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Manfred Schilder neuer OB von Memmingen

Nach 50 Jahren: CSU'ler gewinnt OB-Wahl

Auf dem Rathaus-Chefsessel in Memmingen gab es bis Herbst 2016 große Beständigkeit. Ivo Holzinger von der SPD war Deutschlands dienstältester Oberbürgermeister. Sein SPD-Nachfolger starb nach gut einem Monat im Amt. Nun kommt ein neuer OB - und er ist von der CSU.

Manfred Schilder
Auf seiner Website schreibt Schilder: "Ich will mich meiner Verantwortung für meine Heimatstadt Memmingen stellen und habe mich daher entschlossen, für das Amt des Oberbürgermeisters zu kandidieren." © Manfred Schilder

Die Stadt Memmingen in Schwaben wird erstmals seit Jahrzehnten von einem CSU-Oberbürgermeister regiert. Der CSU-Mann Manfred Schilder (59) setzte sich bei der Wahl am Sonntag gegen Friedrich Zeller (50) von der SPD durch.

Nach dem auf der Internet-Seite der Stadt veröffentlichten vorläufigen Endergebnis holte Schilder in einem Kopf-an-Kopf-Rennen 51,5 Prozent der Stimmen. Zeller, früher Landrat von Weilheim-Schongau, kam auf 48,5 Prozent.

Kopf-an-Kopf-Rennen

Schilder wird als neuer Rathauschef bereits am Dienstag ins Rathaus einziehen und die Amtsgeschäfte übernehmen. Gleich an seinem neuen Schreibtisch unterzeichnete er am Sonntagabend die Annahme der Wahl, wie Hauptamtsleiter Robert Langer mitteilte. Schilder war bislang Regionalgeschäftsführer der IHK Schwaben im Allgäu.

50 Jahre SPD

Die Stadt Memmingen war laut Langer rund 50 Jahre fest in SPD-Hand gewesen. SPD-OB Ivo Holzinger hatte 36 Jahre lang die kreisfreie Stadt regiert. Er war damit bei seinem Ausscheiden im vergangenen Jahr Deutschlands dienstältester Oberbürgermeister. Auch seine beiden Vorgänger waren Sozialdemokraten.

Kennerknecht zusammengebrochen

Holzingers Nachfolger und Parteifreund Markus Kennerknecht war Ende Dezember beim Joggen zusammengebrochen und gestorben. Der SPD-Mann wurde nur 46 Jahre alt und war gerade einmal 38 Tage im Amt. Die Memminger waren somit schon zum zweiten Mal binnen fünf Monaten an die Urnen gerufen.

Seit Kennerknechts Tod führt die Zweite Bürgermeisterin Margareta Böckh (CSU) die Verwaltung der 43.000 Einwohner großen Stadt. Bei der OB-Wahl im vergangenen Herbst hatte es noch vier Kandidaten gegeben. Kennerknecht konnte sich damals erst in der Stichwahl endgültig gegen den damaligen CSU-Bewerber durchsetzen. (dpa)

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