll das Motiv für den Doppelmord gewesen sein. Nach der Tat unternahm der Mann einen Suizidversuch. Polizisten fanden ihn Stunden nach der Gewalttat verletzt in der Wohnung der Frau. Eine Kollegin der 36-Jährigen hatte sich Sorgen gemacht und die Polizei alarmiert, als die Frau nicht bei der Arbeit erschien. Der Angeklagte sagte vor Gericht aus, dass er mit der Frau bis zum Ende eine Liebebeziehung gehabt habe. Dabei hatte die 36-Jährige bereits seit einigen Monaten eine neue Beziehung, auch der Mann hatte zwischenzeitlich eine Affäre.

Unmittelbar vor der Gewalttat sollen die ehemaligen Partner darüber diskutiert haben, wie sie den nächsten Geburtstag des gemeinsamen Sohnes feiern. Dabei habe sie ihm gesagt, dass ihr neuer Freund dabei sein werde. Kurz darauf habe er ihr und seinem Sohn den Hals zugedrückt. Dies sei sehr schnell gegangen, er habe keine Kontrolle mehr über sich gehabt, meinte der Mann. Eifersüchtig sei er aber nie gewesen. Die Strafkammer hat für den Prozess fünf Verhandlungstage eingeplant. Am 23. März soll das Urteil verkündet werden. (dpa)

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