17:30 SAT.1 Bayern

Noch keine konkreten Beschuldigten

Razzia bei Audi: Ermittlung wegen Betrugsverdachts

Mehr als 100 Polizeibeamte und Staatsanwälte haben am Mittwoch die Audi-Zentrale in Ingolstadt und das Audi-Werk Neckarsulm durchsucht.

Die Staatsanwaltschaft München II hat ihre Razzien beim Autobauer Audi am Mittwoch mit einem Betrugsverdacht im Diesel-Skandal begründet. Derzeit gebe es aber noch keine konkreten Beschuldigten, es werde gegen Unbekannt ermittelt. Dies teilte die Behörde am Vormittag mit. Außerdem werde geprüft, ob Audi im Zusammenhang mit dem Verkauf von rund 80.000 Dieselwagen in den USA zwischen 2009 und 2015 "strafbare Werbung" betrieben habe.

An den Durchsuchungen der Audi-Zentrale in Ingolstadt und des Audi-Werks Neckarsulm sowie an weiteren Orten nahmen mehrere Staatsanwälte und Beamte verschiedener Landeskriminalämter teil. Ein Audi-Sprecher hatte bereits zuvor gesagt, die Aktionen stünden im Zusammenhang mit der "Diesel-Thematik".

Rückblick: Dieselautos mit illegaler Software

Audi hatte in den USA Dieselautos mit einer dort illegalen Software verkauft, die niedrigere Abgaswerte angibt. Schon unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe hatte die bayerische Justiz ein Prüfverfahren eingeleitet. Der Verdacht lautet auf unlauteren Wettbewerb und Betrug. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft München II war am Vormittag nicht erreichbar. Der Diesel-Skandal hatte das Ergebnis der VW-Tochter im vergangenen Jahr mit 1,8 Milliarden Euro belastet.

Stadler sagte: "Als Konsequenz aus der Diesel-Affäre stellen wir bei Audi alles auf den Prüfstand."

Die Aufarbeitung sei "noch lange nicht abgeschlossen". Aber sein Unternehmen tue alles, "dass so etwas wie die Diesel-Affäre bei uns nie wieder passiert". (dpa)

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